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Bundesverfassungsgerichts-Präsident Andreas Voßkuhle nimmt in einem Vortrag die Uni aufs Korn. - © Dennis Angenendt
Bundesverfassungsgerichts-Präsident Andreas Voßkuhle nimmt in einem Vortrag die Uni aufs Korn. | © Dennis Angenendt

Bielefeld Mythen und Wahrheiten: Was man am Verfassungsgericht über die Uni weiß

Im Rahmen eines Empfangs nimmt Andreas Voßkuhle in seinem Festvortrag die Uni Bielefeld unter die Lupe

Jemima Wittig
04.10.2019 | Stand 05.10.2019, 14:54 Uhr

Bielefeld. Rund 500 Menschen in dunklen Anzügen und Kostümen haben sich im Audimax der Bielefelder Universität versammelt. Im Jubiläumsjahr gab es zum 50. der Uni schon einige Veranstaltungen. Nachdem vor gut drei Wochen die ganze Stadt mit einbezogen wurde, ist man an diesem Abend wieder etwas mehr unter sich. Nach diversen Ehrungen hält Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichts, den Festvortrag. In „Der Blick von außen – Mythen und Wahrheiten über die Universität Bielefeld" nimmt er die Hochschule als Außenstehender unter die Lupe. „In den letzten 50 Jahren hat die Universität Bielefeld eine große Strahlkraft über die Grenzen von Ostwestfalen-Lippe hinaus entwickelt", beginnt der gebürtige Detmolder. In Karlsruhe habe er derart viele Kollegen mit einer Bielefelder Vergangenheit, dass es ihm bei seiner Recherche nicht an Gesprächspartnern gemangelt habe. Allein drei seiner derzeitigen Kollegen hätten einen Lehrstuhl in Bielefeld gehabt. Auch sein Vorgänger, Hans-Jürgen Papier, habe in der Leineweberstadt gelehrt. Ein geheimer U-Bahn-Hof unter der Uni? Der erste Mythos, den Voßkuhle so gesammelt hat, betrifft das Gebäude: Es sei so groß, dass es nicht wie sonst üblich in Fußballfeldern aufzurechnen sei. „Man ist eher geneigt, das Saarland als Bezug zu nehmen", meint er. Der Zweckbau beherberge alles, was man zum Leben brauche. Ob sich ein nie in Betrieb genommener U-Bahn-Hof unter der Uni befinde, darüber dürfe er als Verfassungsorgan allerdings nicht sprechen. Nach einem längeren Vortrag, was die Uni hat, was sie nach Fertigstellung der Sanierung haben wird und dem Hinweis, dass sich die Kritiker des neuen Uni-Logos schon noch daran gewöhnen würden (ein Hinweis, der mehrere Lacher erntet), kommt er zu dem zweiten Mythos: Das studentische Leben. So könne er sich zum Beispiel nicht vorstellen, dass die Studierenden im Sommer lieber auf dem gepflasterten Siegfriedplatz sitzen würden, als im weichen Gras im nahen Bürgerpark. Voßkuhles letzter Mythos bringt wieder seine Kollegen, die Juristen, ins Spiel: An anderen Universitäten sei seiner Meinung nach eine Jura-Band nicht denkbar. Ihretwegen zitiert er zum Abschluss seines 35-minütigen Vortrags den Musiker Neil Young und wünscht der Universität für die Zukunft: „Keep on rocking".

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