Täuschend echt: Diese martialisch anmutende Bewaffnung hatte der 19-Jährige bei sich – täuschend echte Plastikwaffen. Foto: Polizei - © Polizei
Täuschend echt: Diese martialisch anmutende Bewaffnung hatte der 19-Jährige bei sich – täuschend echte Plastikwaffen. Foto: Polizei | © Polizei

Junger Mann radelt mit Sturmgewehr und Pumpgun durch Bielefeld

Verkehrsteilnehmer rufen die Polizei, als ihnen der 19-Jährige schwer bewaffnet entgegenkommt

Jens Reichenbach
10.07.2019 | Stand 10.07.2019, 16:19 Uhr

Bielefeld. Aufgeregte Verkehrsteilnehmer riefen am Dienstag, 9. Juli, den Polizeinotruf, weil ihnen auf der Potsdamer Straße ein Radfahrer mit einem Sturmgewehr in den Händen und einer Pumpgun über der Schulter begegnet war. Eine Polizeistreife eilte umgehend nach Heepen, wo sie wenig später den vermeintlich schwer bewaffneten Radler stoppte. Wie Polizeisprecherin Hella Christoph mitteilte, war der Radler gegen 14.15 Uhr auf der Potsdamer Straße in Höhe der Straße Am Vollbruch unterwegs. Wie mehrere Autofahrer der Polizei meldeten, hielt der junge Mann während der Fahrt ein Gewehr in den Händen. Eine umgehend nach Heepen geschickte Streifenwagenbesatzung erwischte den 19-jährigen Fahrradfahrer an der Straße Am Strebkamp. Pumpgun am Schulterriemen und eine Pistole im Holster Tatsächlich stellten die Beamten fest, dass der junge Mann nicht nur eine Art Sturmgewehr und eine Pumpgun bei sich trug. In einem Holster am Gürtel trug er noch eine Pistole. Als die Beamten den Radler baten, auch noch seine Tasche zu öffnen, fanden sie noch zwei weitere Waffen sowie Magazine. Zur Beruhigung der Sicherheitslage handelte es sich bei der Munition um „Hydrogelkugeln" und sonstiges Zubehör, das bei Paintball-Spielen eingesetzt werden. Die Waffen waren also aus Plastik, die Munition ist zwar bei Treffern schmerzhaft, hinterlässt aber nur eine Farbmarkierung. Haben die Autofahrer also vorschnell die Polizei gerufen? Das kann man sicherlich so nicht behaupten. Polizeisprecherin Hella Christoph betont: „Bei den gefundenen Waffen handelt es sich um Anscheins-Waffen. Auf den ersten Blick sind diese Waffen nicht von echten Waffen zu unterscheiden." Erst bei genauerer Untersuchung sei den Polizisten aufgefallen, dass es sich um sogenannte Hydrogel-Waffen handelte. Verstoß gegen das Waffengesetz: Kaum von echten Gewehren zu unterscheiden Deshalb ist der offene Transport solcher Waffen im Straßenverkehr nach dem Waffengesetz verboten. Der 19-Jährige erhält nun eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz.

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