Diese Wohnungen werden bald frei: Stefan Matulla, Renate Jungnitsch und Manfred Bödeker (v. l.) an der Segeberger Straße im Heeper Süden. Sie haben die Initiative "Nachbarn Heepen" gegründet. - © Andreas Zobe
Diese Wohnungen werden bald frei: Stefan Matulla, Renate Jungnitsch und Manfred Bödeker (v. l.) an der Segeberger Straße im Heeper Süden. Sie haben die Initiative "Nachbarn Heepen" gegründet. | © Andreas Zobe

Heepen Ehemalige Engländer-Siedlung in Heepen soll neu gestaltet werden

Liegenschaften: "Nachbarn Heepen" setzt auf generationsübergreifende Wohnmodelle in der Siedlung "Am Dreierfeld"

Heepen. Bis 2019 werden die britischen Streitkräfte Bielefeld verlassen. Frei werden dann etliche Wohnungen im gesamten Stadtgebiet, in denen die Soldaten derzeit noch mit ihren Familien leben. Anwohner und Nachbarn der Siedlung "Am Dreierfeld" im Heeper Süden haben jetzt eine Bürgerinitiative gegründet, um sich an der Gestaltung und der zukünftigen Nutzung der Liegenschaften zu beteiligen. Die Mitglieder wünschen sich bei der Konversion, also der Umnutzung der von der britischen Rheinarmee genutzten Liegenschaften, Bürgerbeteiligung. Eines nämlich wollen sie auf keinen Fall: einen sozialen Brennpunkt entstehen lassen. "Wir wollen den positiven Charakter der Siedlung erhalten und weiterentwickeln", sagt Stefan Matulla von der Initiative. "Nicht Interessensgruppen aus anderen Stadtteilen Bielefelds, sondern wir als direkte Nachbarn wollen unsere Ideen und Vorschläge einbringen." Matulla ist in der Gegend aufgewachsen, hat dort ein Haus gekauft. Und auch seine Mitstreiter Regina Jungnitsch und Manfred Bödeker leben dort. Sie schätzen die familienfreundliche Atmosphäre nahe der Potsdamer Straße. "Hier wird eine ruhige Wohnlage mit einer guten Verkehrsanbindung kombiniert", sagt Bödeker. Spielplätze gibt es in der Siedlung, die Innenstadt ist mit dem Bus im 10-Minuten-Takt zu erreichen. Auch Einkaufsmöglichkeiten, Apotheke, Ärzte und Schulen seien um die Ecke. Noch wohnen Familien in den 60er-Jahre-Bauten. "Auch in Zukunft soll unsere Siedlung Wohnraum für junge Familien bieten", sagt Jungnitsch. Der Bedarf sei da. "Es gibt junge Familien, die in der Stadt wohnen und nicht ins Umland ziehen wollen", erklärt Matulla. Auch Baudezernent Gregor Moss würde verhindern wollen, dass Familien, die eigentlich in Bielefeld bauen möchten, ins ländliche Umland abwandern, sagt der Initiativen-Sprecher. Da in der Unistadt Bielefeld auch Wohnraum für Studenten fehle, sei es denkbar, dass ein Reihenhausblock für Studenten-WGs zur Verfügung gestellt wird. Innerhalb der Siedlung, in der sich bereits ein Gemeinschaftshaus befindet, könnte auch eine Kita oder ein Generationentreff für Jung und Alt eingerichtet werden, so die Pläne der Initiative. Wie genau die Liegenschaften, die derzeit noch dem Bund gehören, genutzt werden könnten, hänge auch vom baulichen Zustand ab. Den aber könne die Initiative nicht bewerten, da eine Besichtigung bislang nicht zugelassen worden sei. Deshalb wisse man auch nicht, wie viele Wohnungen sich in der Siedlung genau befinden. Matulla & Co. wollen sich an einem Runden Tisch zum Thema, den die Stadt ins Leben gerufen hatte, beteiligen. Dort sollen Wohnkonzepte erarbeitet werden. Er weiß, das Thema Konversion hat auch andere Initiativen auf den Plan gerufen: etwa die BISS (Bielefelder Initiative für sozialökologische Stadtentwicklung), die sich dafür einsetzt, bei der Konversion sozial benachteiligte Schichten zu berücksichtigen. "Es gibt verschiedene Gruppierungen, die Bedarf haben", sagt Matulla. Jetzt gelte es, Lösungen zu finden. Infos: nachbarn-heepen.de

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