Kurz vor der Premiere: Christian Pötting (Schulamt, v.l.), Schulleiterin Claudia Hoppe sowie die Filmemacher Thomas Mense und Marcus Wildelau sind stolz und glücklich über den gelungenen Film „Lernräume bewegen uns“. - © Susanne Lahr
Kurz vor der Premiere: Christian Pötting (Schulamt, v.l.), Schulleiterin Claudia Hoppe sowie die Filmemacher Thomas Mense und Marcus Wildelau sind stolz und glücklich über den gelungenen Film „Lernräume bewegen uns“. | © Susanne Lahr

Bielefeld Gesamtschule Rosenhöhe dreht Mutmacher-Film

Thomas Mense und Marcus Wildelau haben versucht, den Planungsprozess zum Umbau zur inklusiven Schule in all seinen Facetten greifbar zu machen

Susanne Lahr
25.11.2017 | Stand 24.11.2017, 18:56 Uhr

Brackwede. Er ist nur zwölf Minuten lang, aber vermittelt eine Ahnung davon, auf welchen Weg sich die Gesamtschule Rosenhöhe vor Jahren gemacht hat. „Lernräume bewegen uns" heißt der Film, der den modellhaften Planungsprozess zum Umbau der Schule auf besondere Weise dokumentiert. Am Freitag wurde er erstmals den Schülern präsentiert. Ab Samstag ist er im Internet zu sehen. Im Sommer 2018 beginnen die Arbeiten an der Rosenhöhe, wenn das Schulgebäude komplett geräumt ist. Was dann im Inneren des sanierungsbedürftigen 60er-Jahre-Baus geschieht, darüber haben sich Lehrer, Eltern und Schüler – begleitet durch das Schulamt und den Schweizer Architekten Andreas Hammon – sehr viele Gedanken gemacht. Vision, wie moderne Lernorte aussehen sollen, in denen Inklusion gelebt werden kann. Mit weniger statt mehr Wänden. Mit Clustern, die Raum für Bewegung, Stille und Gruppenarbeiten bieten. Mit Ausweich-, Rückzugs- und Bewegungsmöglichkeiten, transparent und vielseitig. Dafür gab es einen mit 100.000 Euro dotierten Preis der Montag-Stiftung. Sechstklässler macht entscheidenden Vorschlag Der Autor Thomas Mense und Kameramann Marcus Wildelau (Salzerfilm) haben die wesentlichen Akteure für den Film noch einmal in Szene gesetzt. Schulleiterin Claudia Hoppe, Michael Eichholz (Didaktischer Leiter), Schuldezernent Udo Witthaus und Architekt Hammon kommen zu Wort. Die Schülerinnen und Schüler sind in untypischen Rollen zu sehen. Sie „beflüstern" (kommentieren) das Geschehen, in dem sie Zitate zum Thema „Lernen" einstreuen.Zu sehen ist, wie die Jugendlichen in Lernraumlaboren neue Schulmöbel entwerfen. Dass ein Sechstklässler den entscheidenden Vorschlag gemacht hat, mit dem einerseits Auflagen des Brandschutzes erfüllt werden und andererseits der Wald als Lernraum näher an die Schule herangerückt wird: in Form einer Terrasse und von Brücken, die Richtung Berg angebaut werden. "Das ist wie ein Geschenk" „Es ist irre, dass wir wirklich selbst mitgestalten konnten, wie wir unsere Lernräume wollten", sagt Michael Eichholz im Film, „das war wie ein Geschenk." Zu diesen Geschenken zählt auch die Seillandschaft, die das Atrium der Schule überspannen soll. „Das Seil steht symbolisch für Halt geben, aber auch für Freiraum und Mut machen, ungewöhnliche Wege zu gehen", sagt der Schulderzernent im Film.Claudia Hoppe betont noch einmal, wie eng und gut die Schule mit der Stadt zusammenarbeitet. Ermuntert durch die dortigen Fachleute habe man sich mehr und mehr getraut. „Auch wir als Stadt haben gelernt, der Schulplanung neue Wege zu gehen", sagt Christian Pötting vom Schulamt bei der Filmpremiere. Drei spannende Drehtage Drei Tage lang haben Mense und Wildelau in der Schule gedreht, Material aus den Workshops eingebaut. „Die Schule hat was zu erzählen", sagt Wildelau. „Hier funkt und funkelt was, das habe ich beim Filmemachen gespürt, das hat mich fasziniert." Und Thomas Mense ergänzt, dass die Seillandschaft eine „tolle Metapher" für das Leben und Lernen an der Gesamtschule sei.

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