Auf voller Kehle: Der Siegerhahn krähte 57-mal. In einer halben Stunde (Symbolbild). - © pixabay / creative commons
Auf voller Kehle: Der Siegerhahn krähte 57-mal. In einer halben Stunde (Symbolbild). | © pixabay / creative commons

Bielefeld Kurioser Vereinssport: Auf der Suche nach dem Super-Kräher

Dieses Hobby braucht eine tolerante Nachbarschaft... In Altenhagen haben sich Besitzer von Hähnen getroffen, um ihre Lieblinge um die Wette krähen zu lassen. Der Gewinner krähte in einer halben Stunde 57-mal!

Bielefeld-Altenhagen. Wer ist der Super-Kräher unter den Hähnen? Um das rauszufinden, sind gleich 40 Schreihälse des männlichen Federviehs in Altenhagen gegeneinander angetreten. Mitglieder verschiedener Vereiner kamen am Wochenende mit ihren lautstarken Hähnen zum Vereinsheim an der Brönninghauser Straße. Eingeladen hatte der Rassegeflügelzuchtverein (RGZV) Altenhagen die Geflügelfreunde aus der Region. Im Mittelpunkt: das Kikeriki... oder besser das "Kräh". Ausschlaggebend ist nicht die Melodie Die Jury bewertet nicht melodische Klangfolgen der Gockel, ausschlaggebend ist allein die Anzahl der Schreie. Die Spielregeln für die Hähne gehen so: Zweimal 15 Minuten können die Männchen verschiedener Rassen in ihren Käfigen alles geben. Vor ihnen sitzt eine achtköpfige Jury aus der Jugend des RGZV Altenhagen. „Wir haben uns aufgeteilt, wer welche Hähne beobachtet", erklärt Jurymitglied Michelle. Von den von ihr beobachteten Tieren macht sie auf einer Liste immer dann einen neuen Strich, wenn der Hahn ein „Kräh" von sich gegeben hat. „Die Tradition des Hähne-Kräh-Wettbewerbs gibt es bei uns schon seit mehr als 40 Jahren", sagt Sascha Quisbrock, 1. Vorsitzender des RGZV. Gestartet sei man damals auf dem Franzhof. „Ich bin mit meinem Vater zum Hähnekrähen gegangen, da hatten wir selbst noch kein Geflügel." Seit einigen Jahren findet das Wettschreien am Vereinsheim des RGZV hinter dem Bestattungsinstitut von Dieter Quisbrock statt. „Eigentlich geht es uns viel mehr um das ganze Drumherum, das gesellige Beisammensein bei dem guten Wetter", sagte Quisbrock. Wanderpokal für Hahn-Besitzer Aber Wettbewerb ist Wettbewerb: Pokale gab es deshalb trotzdem zu gewinnen. Erstmals haben die Organisatoren einen Wanderpokal dafür angeschafft. „Das ist der Mannschaftspokal. Die drei Tiere mit den meisten Schreien aus jedem Verein werden zusammengezählt. Die meisten Schreie gewinnen." Gewonnen hat das Team des Geflügelzuchtvereins Detmold, Altenhagen erreichte den zweiten Platz, drittplatziert ist der Verein aus Schötmar, Bad Salzuflen. Für die Jugend gab es eigene Pokale und Medaillen: Der Hahn von Michelle, Isabell und Fiona Quisbrock hat 33 Mal gekräht und gewonnen. 57-mal Krähen in 30 Minuten Und wer wurde der Super-Kräher? Der Hahn des Detmolder Jürgen Skrabanik ist ein richtiger Schreihals und krähte gleich 57 Mal in den 30 Minuten. „Es traten nur Hähne an, weil Hühner nur leise gackern", erklärte Quisbrock. Einigen Tieren war wohl auch nicht nach Krähen – sie legten sich hin und hielten den Schnabel.

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