Jöllenbeck/Theesen In Jöllenbeck entstehen 400 neue Wohnungen

Am Nagelsholz sind die Bagger schon angerückt. An der Neulandstraße geht es im Herbst los. Neue Häuser entstehen auch an Peppmeierssiek und Wöhrmannsfeld. "Stegeisen" sorgt für Gesprächsstoff

Sylvia Tetmeyer

Jöllenbeck/Theesen. Einige Pläne schlummern jahrelang in Schubladen, andere müssen mehrfach überarbeitet werden. Weil Anwohner mit Bebauungsplänen nicht einverstanden sind, Initiativen gründen und Rechtsanwälte einschalten, können sich Verfahren ebenfalls verzögern. Für ein heftig diskutiertes Neubaugebiet gaben die Politiker im Juni grünes Licht. An der Neulandstraße könnten nun 288 Wohneinheiten entstehen. Um 25 bis 26 Wohnungen geht es am Nagelsholz und am "Stegeisen". 14 Wohnungen sollen am Peppmeierssiek gebaut werden, 10 bis 18 am Wöhrmannsfeld. Begonnen haben die Bauarbeiten am Nagelsholz. Dort wurden im vergangenen Jahr die Gebäude der Firma Nolte Parkett abgebrochen. Dann begann der Lärmschutzwall Gestalt anzunehmen. "Auf dem Erdwall befindet sich eine Lärmschutzgabione mit einem massiven Betonkern", erläutert Planer Dirk Tacke vom Büro "Hempel und Tacke". Auf 26 Grundstücken entstehen Doppel- und Einfamilienhäuser. Für die Anwohner der benachbarten Bollhof-Siedlung war wichtig, dass es keinen Autoverkehr von dem neuen Gebiet in ihre Siedlung gibt. Tacke schließt dies aus: "Es wird nur einen Fuß- und Radweg geben. Viele Familien mit Kindern haben bereits Grundstücke gekauft." Zurzeit seien noch neun Parzellen frei. Der Planer rechnet damit, dass die Erschließungsarbeiten in diesem Jahr abgeschlossen werden. "Dann können die Eigentümer mit den Häusern beginnen." Nach zähem Ringen haben die Bezirksvertreter nun auch den Bebauungsplan Neulandstraße auf den Weg gebracht. Die Wesertal Erschließungsgesellschaft - mit Sitz in Bad Oeynhausen - will hier auf rund 145 Grundstücken Häuser errichten lassen. Das städtische Bauamt rechnet mit etwa 288 Wohnungen. Davon werden 63 öffentlich gefördert. Nicht alle Eigentümer wollen verkaufen. "Die Fläche im nördlichen Teil am Schnatsweg ist erst einmal ausgeklammert", sagt Dirk Tacke. Verhandlungen mit einem Landwirt hätten bislang kein Ergebnis gebracht. Trotzdem befinde sich der Investor im Besitz von rund 75 Prozent der fast 16 Hektar großen Fläche. Im Herbst soll mit den Erschließungsarbeiten begonnen werden. Mit Mehrheit stimmten die Bezirksvertreter in der Juni-Sitzung auch für die Neuaufstellung des Bebauungsplans "Wohnen südöstlich der Kreuzung Wöhrmannsfeld/Siekmannsfeld. Hier entstehen auf zehn Grundstücken Einzel- und Doppelhäuser mit 10 bis 18 Wohneinheiten. Insgesamt ist das Gebiet 0,8 Hektar groß. "Hier geht es um Nachverdichtung", erläutert der Diplom-Ingenieur. Nicht zufrieden sind einige Anwohner mit der geplanten Bebauung zwischen Stegeisen, Freudenburg, Spenger Straße und Beckendorfstraße. In dem rund zwei Hektar großen Gebiet sollen zwei Wohngebäude mit rund 25 Wohnungen entstehen. Für das ehemalige Restaurant "O Sole Mio" gibt es eine Abrissgenehmigung. Anwohner befürchten, dass das geplante Mehrfamilienhaus zu einer Verschattung ihrer Wohnungen führt. Kritik gibt es auch an der Anzahl der Parkplätze, der Lärmemission und der Größe der Baukörper. Die Alteigentümer befürchten eine "erhebliche Wertminderung" ihrer Immobilien, nicht zuletzt durch den sozialen Wohnungsbau. Zurzeit läuft die Trägerbeteiligung. "Der Entwurfsbeschluss wird voraussichtlich im Herbst kommen", sagt Tacke. Er gibt zu bedenken, dass in das Gebäude an der Beckendorfstraße viele ältere Menschen einziehen. Deshalb würden weniger Parkplätze benötigt. Zwar scheint die Loheide geografisch eher zum Stadtteil Schildesche zu gehören. Über den Bebauungsplan mussten jedoch die Jöllenbecker Bezirkspolitiker abstimmen. Inzwischen herrscht dort , wo früher die Firma Verse produziert hat, rege Bautätigkeit. Auf 2,3 Hektar entstehen 25 Ein- und Mehrfamilienhäuser.

realisiert durch evolver group