Termin am Betheleck: Bezirksbürgermeisterin Hannelore Pfaff und Ole Heimbeck diskutieren mit Christian Glasl (hinten, von links) und weiteren Politikern und Planern die Lage am Betheleck. - © FOTO: KURT EHMKE
Termin am Betheleck: Bezirksbürgermeisterin Hannelore Pfaff und Ole Heimbeck diskutieren mit Christian Glasl (hinten, von links) und weiteren Politikern und Planern die Lage am Betheleck. | © FOTO: KURT EHMKE

Gadderbaum Bethel-Eck bleibt Problem-Eck

Vor Ort treffen sich Politiker und Planer

Kurt Ehmke

Gadderbaum. Das Bethel-Eck bleibt der Ort, an dem der Verkehr Politikern und Planern Kopfzerbrechen bereitet. Das aber auf unterschiedliche Art und Weise. Während die Bezirksvertreter immer wieder pragmatisch auf die Risiken hinweisen, die das Durcheinander von Autofahrern, Radfahrern, Lieferfahrzeugen, Rettungswagen, Fußgängern, Menschen mit Behinderung und Schülern mit sich bringt, haben Mitarbeiter des Amtes für Verkehr einen anderen Blick. Sie müssen Zahlen bewerten. Teamleiter Christian Glasl zuckt mit den Schultern, sagt: "Es gibt hier keinen Unfallschwerpunkt." Damit seien ihm schon die Hände weitgehend gebunden, sogar, wenn er persönlich die Lage am Bethel-Eck auch unübersichtlich findet - und auch, wenn er selbst sieht, dass es mächtig durcheinander geht. Ähnlich hatte sich seine Kollegin Simone Brakmann schon geäußert, als es darum ging, die entfernten Zebrastreifen auf Kantensiek und Königsweg wieder einzurichten - und damals betont, die Mehrzahl der Menschen ginge eh nicht über die Streifen, sondern einfach quer über die Straße. Nun, beim Vor-Ort-Termin, um den die Politiker gebeten hatten, sagte sie nur: "Kein Kommentar." Glasl hingegen ging mit Politikern in verschiedene Bereiche, diskutierte diese, sagte: "Ich sehe, dass es viel Verkehr gibt, aber objektiv gesehen gibt es andere Bereiche in der Stadt, an denen es mehr Handlungsbedarf gibt." Er müsse schlicht die Unfallstellen zuerst im Blick haben, das Geld sei knapp. Bethel-Ortschaftsreferent Fred Müller versteht das, sagt aber auch, dass es in Bethel als besonderem Ortsteil eine andere Perspektive geben müsse. Seine Kollegin aus der Bethel-Planung, Iris von der Gracht, sagt: "Es muss berücksichtigt werden, dass es hier einen anderen Personenkreis gibt, eine breite Rücksichtnahme ist unser großes Thema in Bethel." Natürlich gebe es Richtlinien, aber es müsse auch versucht werden, "positiv im Rahmen der Interpretationsspielräume zu arbeiten". Müller ärgert, dass manchmal nicht einmal vermeintlich unscheinbare Lösungen wie ein Spiegel auf der Sparkassenseite oder ein Zebrastreifen von der Bethel-Hauptverwaltung zum Bäcker möglich sind. Ole Heimbeck (SPD) hofft, "dass vielleicht das ganze Bethel-Eck Tempo 30 bekommen kann". Das sei möglich, habe ihm die Stadt gesagt. Dietrich Kögler (CDU) ist einerseits verärgert und sagt: "Die kennen doch nur ihre Paragrafen" - andererseits trauert er noch der vor Jahren am Geld gescheiterten großen Lösung fürs Betheleck hinterher, der "Gadderbaumer Pflaume", die von einigen auch Ellipse oder Oval genannt wird - einer kompletten Neuordnung des Verkehrs am Betheleck durch Straßen, die in einer Art Oval verlaufen würden. Iris von der Gracht hofft ebenfalls auf eine große Lösung, "auf ein Gesamtkonzept - aber das braucht Zeit". Und Geld, wie alle wissen - und, wie Müller, der Linie 5 hinterhertrauern, denn sie hätte vielleicht die Chance auf Gelder für ein neu geplantes Bethel-Eck mit sich gebracht. Bezirksbürgermeisterin Hannelore Pfaff (Grüne) will jedenfalls nicht locker lassen, wie auch Barbara Schneider (SPD): "Wir haben ja einen Film produzieren lassen, der zeigt, was hier morgens so geschieht am Betheleck." Heimbeck sieht auch Bethel in der Pflicht, wenn es um das Betheleck geht: "Bethel muss stark darauf drängen, dass Mitarbeiter den ÖPNV nutzen, dass die Autos eher draußen bleiben." Dass nun Parkhäuser am Rande Bethels entstehen sollen, sieht er sogar eher kritisch: "Jedes Parkhaus, jeder Parkplatz, jede Straße zieht neuen Verkehr an, erzeugt Autoverkehr." Als Utopie bezeichnet er Köglers Vision, die Menschen mit Shuttlebussen nach Bethel zu bringen. Für Bethel versucht Iris von der Gracht aber auch, die Stadt etwas aus der Kritik zu nehmen: "Das Interesse, die Probleme zu lösen, ist da, wir arbeiten in vielen Bereichen sehr gut zusammen." Blickt Kögler aber auf die Haushaltslage, ist er "skeptisch, dass wir da bis 2020 etwas bewegen werden".

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