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Fröhliches Fest: Fotoohi (v. l.), Miriam, Sham, Marus, Batul und Pariya basteln Schmuck mit Perlen am Stand der Frauenberatung Bielefeld beim Picknick im Hof im Quartier Zedernstraße. - © Sibylle Kemna
Fröhliches Fest: Fotoohi (v. l.), Miriam, Sham, Marus, Batul und Pariya basteln Schmuck mit Perlen am Stand der Frauenberatung Bielefeld beim Picknick im Hof im Quartier Zedernstraße. | © Sibylle Kemna

Brackwede 700 Menschen feiern an der Zedernstraße ein Dankeschön-Fest

Picknick im Hof

Sibylle Kemna
14.09.2016 | Stand 13.09.2016, 21:15 Uhr

Brackwede. Ein Dankeschön-Fest für die freundliche Aufnahme der Flüchtlinge in Ummeln feierte am Samstag die Arbeiterwohlfahrt (AWO) zusammen mit den Bewohnern und Besuchern. Etwa 700 Menschen tummelten sich beim "Picknick im Hof" im Quartier Zedernstraße. Natürlich waren die Bewohner der ehemaligen britischen Offizierswohnungen, die als Flüchtlinge vor ein paar Monaten hier einzogen, auf dem Fest in der Mehrheit, schließlich war es das erste große Fest vor ihrer Haustür. Sie halfen beim Vorbereiten, Kochen, Grillen und machten auch einige kulinarische oder Aktionsangebote. Und freuten sich über jeden Besucher, der seine Scheu überwand und eintauchte in das fröhliche Gewimmel. "Wir wollen den Ummelnern danken für die Offenheit und Freundlichkeit, die sie den Flüchtlingen entgegenbringen", sagte Markus Wrobbel, Verwaltungsleiter im Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Um Ängste und Befürchtungen zu zerstreuen hatte die AWO auf die aktive Einbindung der Vereine und Organisationen vor Ort gesetzt und in Infoveranstaltungen frühzeitig aufgeklärt und Helfer gesucht. "Wir haben viele engagierte Freiwillige gefunden, viele Menschen haben auch Sachen gespendet. Das war toll", so Wrobbel. Die Organisationen, die vor Ort im Einsatz sind, hatten Zelte und Sitzecken im Hof aufgebaut, wo sie Bastel- oder Spielangebote machten, um dabei mit den Besuchern und Bewohnern ins Gespräch zu kommen. Monika Bistula-Czarnecka von der Frauenberatung Bielefeld berichtete, viele Flüchtlingsfrauen fühlten sich überlastet. Es sei nicht leicht, mit der neuen Situation klarzukommen, "und die Kinder ticken jetzt ganz anders", erzählte sie. Am Stand des Mädchenhauses konnten sich die Festbesucher mit abwaschbaren Tattoos von Jessica verzieren lassen. Kichernd ließen sich die jungen arabischen Mädchen bemalen und lernten nebenbei die Angebote des Mädchenhauses kennen. Gegenüber ergänzte Schminken das Programm, und die Wohnungsbaugesellschaft BGW lockte mit Entenangeln, was gut zu diesem heißen Tag passte. Beim gemeinsamen Miteinander konnten Flüchtlinge und Einheimische sich kennenlernen, und Kontakte wurden so auf ganz lockere Weise geknüpft. So mancher Besucher wunderte sich zudem, dass er hier kostenlos Essen und Trinken bekam - aber so ist das eben bei einem Dankeschön. "Wir sind sehr zufrieden, es hat sich gelohnt", sagt Wrobbel, der sich über Begegnungen von Besuchern und Bewohnern freute.

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