0
Auf den Straßen von Las Vegas: Ulrich Gaesing hat das Tachymeter der Firma Trimble in der Nähe seines Hotels aufgebaut. Beim Aufenthalt in Amerika schloss er sich einer Gruppe von 15 deutschen Vermessungstechnikern an. - © Gaesing
Auf den Straßen von Las Vegas: Ulrich Gaesing hat das Tachymeter der Firma Trimble in der Nähe seines Hotels aufgebaut. Beim Aufenthalt in Amerika schloss er sich einer Gruppe von 15 deutschen Vermessungstechnikern an. | © Gaesing

Theesen/Altenhagen/Las Vegas Zu Gast in Las Vegas: Bielefelder ist Experte für Bio-Kaffee

Kongress: Ulrich Gaesing berichtete vor 5.000 Teilnehmern, wie er Pflanzungen von Bauern in Esteli vermessen hat. Eisbrenner importiert jährlich 8 Tonnen des Bio-Kaffees

Sylvia Tetmeyer
11.12.2018 | Stand 12.12.2018, 09:26 Uhr

Theesen/Altenhagen/Las Vegas. Ulrich Gaesing ist immer noch beeindruckt. Im November reiste der Vermessungsingenieur für fünf Tage nach Las Vegas. Dort nahm er am Kongress "Trimble Dimensions" teil. Vor rund 5.000 Teilnehmern hielt er einen Vortrag. "Das war mein beruflicher Höhepunkt und gleichzeitig ein Abschied", resümiert der 64-Jährige. Der Leiter der städtischen Vermessungsabteilung geht in Pension. Sein Tachymeter der Firma Trimble kam jetzt in der Spielerstadt noch einmal zum Einsatz. "Die Gäste sind aus der ganzen Welt angereist", berichtet Gaesing. Vor allem das Hotel "Venetian" hat es dem Theesener angetan. "Man fühlte sich, als sei man in Italien. Es gab Gondoliere, Brücken und Cafés." Während die übrigen Teilnehmer über Techniken referierten, sei sein Vortrag ein wenig "exotisch" gewesen. Gaesing, der 2016 das Buch "Die Kaffeevermessung", herausgebracht hatte, erzählte über seinen "Arbeitsurlaub in Nicaragua", den er komplett selber finanzierte. Die Kleinbauern in Bielefelds Partnerstadt Esteli wollten ihren Kaffee bio-zertifizieren lassen, um einen höheren Preis erzielen zu können. "Ich wollte den Bielefeld-Kaffee in Tassen während meines Vortrags im Hotel ausschenken. Das wurde aber nicht erlaubt", sagt Gaesing. Andreas Risse, Inhaber der Kaffeewelt Eisbrenner, habe deshalb Beutel mit Kaffeebohnen abgepackt. "Die habe ich dann verschenkt", berichtet der Vermessungstechniker. "Wir haben mit 20 Säcken angefangen. Inzwischen sind es acht Tonnen Fairtrade-Kaffee, die wir von der Kooperative in Miraflor erhalten", berichtet Risse für den die Unterstützung der Initiative eine Herzensangelegenheit ist. Drei Tonnen seien als Bielefeld-Kaffee in Altenhagen erhältlich. "Wir haben jetzt alles auf breite Beine gestellt. Durch die Bio-Zertifizierung erhalten die Bauern 20 Prozent mehr Geld." Die Wertschöpfungskette vom Pflücken der Kaffeekirschen über das Rösten bis hin zum Verkauf liege in Händen der Kooperative. "Mein Aufenthalt in Esteli war eine Herausforderung. Es gab keinen Strom, kein Internet, kein Auto", erzählte Gaesing vor großem Publikum. Trotzdem habe er den Menschen in Mittelamerika helfen können. Sie hätten gelernt, den bestehenden Wald als Wert zu betrachten, anstatt ihn für Feldfrüchte abzuholzen. Kaffee der Sorte Arabica brauche zum Wachsen und Reifen den Schatten hoher Bäume. Die gesamte Ausrüstung wie Vermessungsinstrumente und Auswertungsprogramme hat der Bielefelder als Spende in Esteli gelassen. "Ich wollte etwas Gutes tun", sagt Ulrich Gaesing.

realisiert durch evolver group