Mit Schraubenschlüssel und Taschenrechner: Auszubildender zum Mechatroniker Steffen Maaß (Mitte) zeigt den Besuchern Uli Schmidt (links) und Leon Bokelmann (rechts), wie ein Förderband justiert wird. - © Kristina Grube
Mit Schraubenschlüssel und Taschenrechner: Auszubildender zum Mechatroniker Steffen Maaß (Mitte) zeigt den Besuchern Uli Schmidt (links) und Leon Bokelmann (rechts), wie ein Förderband justiert wird. | © Kristina Grube

Jöllenbeck Boge lockt zukünftige Mitarbeiter an

"Tag der Ausbildung" im Jöllenbecker Unternehmen mit virtueller Fahrt durch einen Kompressor

Kristina Grube

Jöllenbeck. Das Unternehmen Boge Kompressoren lud am Wochenende erstmalig zum "Tag der offenen Ausbildung" alle Schüler ein. Die Veranstaltung wurde von den Auszubildenden durchgeführt und umfasste ein Informationsprogramm, bei dem die Besucher an Stationen selbst Hand anlegen durften. Mit dem Tag der offenen Ausbildung sollen zukünftige Auszubildende in das Unternehmen geholt werden. Initiiert hatte das Projekt die Personalabteilung, doch die Azubis selbst haben das Programm auf die Beine gestellt und standen den Besuchern für Fragen und Gespräche zur Verfügung. "Unsere Azubis sind die besten Ansprechpartner, um authentisch zu vermitteln, was eine Ausbildung beinhaltet. Sie wissen genau, welche Fragen sie damals zu Beginn der Ausbildung hatten und wofür sie sich interessierten", sagte Personalabteilungsleiterin Helga Kasper. Zunächst wurden die Besucher über das Unternehmen informiert: mit einem Betriebsrundgang, einem Unternehmensfilm und einem Bingo-Film. Der humorvolle Krimi entstand bei der "Berufsoffensive für Ingenieure in Ostwestfalen-Lippe" und gibt einen Einblick in das Unternehmen aus Sicht neugieriger Schüler. Bei der Bewerberberatung konnten sich die Schüler informieren, wie das Verfahren abläuft und welche Unterlagen sie einreichen müssen. Nach dem Betriebsrundgang kamen sie ins Gespräch mit den Azubis. Besonders beeindruckend war der Oculus Rift, den Azubi Gerrit Koch vorstellte. Hier durften die Besucher eine Videobrille aufsetzen und eine virtuelle Fahrt durch einen High-Speed-Turbo-Kompressor erleben. Dabei konnten sie zwischen zwei Geschwindigkeiten entscheiden. "Das war wie eine Achterbahnfahrt", sagte Besucherin Elke Kleineberg. Auch ihr Sohn Henning war begeistert: "Das fühlte sich richtig real an. Man fuhr auf einer vorgegebenen Strecke durch den Kompressor, aber man konnte sich auch links und rechts alles anschauen." An drei weiteren Ständen stellten Azubis anhand von Praxisaufgaben die Ausbildungsberufe vor. Steffen Maaß war am Stand des Industriemechanikers und erklärte, wie ein Förderband mit Vereinzelungen genau justiert wird. Kevin Jonus stellte die Ausbildung zum Mechatroniker vor. Zwischendurch wurde es immer mal wieder lauter. Das knatternde Geräusch war aber kein Motorrad, sondern das Boge-Pioneer-Airbike. "Das Fahrrad wird mit Druckluft angetrieben und kann so bis zu 37 Kilometer pro Stunde schnell werden. Einen Kilometer weit kann man dann damit fahren", erklärte Bujar Rexhepi, Auszubildender zum Zerspannungsmechaniker. Das Fahrrad ist das Ergebnis eines Azubi-Projektes von Sarah Beimfohr, Gerrit Kunkel und Julian Mieser, die anderthalb Jahre daran gearbeitet haben. Der "Tag der offenen Ausbildung" fand großen Zuspruch. "Ich hatte vorher schon einmal über ein Praktikum nachgedacht, jetzt werde ich es bestimmt machen", sagte die 15-jährige Jule Quest. Der Hersteller von Kompressoren und Druckluftsystemen ist ein international tätiges Familienunternehmen, das bereits in vierter Generation geführt wird: Die Geschäftsführer sind der Urenkel des Firmengründers Otto Boge und Thorsten Meier. In Bielefeld hat das Unternehmen den Stammsitz mit rund 400 Mitarbeitern, weltweit arbeiten rund 700 Mitarbeiter für Boge.

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