Hier sollen drei Neubauten entstehen: Unterhalb des Kletterparks (Bildmitte, links) auf dem Johannisberg soll oberhalb der Straße Johannistal die Villa mit der Hausnummer 48 abgerissen werden – an ihre Stelle sollen (hier grob eingezeichnet) drei Neubauten kommen. - © Wittig
Hier sollen drei Neubauten entstehen: Unterhalb des Kletterparks (Bildmitte, links) auf dem Johannisberg soll oberhalb der Straße Johannistal die Villa mit der Hausnummer 48 abgerissen werden – an ihre Stelle sollen (hier grob eingezeichnet) drei Neubauten kommen. | © Wittig

Bielefeld Große Neubaupläne: Ärger um Geheimnistuerei im schicken Bielefelder Johannistal

Nachdem der Baudezernent nichtöffentlich über besondere Baupläne informierte, soll nun doch die Öffentlichkeit ins Boot geholt werden. Es geht um eine alte Villa und drei große Mehrfamilienhäuser

Kurt Ehmke

Gadderbaum. Im Bielefelder Johannistal soll neu gebaut werden: Fast genau gegenüber dem kleinen Teich plant eine Erbengemeinschaft offenbar den Neubau dreier Mehrfamilienhäuser auf dem Grundstück einer heute noch vorhandenen Villa, die abgerissen werden soll. Anwohner sollen von den Plänen wenig halten, der Politik in Gadderbaum wurden die Pläne nicht-öffentlich vorgestellt – für viele überraschenderweise von Bau-Dezernent Gregor Moss persönlich. Deutlich wurde schnell: Die Bezirksvertreter waren nicht bereit, eine Art Begrüßungsbeschluss für das Bauvorhaben zu fassen. Zu viele Fragen seien offen geblieben, ist zu hören. Auch die Anwohner sollten gehört werden. Deshalb hat nun die Bezirksvertretung selbst zu einer Einwohnerversammlung am Dienstag, 11. September, eingeladen. Ab 19.30 Uhr soll im Gemeinschaftshaus Bolbrinker am Bolbrinkersweg 33 über die Ideen und Pläne informiert werden. Auch Gregor Moss soll vor Ort sein, teilt die Stadt mit. Rätsel um Bauherren Derzeit sollen die Pläne einerseits den Abriss der hinter Bäumen fast versteckt oberhalb der Straße Johannistal liegenden Villa mit der Hausnummer 48 vorsehen – und andererseits den Bau von drei großen Mehrfamilienhäuser beinhalten. 14 Wohnungen weit oberhalb der 100-Quadratmeter-Größe sollen geplant sein. Teilweise sollen die Wohnungen sehr groß geschnitten sein, mit Wohnzimmern jenseits der 60-Quadratmeter-Liga. Gut 2.100 Quadratmeter Wohnraum sollen entstehen. Die Gebäude sollen ein Kellergeschoss erhalten – sowie zwei Vollgeschosse; und auf diesen dann noch ein Staffelgeschoss als Penthouse-Bereich. 30 Parkplätze sollen unterirdisch angelegt werden. Angefahren werden sollen sie vom Johannistal aus. Wer die Bauherren sind und wer die Gebäude plant, ist bisher öffentlich nicht bekannt. Für das Bauprojekt am Waldrand sollen auch mehrere Bäume auf dem Grundstück gefällt werden. Bezirksbürgermeisterin Hannelore Pfaff, die zu der Info-Veranstaltung eingeladen hat, sagt: „Sicherlich kann da gebaut werden und muss nicht immer alles so bleiben wie es ist – aber ich finde, dass das so zu intensiv geplant ist." Pfaff weiter: „Etwas angemessener sollte die Planung für das Gebiet schon ausfallen."

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