Fühlen sich sauwohl in Olderdissen - das soll auch so bleiben. - © Foto: Kurt Ehmke
Fühlen sich sauwohl in Olderdissen - das soll auch so bleiben. | © Foto: Kurt Ehmke

Bielefeld Ideen der Bielefelder für den Tierpark gesucht

Im Herbst fällt die große Hockey-Fläche zurück an die Stadt und damit an Olderdissen

Bielefeld. Es ist eine riesige Fläche direkt im Tierpark, eine Art Filetstück, wie es bei Immobilienmenschen wohl heißen würde. Nun fällt das Filetstück, das ein paar wenige Hockey-Spieler an ein paar wenigen Tagen im Jahr genutzt hatten, an die Stadt als Eigentümer zurück. Der Pachtvertrag ist zum September gekündigt. Und nun? Was soll neben Streichelzoo und Spielplatz entstehen? Tierparkleiter Herbert Linnemann hat Ideen, gibt sich aber sehr zurückhaltend. Er sagt nur: „Wir haben den Auftrag, zu prüfen, wie wir die Fläche in den Tierpark integrieren können." Der verantwortliche städtische Umweltbetrieb wird dabei von Politikern skeptisch gesehen. So heißt es bei FDP und CDU vielsagend: „Wir möchten sehr bewusst lieber die Bürger und die Politik mit planen lassen, damit am Ende nicht nur 08/15 herauskommt." Das sagt Werner Thole (CDU) – und Jan Maik Schlifter (FDP) bemüht sich um einen letzten Schliff für den Satz: „Wir sehen dann eine bessere Chance, jenseits von 08/15 in der Planung zu landen." Deshalb haben die Parteien eine Internetplattform eingerichtet, auf der sich Bürger bis Ostern mit Vorschlägen einbringen können und sollen. Zu groß sei nun die Chance, den extrem beliebten und imagebildenden Tierpark Olderdissen noch einmal gewaltig aufzuwerten. Zumal bekannt ist, dass die Tierparkleiter von Brekenkamp bis Linnemann immer umschwärmt werden von möglichen Sponsoren – es gehört zum guten Ton, den bundesweit einmaligen Park intensiv zu unterstützen. FDP ist für sorgfältige Planung Jasmin Wahl-Schwentker (FDP) hält dabei eine sorgfältige Planung für wichtig, „es ist im Tierpark oft so voll, dass die gute Stimmung gegenüber Olderdissen auch mal kippen könnte". Es müsse auf mehreren Ebenen entzerrt werden – vom Spielplatz über die Park- und Anfahrsituation bis hin zu alten und neuen Gehegen. Das entspricht dem, was auch Linnemann immer wieder moniert hatte. Auf dem nun bald freien Grundstück sieht er sowohl Gehege- als auch Spielplatznutzungen. Parkplätze aber nicht. Das sehen FDP und CDU genauso. Ein Parkleitsystem wäre aus FDP-Sicht eine wichtige Zukunftsaufgabe, so könnte bereits bei der Anfahrt vom Johannistal aus eine Anzeige über den vollen Tierpark-Parkplatz informieren – und auf den ebenfalls 500 Plätze starken Johannisberg verweisen. Zu Fuß sind es von dort keine zehn Minuten zum Tierpark, das Herumgekurve auf dem vollen Olderdissen-Parkplatz könnte minimiert werden. Doch nun soll der Ideenwettbewerb erst einmal die neue Fläche beackern. Denkbar seien Gehege mit alten Haustierrassen, ist aus der Politik und aus dem Tierpark zu hören. Heimisch sollte es schon sein. Linnemanns Vorgänger Volker Brekenkamp hatte auch schon einmal von Elchen und von einem Robbenbereich zu träumen gewagt. Das sagen die Bürger Und die Bürger? Zwei sind am Samstag in Olderdissen, beide mit Partner und Kleinkind. Patrick Glodek: „Olderdissen ist ein Tierpark und kein Zoo oder Zirkus. Es sollten neue heimische Tiere hinzukommen – der Spielplatz ist doch groß genug. Toll wäre ein größerer Bereich, in dem Kinder Tieren sehr nahe kommen können, auch mit Streichelmöglichkeiten." Sarah Ristau sagt: „Parkplätze braucht es keine neuen, es sind genug und es gibt auch Bus und Bimmelbahn. Eine größere Spielfläche, gerne auch mit Wasserspiel, das wäre gut. Drumherum ein paar neue Gehege, vielleicht mit Rotfüchsen – gerne. Aber eigentlich hat Olderdissen schon wirklich ein tolles Angebot." Zurück zur Politik: Von allen gewürdigt wird, dass sich Arminia um Präsident Hans-Jürgen Laufer sehr kooperativ verhalten habe – und dass die Sportlerhütte weiter vom DSC genutzt werden dürfe, sei ein guter Kompromiss. Carsten Krumhöfner (CDU): „Wir haben über alles sehr gute Gespräche mit Arminia geführt." Das Tierwohl soll an erster Stelle stehen Nun also kann der nächste Schritt gegangen werden. Dass dabei das letzte Wort die Fachleute des Tierparks haben sollten, ist in Gesprächen mit diesen klar herauszuhören. Die Sorge schwingt mit, von Politik und Bürgern zu waghalsigen Zielen getrieben zu werden; das Tierwohl müsse an erster Stelle stehen, ist zu hören. Das können die Bürger ja mitnehmen, wenn sie bei Facebook diskutieren und sich kreativ einbringen hier im Internet.

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