Freude: Gundula Diering gießt in ihrem Garten nicht. Trotzdem gedeiht alles prächtig. Unter den hellen Fontäne-Gräsern sprießen schon wieder grüne Blätter. Das Buschbasilikum neben den Buchsbäumen zieht zahlreiche Bienen und Hummeln an. - © Sylvia Tetmeyer
Freude: Gundula Diering gießt in ihrem Garten nicht. Trotzdem gedeiht alles prächtig. Unter den hellen Fontäne-Gräsern sprießen schon wieder grüne Blätter. Das Buschbasilikum neben den Buchsbäumen zieht zahlreiche Bienen und Hummeln an. | © Sylvia Tetmeyer

Niederdornberg Ein Bielefelder Traumgarten - der nicht gegossen werden muss

Gundula Diering nutzt seit über sieben Jahren ein Bodengranulat, das die Wurzelentwicklung fördert und für eine Verbesserung des Wasserhaushaltes sorgt

Sylvia Tetmeyer

Niederdornberg-Deppendorf. Mannshohe Gräser wiegen sich im Wind, lilafarbene Verbenen locken mit ihrem Blütenduft zahlreiche Schmetterlinge, Bienen und Hummeln an. "Auch bei über 30 Grad gieße ich in meinem Garten nicht", sagt Gundula Diering. Seit rund sieben Jahren verwendet die Deppendorferin stattdessen ein Bioprodukt, mit dem sie die Struktur ihres Bodens verbessern kann. "Ich füttere die Regenwürmer", sagt die 61-Jährige und lacht. Die Methode sei nicht neu (siehe: Infokasten). Durch die Verwendung des Granulats - auch in der Landwirtschaft - könne weitestgehend auf Kunstdünger verzichtet werden. "Die Pflanzen speichern das Wasser besser", erläutert Ehemann Hartwig Diering, der als Nebenerwerbslandwirt Feldfrüchte und Getreide auf rund 50 Hektar anbaut. Guter Umgang mit Extremsituationen So könnten sie gut mit Extremsituationen, wie sie in den vergangenen Wochen geherrscht haben, umgehen. Während die Landwirte im Bielefelder Süden teilweise hohe Verluste beklagen, würden die Erträge bei ihm nach Einholung der Ernte um 10 bis 20 Prozent niedriger liegen. "Natürlich speichert der Lehmboden das Wasser generell besser als Sandboden", räumt Diering ein. Das Bioprodukt führe jedoch zu einer besseren Wurzelbildung. Dadurch könnten vorhandene Nährstoffvorräte besser erschlossen werden. "In Jahren wie diesem wird Wasser immer wichtiger", sagt der Nebenerwerbslandwirt. Inzwischen habe sein Boden eine krümeligere Struktur als vor dem Einsatz des Präparates. Das bestätigt auch Ehefrau Gundi. In ihrem Gräser-, Wind- und Kräutergarten, den sie 1999 von ihrer Großtante Frieda geerbt hat, wird nicht gehackt: "Dadurch kann auch keine Bodenfeuchtigkeit verdunsten." Der Morgentau sammele sich auf den Gräsern und sorge für Feuchtigkeit. "Ich möchte die Natur sich selbst überlassen. Einige Pflanzen haben zwar trockene Blätter, sie entwickeln dafür aber viele Blüten", sagt die 61-Jährige und zeigt auf eine Gruppe von Anemonen. Zäune gibt es in ihrem Traumgarten nicht, auch Pflanzen wie die Brennnessel haben darin eine Chance. "Davon ernähren sich die Raupen des Tagpfauenauges", weiß die Deppendorferin. In diesem Jahr habe sie die Raupen abgesammelt und den hübschen Falter gezüchtet. "Nach und nach sind 200 Schmetterlinge geschlüpft."

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