Ein Mann wird von einem herunterkrachenden Ast schwer verletzt. - © Themenfoto/Pixabay
Ein Mann wird von einem herunterkrachenden Ast schwer verletzt. | © Themenfoto/Pixabay

Gütersloh/Bielefeld Baum stürzt auf Bielefelder: Unfall oder Verletzung der Sorgfaltspflicht?

Die Polizei und die Stadt prüfen derzeit den Fall - der Grundstückeigentümer verweist auf das Landesforstgesetz: Wer in den Wald geht, setzt sich einem gewissen Risiko aus

Lena Vanessa Niewald

Gütersloh/Bielefeld. War es ein Unfall oder doch Verletzung der Sorgfaltspflicht? Am Wochenende hat ein heruntergekrachter Baumast einen 50-jährigen Bielefelder im Lutterwald schwer verletzt. Der Mann war mit dem Fahrrad auf einem Waldweg unweit der Holler Straße unterwegs, als der riesige Ast abbrach und ihm auf den Kopf fiel. Sowohl die Polizei als auch die Stadt Gütersloh sind derzeit dabei, den Fall aufzuklären und zu prüfen, ob möglicherweise ein strafrechtlich relevantes Handeln vorliegt. Dazu werden der Geschädigte und mehrere Zeugen befragt. Aktuell gebe es aber zu dem Vorfall "unsererseits keine Neuigkeiten", heißt es am Donnerstag von Polizeipressesprecherin Katharina Felsch. "Der Baum war äußerlich völlig gesund" Nach Informationen der Neuen Westfälischen verläuft der Weg durch den Lutterwald fast ausschließlich über privates Terrain. Aber wer haftet im Falle einer Personenschädigung durch einen Baum dann eigentlich? Gerhard Piepenbrock, ehemaliger CDU-Ratsherr und selbst Grundstückeigentümer am Lutterwald, hat das Thema schon vor Jahren im Grundstücksausschuss des Rates angesprochen. Passiert sei nichts. Der Vorfall jetzt sei auf dem Privatgelände seines Sohnes, Johannes, geschehen. Gerhard Piepenbrock räumt mit dem Gerücht auf, dass es sich bei dem heruntergefallenen Baumstück um einen trockenen Ast gehandelt habe. "Die Baumkrone einer äußerlich völlig gesunden, grünen Eiche ist heruntergekracht", sagt Piepenbrock. Erst einige Tage zuvor sei er in dem Waldstück unterwegs gewesen und habe keine Auffälligkeiten bemerkt. "Das war wirklich nicht vorhersehbar. Der Baum war äußerlich doch gesund." Betreten des Waldes auf eigene Gefahr Jetzt habe sich herausgestellt, dass der Baum von innen beschädigt war. Das habe man nicht ahnen können. "Das ist ein ganz schlimmer Unfall gewesen." Sein Sohn Johannes verweist auf die Stadt Gütersloh; beruft sich allerdings auch auf das Landesforstgesetz, dass besagt, dass das Betreten eines Waldes auf eigene Gefahr geschieht. Von der Stadt gab es auch am Donnerstag keine ausführliche Stellungnahme. Nach wie vor würden die Fakten gesammelt und geprüft, sagt Pressesprecherin Elisabeth Menke auf Nachfrage. „Die Stadt kann zu diesem Vorfall erst Auskunft geben, wenn die Fakten und die Schadensmeldung vorliegen."

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