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Hans-Werner Bruns von der Bädergesellschaft stellte sich den Fragen der Bürger. Die saßen im Begegnungszentrum Pellahöhe in zwei Flügeln: Links in vorderster Reihe Kinder mit Transparenten, rechts weitere Bürger, einige mussten stehen. - © FOTOS: ANDREAS FRÜCHT
Hans-Werner Bruns von der Bädergesellschaft stellte sich den Fragen der Bürger. Die saßen im Begegnungszentrum Pellahöhe in zwei Flügeln: Links in vorderster Reihe Kinder mit Transparenten, rechts weitere Bürger, einige mussten stehen. | © FOTOS: ANDREAS FRÜCHT

Gadderbaum Zwischen Wut und Wille

Gestern Abend: 170 Gadderbaumer fordern eine Zukunft für das Freibad

VON KURT EHMKE
10.01.2013 | Stand 09.01.2013, 22:02 Uhr

Gadderbaum. Die Gadderbaumer haben das Zeichen gesetzt, auf das viele gehofft hatten: 170 Kinder und Erwachsene kamen gestern Abend in die Pellahöhe, um bei einer außerordentlichen Sitzung des Freibad-Fördervereins zuzuhören, ihrem Unmut Luft zu machen sowie Fragen zu stellen. Am Rande wurde bekannt, dass der Vorstand der von Bodelschwinghschen Stiftungen Oberbürgermeister Pit Clausen in einem Brief auffordern will, das Bad als inklusives Bad zu erhalten. Zudem wurden allein am Abend gut 1.000 Unterschriften pro Bad übergeben.

Die Stimmung ist emotional: Während sich Hans-Werner Bruns von der Bädergesellschaft BBF eher sachlichen Fragen stellen muss, ernten einzelne Politiker harsche Kritik. Bruns erklärt, dass er bis 20. Februar, wenn der BBF-Aufsichtsrat tagt, Finanz-Fakten vorlegen muss: "Für Abriss, Teilsanierung, Sanierung." Er sagt auch, dass der abrutschgefährdete Hang am Bad "nicht rutschgefährdet ist, solange kein Wasser mehr nachfließt".

Teilweise wütend und empört reagieren viele der Bürger, als Grünen-Ratsherr und BBF-Aufsichtsratsmitglied Klaus Rees darlegt, dass der Freibad-Beschluss des Rates aus 2010 "Das Freibad wird erhalten mit dem Ziel der Sanierung" nicht bedeute, dass das Bad erhalten werde.

Da hagelt es Zurufe von "Wortklauberei" bis "Verarsche". Rees: "Das ist damals das Prinzip Hoffnung gewesen." Zuruf: "Na, das war ja ein billiger Beschluss." Vera Höxter aus dem Fördervereinsvorstand: "Wenn Ratsbeschlüsse nur die Dokumentation des Bemühens sind, was soll denn der Bürger dann noch glauben?" Bezirksbürgermeisterin Barbara Schneider (SPD, auch Ratsmitglied): "Das war damals das Maximale, was ging." Alles in der Hoffnung auf bessere Zeiten. Und sie habe noch immer die Hoffung auf eine Sanierung. Dazu sagt BBF-Geschäftsführer Bruns: "Ich sehe nirgendwo in der Stadt das Geld dafür."

Klaus-Dieter Lichtenberg sagt als EVKB-Mitarbeitervertreter: "Die Stadtwerke, denen die BBF gehört, sollten nach Finanzierungsmöglichkeiten suchen." Anderer Vorschlag von Harald Hampel, ex-Fördervereinsvorsitzender: "Ein Bethel-Spendenprojekt für ein Bethel-Freibad."

Auf der Ebene der Glaubwürdigkeit wurde auch Oberbürgermeister Pit Clausen angegriffen, der zum Jahresende von einem Erfolgsjahr und acht Millionen Euro für Bäder und ÖPNV sprach, acht Tage später von dramatischen Haushaltslagen.

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