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Bielefeld Verkehrs-Wirrwarr am Kesselbrink

Autofahrer halten sich nicht an die Verkehrsregeln / Amt für Verkehr bessert nach

VON ARIANE MÖNIKES
24.04.2014 | Aktualisiert vor 0 Minuten |
Die Friedrich-Verleger-Straße ist Einbahnstraße, genau wie die Friedrich-Ebert-Straße. Die Straße Kesselbrink dürfen Autofahrer nur über die Wilhelmstraße verlassen. Geradeaus geht die Fahrt nur für Busse weiter. Viele Autofahrer halten sich aber nicht daran, wie auf diesem Bild zu sehen. - © FOTO: ANDREAS ZOBE
Die Friedrich-Verleger-Straße ist Einbahnstraße, genau wie die Friedrich-Ebert-Straße. Die Straße Kesselbrink dürfen Autofahrer nur über die Wilhelmstraße verlassen. Geradeaus geht die Fahrt nur für Busse weiter. Viele Autofahrer halten sich aber nicht daran, wie auf diesem Bild zu sehen. | © FOTO: ANDREAS ZOBE

Bielefeld. Der Verkehr rund um den Kesselbrink fließt wieder. Doch an einer Stelle hakt es gewaltig: Die Straße "Kesselbrink" sorgt bei Autofahrern für Irritationen. Sie kann nur noch über die Wilhelmstraße verlassen werden – in Richtung Friedrich-Ebert-Straße geht’s nur für Busse weiter. Das aber sei nur schwer zu erkennen, klagen Autofahrer. Viele haben schon ein Knöllchen bekommen.

Manfred Klahold (80) fährt seit über 60 Jahren Auto. Die Straßen in Bielefeld kennt er aus dem Effeff. Als er vergangene Woche aus der Turnerstraße kommend in Richtung Hauptbahnhof wollte, staunte er nicht schlecht, als ihn an der Straße "Kesselbrink" ein Polizist aus dem Verkehr zog. "Weil ich, statt links in die Wilhelmstraße abzubiegen, geradeaus weitergefahren bin", sagt Klahold. 15 Euro soll er jetzt zahlen, denn der Abschnitt zwischen Wilhelmstraße und Friedrich-Ebert-Straße ist eben nur für Busse freigegeben.

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Diese Regelung aber werde nicht deutlich, sagt Klahold. Die Beschilderung, nur nach links abbiegen zu dürfen, sei zu hoch angebracht worden, die blaue Bus-Markierung auf der Straße habe er nicht richtig erkennen können. "Weil dort Absperrbaken standen." Die stehen dort immer noch. "Damit für die Autofahrer deutlich wird, dass sie dort nicht lang dürfen", sagt Ingeborg Grau vom Amt für Verkehr. Doch jetzt fahren die Autos eben über die zweite Spur, auf der auch die Haltestelle ist.

Das Problem ist auch der Polizei bekannt. Bereits am 15. April gab es an der Straße "Kesselbrink" eine Aktion der Polizei. "Innerhalb von anderthalb Stunden wurden 49 Verwarngelder wegen Benutzung der Busspur erhoben", sagt Sprecherin Sonja Rehmert.

Jetzt kommt ein "Durchfahrt verboten"-Schild, sagt Ingeborg Grau. Das sei dann nun wirklich nicht mehr zu übersehen. Auf der Busspur nämlich hätte kein Auto etwas verloren.

Auch die Ampel an der Einmündung zur Friedrich-Ebert-Straße wird noch ausgetauscht, sagt ihr Kollege Hans Martin. Dorthin soll eine Anlage mit Lichtsignalen nur für den Busverkehr kommen. "Dann dürfte jedem klar sein, dass Autos hier nicht lang dürfen."

Früher, erzählt Manfred Klahold, sei er immer über die Straße "Kesselbrink" gefahren, um auf die Friedrich-Ebert-Straße zu gelangen. Jetzt muss er einen großen Bogen über die August-Bebel-Straße machen.

Dass die neue Verkehrssituation Schwierigkeiten bringe, sei ihm bewusst gewesen, sagt Hans Martin. Aber der Platzcharakter zwischen Kesselbrink und Volksbank sollte erhalten bleiben, so habe es die Politik gewollt. Durchgangsverkehr mit dem Auto war nicht gewünscht.

Dass aber so viele Autofahrer die Verkehrsschilder ignorieren, damit hat auch Christel Kansiz (52) nicht gerechnet. Die Kiosk-Mitarbeiterin kann von ihrem Arbeitsplatz vor der Volksbank direkt auf die Busspur schauen. "Man kann die Autos zählen, die nicht da lang fahren", sagt sie. Sie vermutet, dass die Autofahrer aus Gewohnheit geradeaus Richtung Friedrich-Ebert-Straße fahren würden. Die während der Bauarbeiten oft geänderte Verkehrsführung habe zudem für Irritationen gesorgt, meint sie.

Frank Rieseler von "Top-Foto" an der Wilhelmstraße kann das nur bestätigen. Mittlerweile müssen seine Kunden aus Richtung August-Bebel-Straße einen "Riesen-Umweg" fahren, wenn sie zu ihm wollen. "Viele bleiben gleich weg", sagt er.