In seinem Musikzimmer an der Erpestraße: Sebastian Pachel unterrichtet neben Panflöte unter anderem Klavier und Schlagzeug. Seine Frau Jana-Maria ist Lehrerin für Harfenspiel. An der Wand hängt ein Foto von ihm noch mit langen Haaren - und Panflöte. - © Ansgar Mönter
In seinem Musikzimmer an der Erpestraße: Sebastian Pachel unterrichtet neben Panflöte unter anderem Klavier und Schlagzeug. Seine Frau Jana-Maria ist Lehrerin für Harfenspiel. An der Wand hängt ein Foto von ihm noch mit langen Haaren - und Panflöte. | © Ansgar Mönter

Ummeln Pop auf der Panflöte: Bielefelder gewinnt Musikpreis

Der Musiker Sebastian Pachel aus Ummeln ist Deutschlands "Bester Instrumentalsolist 2018"

Ummeln. Geige, Cello, Gitarre und Klavier - das sind Instrumente, die jeder kennt und jeder gerne spielen möchte. Von der Panflöte lässt sich das nicht sagen. Sebastian Pachel kann davon erzählen. Der Ummelner ist einer der sehr wenigen Menschen in Deutschland, die sich voll und ganz diesem Instrument widmen. Pachel ist bisher sogar der einzige überhaupt, der Panflöte an einer Hochschule studiert hat. Sein Können hat ihm nun einen Preis eingebracht. Pachel ist Deutschlands "Bester Instrumental-Solist 2018". Verliehen wurde ihm der Titel bei der Veranstaltung des "Deutschen Rock und Pop Preises 2018" in der Siegerlandhalle in Siegen. "Ich war total überrascht darüber, dass ich gewonnen habe", sagt der Musiker und Musiklehrer. Denn Pop und Rock sind eigentlich nicht seine musikalische Erstheimat. Pachel ist auch leidenschaftlicher und akademisch ausgebildeter Jazz-Pianist, zudem an Klassik orientiert. Studiert hat er am Institut für Musik in Osnabrück. "Dort wurde für mich sogar das Hauptfach Panflöte eingerichtet", erzählt er. »Der Klang hat mich total fasziniert« Im Urlaub mit seiner Frau Jana-Maria - auch Musiklehrerin mit Spezialgebiet Harfe - stieß er vor 15 Jahren auf das Instrument. "Wir haben das Konzert eines rumänischen Panflötisten besucht", sagt Pachel. "Der Klang hat mich total fasziniert." Die Lust auf das Instrument war geboren. Pachel begann zu spielen und stellte fest, dass er die Panflöte mit Leichtigkeit beherrscht. Sie liegt ihm. "Ich habe dann gemerkt, dass es dafür kaum Noten und Lehrer gibt." Um so glücklicher sei der, dass die Hochschule in Osnabrück extra für ihn einen Panflöten-Studiengang eingerichtet habe. Vier Jahre lang hat er sich damit beschäftigt. Jazz-Pianist Pachel ist seitdem auch Bachelor of Arts in Panflöte. Ein nahezu perfektes Instrument hat sich der 42-Jährige in Rumänien anfertigen lassen. Dort ist die Panflöte Teil der Musikkultur. Seine Flöte besteht nicht aus Holz oder Bambusrohren wie sonst üblich, sondern aus silberbeschichteten Messingrohren. "Dadurch hat sie wesentlich mehr Klang- und Tonklarheit", erklärt er. 3.000 Euro kostete die Einzelanfertigung. Der erste Platz bei Deutschlands ältestem und größten Nachwuchsfestival für Rock und Pop und Einzelinterpreten aller Musikstile weckt in dem Musiklehrer aus Ummeln die Hoffnung, dass sein Lieblingsinstrument mehr Beachtung findet. Er selbst sorgt für Nachwuchs als Panflötenlehrer in seiner Musikschule - "zu mir kommen Schüler aus ganz Deutschland" - und an der städtischen Musik- und Kunstschule. Pachels nächster Auftritt ist am 24. Februar Die Auszeichnung könnte ihm außerdem dabei helfen, dass Konzertveranstalter leichter zu überzeugen sind, dass Auftritte mit Panflöte mehr sind als folkloristische Unterhaltung mit Balkan- oder Südamerika-Touch. Denn dieses Klischee ist ein großes Hindernis für das außergewöhnliche Instrument, auf dem Pachel mit Jazz, Klassik und Kombinationen aus mehreren Musikstilen als Pionier und Revolutionär der Panflötenmusik gilt. Seine Sieger-CD heißt "Art of Pan Flute", erschienen beim Label "Timezone Records". Pachels nächster Auftritt ist Sonntag, 24. Februar, bei der Kulturgala im Stadttheater Bielefeld.

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