Ein langes Stück: Die Hauptstraße in Brackwede soll ab Sommer 2020 umgebaut und drei Hochbahnsteige eingebaut werden. Vor der Bauzeit fürchten sich vor allem die Geschäftsleute. - © Jens Reddeker
Ein langes Stück: Die Hauptstraße in Brackwede soll ab Sommer 2020 umgebaut und drei Hochbahnsteige eingebaut werden. Vor der Bauzeit fürchten sich vor allem die Geschäftsleute. | © Jens Reddeker

Brackwede Überraschung: Umbauzeit der Bielefelder Hauptstraße dauert länger als gedacht

Ein Teil der zu klein dimensionierten Kanäle muss erneuert werden. Einen kleinen Lichtblick gibt es dennoch. Die Vollsperrung weicht der "halbseitigen Befahrbarkeit" während der Bauphase

Brackwede. Schlechte Neuigkeit: Der Umbau der Hauptstraße wird möglicherweise sogar länger als 18 Monate dauern. Von einer Verkürzung auf zwölf Monate, wie im Vorjahr in der Bezirksvertretung diskutiert, kann schon gar keine Rede sein. Es hat sich herausgestellt, dass in einem Teilabschnitt die Kanäle zu klein dimensioniert sind und als erstes erneuert werden müssen. Die Stadtbahnlinie 1 wird in dieser Zeit nicht fahren können. "Diese Information hat uns im Dezember erreicht", sagt Dirk Vahrson vom Amt für Verkehr auf Nachfrage der NW. Und es sei unklar, ob auch die Stadtwerke im Bereich von Gas, Wasser und Strom noch Bedarf haben. Das soll sich in den nächsten 14 Tagen klären. Doch es sei jetzt schon klar, dass auf die genannten 18 Monate "ein Zeitpuffer draufgepackt werden muss". Bauzeitenplan wird im März der Politik vorgestellt Die Hauptstraße wird von der Gaswerkstraße bis zur Jenaer Straße um- und drei Hochbahnsteige eingebaut. Der betroffene Kanalabschnitt befindet sich laut Vahrson im zentralen Bereich Brackwedes Richtung Berliner Straße. Dort wo das Gefälle der Hauptstraße am größten ist und das hydraulische Fassungsvermögen der Rohre nicht ausreicht. Es handelt sich schätzungsweise um einen bis zu 400 Meter langen Abschnitt. Das Amt für Verkehr will einen verbindlichen Bauzeitenplan in der März-Sitzung der Bezirksvertretung Brackwede vorstellen. Entgegen früherer Aussagen soll die Hauptstraße während der Bauarbeiten nur halbseitig gesperrt werden. Dadurch, dass alle Gingko-Bäume entfernt und später durch Neuanpflanzungen ersetzt werden, kann der Arbeitsraum soweit Richtung Straßenrand verschoben werden, dass ein Vorbeifahren ermöglicht werden kann. Die Hauptstraße wird allerdings zur Einbahnstraße, innerhalb der Baustelle soll es in gewissen Abständen Querungshilfen für die andere Fahrbahn geben. Vahrson spricht von einer "eingeschränkten Befahrbarkeit" und dass die Hauptstraße für "Anlieger" befahrbar sein soll. Das "halbseitige Konzept" werde aber bei Bedarf "nachjustiert", wenn es der Arbeitsschutz oder der Bauablauf erforderlich mache. Man müsse eben den Kompromiss finden zwischen einer schnellen Bauzeit und dessen, was die Betroffenen ertragen könnten. "Aber", sagt Vahrson bedauernd, "ich fürchte, dass es länger geht." Es werde geprüft, ob nicht noch irgendwo Luft im Zeitplan ist. Bevor jedoch überhaupt mit der Hauptstraße begonnen werden kann, muss der Stadtring-Verschwenk im Bereich der Gotenstraße erfolgen. Auch dort beginnt in diesem Jahr alles mit Kanalarbeiten, bis Frühsommer 2020 soll alles fertig sein. Die Strecke soll dann in erster Linie den Verkehr aufnehmen, wenn ab Spätsommer 2020 mit dem Umbau der Hauptstraße begonnen werden sollte. Viele in Brackwede haben die Befürchtung, dass eine lange Bauzeit die Geschäfte an der Hauptstraße ruinieren könnte, da sie auf eine Erreichbarkeit durch den Individualverkehr angewiesen seien. Darum hatten CDU und UBF in der September-Sitzung der Bezirksvertretung einen zwölfmonatigen Bauzeitenplan eingefordert. Dies war von einer Mehrheit aus SPD, Grüne und Linke knapp abgelehnt worden. Arbeiten im Drei-Schicht-Betrieb seien den Anwohnern nicht zumutbar. Stattdessen hatten sich die Politiker auf die Formulierung geeinigt, die Umbauzeit "so kurz wie möglich zu halten".

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