Hier zeigen die Jugendlichen, was sie können: eine Leitung zur Förderung von Wasser aus offenen Gewässern aufbauen. - © Felix Boche
Hier zeigen die Jugendlichen, was sie können: eine Leitung zur Förderung von Wasser aus offenen Gewässern aufbauen. | © Felix Boche

Bielefeld-Brackwede 225 Jung-Blauröcke erhalten ihre Leistungsspange

Jugendfeuerwehr: Im Böllhoff-Stadion wird nach fünf Disziplinen die höchste Auszeichnung der Deutschen Jugendfeuerwehr vergeben. Teams aus ganz NRW dabei

Felix Boche

Brackwede. 25 Jugendfeuerwehr-Gruppen mit jeweils neun Mitgliedern haben am Wochenende um die höchste Auszeichnung der Deutschen Jugendfeuerwehr gekämpft. Die Jugendfeuerwehr Bielefeld war dazu (zuletzt im Jahr 2000) der Ausrichter für Gruppen aus ganz NRW. Unter den kritischen Augen der Wertungsrichter mussten sich die Jugendlichen in fünf Disziplinen beweisen: Löschangriff, Schnelligkeitsübung, Staffellauf, Kugelstoßen und Fachfragen beantworten. Daniel Ernst ist Wertungsrichter beim Staffellauf und achtet auf jedes Detail: Acht Teammitglieder müssen in unter 75 Sekunden 120 Meter Feuerwehrschlauch ausrollen und sauber miteinander verbinden. „Die meiste Gruppen brauchen 50 bis 68 Sekunden", sagt er. Bei der Prüfung der Jugendfeuerwehr Detmold muss Ernst eine „Nullwertung" aussprechen: Der Schlauch ist verdreht, ein grober Fehler. Die Jugendlichen dürfen die Disziplin später wiederholen. Beim Staffellauf haben sich die neun Teammitglieder vorher abgesprochen und die 1.500 Meter untereinander aufgeteilt. „Gute Läufer machen mehr als die anderen, am Ende zählt die Gruppenleistung", sagt Prüfer Dennis Hüfner. Vier Minuten und zehn Sekunden haben die Jugendfeuerwehren für ihre Strecke auf der Laufbahn. Der Aufbau eines Löschangriffs ist das Kernstück der Ausbildung. Die neun Teilnehmer bilden eine Löschgruppe – jeder hat eine bestimmte Aufgabe und diese im Vorfeld wochenlang geübt. Gemeinsam sollen sie Wasser aus einem fiktiven Gewässer zu einer Pumpe befördern und dann mit drei Leitungen zum „Brand" vorrücken. „Diese Aufgabe ist zügig, aber ohne Zeitvorgabe zu erfüllen", sagt Prüfer Daniel Hippe. Leistungsspange gibt es erst ab 15 Jahren Die Dienstvorschrift der Feuerwehr ist sehr genau – es kommt darauf an, keine Fehler zu machen. Die Leistungsspange ist erst ab einem Alter von 15 Jahren zu bekommen. Zum Teil machen bereits jüngere Mitglieder bei der Prüfung mit, um die Gruppen aufzufüllen und selbst Erfahrung zu sammeln. „Bei denen fehlt es aber teilweise noch an Kraft", sagt Richter Andreas Psiorz.Beim Kugelstoßen sind als Gruppe insgesamt 55 Meter zu erreichen. Mädchen werfen mit 3 Kilo, Jungen mit 4-Kilo-Kugel. „11,26 Meter war bislang der weiteste Wurf", sagt Prüferin Nina Sauk. Doch auf die Einzelleistung kommt es letztlich nicht an. Im Gymnasium Brackwede wird das theoretische Wissen der 225 Jugendlichen geprüft. Christian Buchal und Claus-Helge Klassen stellen Fragen über die Beladung von Löschfahrzeugen, den Einsatz von Leitern und die zuvor durchgeführte Löschübung. Teilnehmer aus Hamm und acht Kreisen Am Ende bekommen alle Bewerber die höchste Auszeichnung der Deutschen Jugendfeuerwehr verliehen, auch wenn einige in die Nachprüfung mussten. Teilgenommen haben Wehren aus den Kreisen Paderborn (Delbrück, Hövelhof, Salzkotten), Olpe (Lennestadt), Minden-Lübbecke (Hüllhorst), Lippe (Oerlinghausen-Helpup, Lage, Cappel/Herrentrup, Bad Salzuflen, Erder/Hohenhausen/Kalldorf, Detmold, Schieder-Schwalenberg), Herford (Rödinghausen, Spenge-Süd, Löhne), Hochsauerlandkreis (Sundern, Brilon), Höxter (Brakel, Marienmünster, Willebadessen), Warendorf (Sendenhorst) und Hamm (Hamm-Wiescherhöfen).

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