Die Polizei musste einen Schüler aus Bielefeld abführen, er hatte Lehrer und Mitschüler mit dem Tod bedroht. - © Archivfoto Sandra Kreutzer
Die Polizei musste einen Schüler aus Bielefeld abführen, er hatte Lehrer und Mitschüler mit dem Tod bedroht. | © Archivfoto Sandra Kreutzer

Bielefeld Morddrohung gegen Lehrer und Schüler: Polizei führt Bielefelder Realschüler ab

Polizeipräsenz am Tag der Zeugnisvergabe in Jöllenbeck / Realschulleiterin richtet Brief an Eltern

Dennis Rother

Bielefeld. Die Polizei hat am Donnerstag einen Neuntklässler aus der Realschule Jöllenbeck abgeführt. Die Einsatzkräfte kamen, weil der Schüler zuvor Morddrohungen gegen Lehrer und Mitschüler ausgesprochen hatte. Tatsächliche „Tötungsabsichten" habe der Schüler laut Polizeisprecher Michael Kötter nicht gehabt. Eltern der Realschüler wurde am Freitag – dem Tag der Zeugnisvergabe – freigestellt, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken. Unverzüglich Polizei verständigt Der Schüler soll sich am Donnerstagmorgen im Gespräch mit einem Lehrer unmissverständlich geäußert haben. Zwei Lehrer und zwei Mitschüler habe er umbringen wollen. Die Schulleitung verständigte daraufhin umgehend die Polizei. Der Schüler wurde aus dem Schulbetrieb geholt und im Kommissariat nach Hintergründen befragt, so Michael Kötter. „Für uns war es ein außergewöhnlicher Einsatz." Schnell habe sich dann aber herausgestellt, dass der Schüler seine Drohungen offenbar nicht in die Tat umsetzen wollte. Etliche Einsatzkräfte vor Ort am Tag 
der Zeugnisvergabe Realschulleiterin Natascha Kunert-Möller richtete wegen des brisanten Vorfalls einen Brief an alle Eltern. „Jegliche Sachverhalte, die auch nur im Verdacht" stünden, die Sicherheit der Schüler zu beeinträchtigen, würden „sehr ernst" genommen, heißt es darin. Durch sofortigen Kontakt zu Polizei habe man nach den Drohungen „die Situation professionell einschätzen und entschärfen" wollen. Die Beamten, darunter auch der Bezirksdienst, hätten „behutsames Vorgehen" zugesichert. Der Schule verwiesen Natascha Kunert-Möller wies zudem darauf hin, dass das Kriminalkommissariat Prävention und Opferschutz der Polizei für Gespräche bereitstehe. Sie regte einen Elternabend mit Beteiligung der Fachleute an. „Die Schule hat genau richtig gehandelt", sagt Frank Elbracht. Er ist Schulpflegschaftsvorsitzender. Am Tag der Zeugnisvergabe hätten Eltern ihre Kinder nicht zuhause gelassen. Auffällig sei aber die Polizeipräsenz gewesen. Die Einsatzkräfte waren vor Ort, weil nicht klar war, ob der Schüler, der die Morddrohungen ausgesprochen hatte, am Freitag womöglich noch einmal erscheinen würde. Nach NW-Informationen wurde der Jugendliche von der Schule verwiesen. Es soll sich um einen Schüler mit Migrationshintergrund handeln. Laut Frank Elbracht könne die Integration von Kindern mit Flucht- und Migrationshintergrund in manch schwierigen Fällen besonders herausfordernd sein. Auch Vorfälle wie der am Donnerstag würden zeigen, dass die Politik Schulen mit komplexen Integrationsaufgaben nicht alleine lassen dürften.

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