Bielefeld Anna Stöckl gewinnt Fame-Lab-Finale

Bundesweiter Wettbewerb im Audimax der Uni

VON THOMAS GÜNTTER
Anna Stöckl forscht im Bereich Neurowissenschaften über das Sehen im Dunkeln. - © FOTO: BARBARA FRANKE
Anna Stöckl forscht im Bereich Neurowissenschaften über das Sehen im Dunkeln. | © FOTO: BARBARA FRANKE

Bielefeld. "Ich habe Motten früher immer unterschätzt", sagt Anna Stöckl. Die 26-jährige Doktorandin aus Hamburg hat am Samstagabend den Fame-Lab-Wettbewerb auf Bundesebene im Audimax der Bielefelder Universität gewonnen. Der zweite Preis ging an den Spanier Jordi Casanellas, der in Potsdam an seiner Habilitation in Astrophysik arbeitet, den Publikumspreis erhielt Michael Büker aus Hamburg für seinen Vortrag in Teilchenphysik.

Es ging um naturwissenschaftliche Fächer. Teilnehmer aus Bielefeld oder Nordrhein-Westfalen waren nicht am Start. Dafür saßen zwei Bielefelder in der Jury: Unirektor Gerhard Sagerer und die Schauspielerin Christina Huckle vom Stadttheater.

Die Aufgabe der jungen Forscher bestand darin, ihre komplexen Themen allgemein verständlich, unterhaltsam und in nur drei Minuten zu präsentieren. Das Wissenschaftsbüro von Bielefeld Marketing präsentierte den Wettbewerb bereits zum vierten Mal. Am Samstag vor rund 800 Zuschauern im Audimax, die Jahre davor war der Ringlokschuppen der Austragungsort.

Anna Stöckl hatte den Landeswettbewerb in Hamburg gewonnen, sie arbeitet an ihrer Promotion an der schwedischen Universität Lund. Ihr Thema war das Sehen im Dunkeln. Nervenzellen holen sich Hilfe von anderen Nervenzellen. Sie forscht im Bereich der Neurowissenschaften. Die Jury lobte ihren Vortrag als souverän, fachlich korrekt und unterhaltsam. Sie verglich den Lichteinfall mit Regentropfen und benutzte dazu eine Wasserpistole. Da sich die Zellen Hilfe von anderen Zellen, also ihren Freunden holen, setzte sie sich eine runde, dunkle Brille auf, sah auf wie Ringo von den Beatles und sang "With a little help from my friends". Das Tierchen, das sie mit auf die Bühne brachte, war die Stoffpuppe einer Motte, die in pink und grün leuchtete.

Bei Jordi Casanellas ging es um Astrophysik. Durch die Schwingungen der Sterne sind sind Erkenntnisse über die Beschaffenheit des Weltalls möglich. Insgesamt nahmen zwölf junge Wissenschaftler an dem Wettbewerb teil, sieben Frauen und fünf Männer. Diese Ausscheidungen werden seit 2005 in insgesamt 27 Ländern, auch in Fernost, ausgetragen. In der Jury saßen noch Jens Schröder von "Geo" und Jan-Martin Wiarda von der Helmholtzgemeinschaft deutscher Forschungszentren. Die Moderation hatte Martin Knabenreich von Radio Bielefeld.

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