"Pfützenlandschaft" : Noch ist nicht viel zu sehen vom künftigen Badesee, es müssen noch 200.000 Kubikmeter Sand abgebaut werden. - © Sibylle Kemna
"Pfützenlandschaft" : Noch ist nicht viel zu sehen vom künftigen Badesee, es müssen noch 200.000 Kubikmeter Sand abgebaut werden. | © Sibylle Kemna

Brackwede So weit ist der neue Bielefelder Badesee

Ab kommende Woche wird bei den neuen Grabung ein Saugbagger eingesetzt. Noch 200.000 Kubikmeter Sand werden entnommen

Sibylle Kemna

Brackwede. Noch sind es nur "Pfützen", aber bald kann man hier schwimmen, versprach Adam Marek vom Umweltamt am Donnerstag bei der Besichtigung des zukünftigen Badesees Meyer zu Bentrup. Nächste Woche gehe das Ausbaggern weiter. Rund drei Dutzend Interessierte nahmen an der Begehung teil, zu der die Queller Gemeinschaft eingeladen hatte. Die Autobahn, für deren Bau der Sand abgebaut wurde, ist längst eröffnet, doch von dem Badesee keine Spur. "Das liegt daran, dass hier 200.000 Kubikmeter Sand nicht entnommen wurden, unter anderem weil beim Autobahnbau Recyclingsand in etwa dieser Größenordnung verwendet wurde", erklärte der Geologe vom Umweltamt. Auf die Aussage eines Teilnehmers, dass Besitzer Meyer zu Bentrup jetzt der Verlierer sei, stellte der Geologe fest: "Wir stehen vor dem Problem, dass wir alle Verlierer sind." Die Firma Bunte habe viel mehr Sand abgraben wollen, aber mehr wurde nicht gebraucht. Wegen der Zweckbindung der Verwendung des Sandes gab es einen Stillstand, aber nächste Woche gehe es weiter mit einem Saugbagger, der 3.000 Kubikmeter in der Stunde schafft. Er lädt den Sand auf dem Spülfeld ab, auf dem 60.000 Kubikmeter getrocknet werden können. "Man braucht aber einen Abnehmer für den Sand, der muss erst mal vermarktet werden." Wenn alles gutgehe, "müsste der See 2020 fertig sein", so Marek. "Die Praxis hält sich eben nicht an die Theorie" Claus Meyer zu Bentrup sieht es pragmatisch. "Die Lage ist komplex, die Praxis hält sich eben nicht an die Theorie", stellte er fest. Jetzt ist der "See" eher eine Ansammlung von Pfützen, wie die Teilnehmer der Begehung meinten. Sie staunten, dass er an seiner tiefsten Stelle schon 3,80 Meter tief ist. "Wir lassen so weit baggern, bis der See stabil ist, das sind etwa 6,90 Meter." Marek hatte einen Vergleich parat: "Wenn man das Schüco-Stadion mit Sand füllen würde, hat man ungefähr die Menge, die hier noch raus muss." Der See muss entstehen, denn auch das flache Wasser jetzt hat bereits eine Verbindung zum Grundwasser, betonte Dagmar Philipps vom Umweltamt. "Wir sind Garanten der Gewässerreinheit und werden dafür sorgen, dass ein stabiles Ökosystem entsteht und der See nicht umkippt." Derzeit gebe es schon viele Lebewesen und zu viele Algen, weil es zu flach ist. Doch sobald der Quellesee die geplante Tiefe erreiche, sei stets für klares Wasser gesorgt, da es vom Teuto aus unterirdisch zufließe. Bei der Begehung machte Marek deutlich, wo der Freizeitbetrieb eingerichtet wird, der jedoch nur Gästen des Campingparks Bielefeld zugänglich sein wird, und wo (am Südufer) die beruhigten Naturbereiche liegen. Während die Gruppe trockenen Fußes über den Boden des zukünftigen Sees ging, erläuterte der Geologe, dass von 5 Hektar Seefläche etwa ein Hektar den Badenden zur Verfügung stehen wird.

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