Immer wieder krachten in den vergangenen Wochen Äste von Bäumen. - © Themenfoto/picture alliance
Immer wieder krachten in den vergangenen Wochen Äste von Bäumen. | © Themenfoto/picture alliance

Gütersloh/Bielefeld Kopfverletzung und Knochenbruch: Baum stürzt auf Bielefelder Fahrradfahrer

Bielefelderin berichtet von dem Unglück ihres Vaters und früheren Warnungen an den Waldbesitzer

Jens Reichenbach
Lena Vanessa Niewald

Gütersloh/Bielefeld. Es ist nicht der erste Vorfall in den vergangenen Wochen. Schon wieder ist ein riesiger Ast von einem Baum gekracht. Bis jetzt blieb es bei Sachschäden an Autos. Dieses Mal wurde allerdings eine Person schwerverletzt. Ein 50-jähriger Mann aus Bielefeld-Quelle war am Wochenende auf dem Fahrrad auf der Holler Straße in Niehorst unterwegs. "Plötzlich hörte er etwas krachen. Ein dicker Ast einer Eiche war abgebrochen und hat wohl einen anderen Baum mitgerissen, unter dem er dann drunter lag", berichtet die Tochter des Radfahrers, Annika Strauß. Passanten seien ihrem Vater direkt zur Hilfe geeilt, um ihn unter dem Baum hervorzuziehen. Kopfverletzung, Knochenbruch, Muskelrisse und Prellungen Sowohl die Feuerwehr als auch die Polizei und ein Rettungswagen seien angerückt und brachten den Mann schließlich ins Krankenhaus. "Er hatte große Kopfverletzungen, einen Knochenbruch, der operativ behandelt werden musste, Muskelrisse und zahlreiche Prellungen", sagt Strauß. Strauß berichtet weiter, dass einige Passanten vor Ort gesagt hätten, der Besitzer des Waldes sei schon mehrfach informiert worden, dass der Ast drohe, abzubrechen. "Wir sind alle sehr erschüttert von dem Vorfall. Vor allem, dass nicht gehandelt wurde, nachdem der Besitzer über die Gefahr des Baumes informiert wurde", sagt Annika Strauß. "Zum jetzigen Zeitpunkt fehlen die Fakten" Der Stadt Gütersloh liegt laut Aussagen von Pressesprecherin Elisabeth Menke noch keine Schadensmeldung vor. "Zum jetzigen Zeitpunkt fehlen die Fakten, um über den Vorfall Auskunft geben zu können", sagt Menke. Die Polizei prüft nach eigenen Angaben derzeit, ob es sich um ein Unfallgeschehen handelt oder ob ein strafrechtlich relevantes Handeln vorliegt. "Dazu werden Vernehmnungen mit dem Geschädigten und mehreren Zeugen veranlasst und durchgeführt", sagt Polizeipressesprecherin Corinna Koptik gegenüber der NW. Der schwere Unfall im Niehorster Wald ist sicherlich einer der schwersten seit dem tragischen Tod eines siebenjährigen Jungen am Totensonntag 2013 im Bielefelder Wald am Jostberg. Die Ermittlungen gegen die Verantwortlichen wurden damals eingestellt, obwohl der Unglücksbaum "deutliche Hinweise auf Bruch- und Kippgefährdung" gezeigt hatte, hieß es in den Ermittlungsakten. Der Grund: Das Betreten des Waldes erfolge auf eigene Gefahr, so besagt es das Bundeswaldgesetz.

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