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Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am Freitag ein Urteil zur Gebäudeversicherung in Eigentümergemeinschaften verkündet. Demnach müssen sich die Eigentümer den Versicherungs-Selbstbehalt teilen. - © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am Freitag ein Urteil zur Gebäudeversicherung in Eigentümergemeinschaften verkündet. Demnach müssen sich die Eigentümer den Versicherungs-Selbstbehalt teilen. | © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv

Wohngebäudeversicherung Eigentümer müssen sich Versicherungs-Selbstbehalt teilen

16.09.2022 | Stand 05.10.2022, 19:05 Uhr

Wohnungseigentümer können verpflichtet sein, einen Schaden in der Anlage gemeinschaftlich mit zu bezahlen, der nur eine einzige fremde Wohnung betrifft. Eine solche Regelung bei der Gebäudeversicherung sei grundsätzlich rechtmäßig, urteilte der Bundesgerichtshof (BGH) am Freitag.

Eine höhere Selbstbeteiligung bedeute niedrigere Versicherungsbeiträge, und davon profitierten alle. Also müssten auch alle gemeinsam die Kosten tragen. Nach der Entscheidung der Karlsruher Richterinnen und Richter gilt auch nichts anderes, wenn der Selbstbehalt wegen ungewöhnlich häufiger Schäden zwangsweise so hoch angesetzt ist: Auch dann hätten alle etwas davon, dass die Anlage überhaupt versichert sei. (Az. V ZR 69/21)

Eigentümer mit hohem Flächenanteil hatte geklagt

Eine Wohngebäudeversicherung tritt ein, wenn ein Haus beschädigt oder ganz zerstört wird. Abgesichert sind üblicherweise Schäden durch Leitungswasser, Feuer und durch Naturgefahren wie Sturm und Hagel.

Im konkreten Fall ging es um eine große Anlage in Köln mit sehr vielen kleineren Wohnungen und einer großen Gewerbeeinheit. In den Wohnungen treten wegen mangelhafter Leitungen sehr oft Wasserschäden auf. Die Eigentümer der Gewerbeeinheit müssen wegen ihres hohen Flächenanteils besonders viel zahlen, obwohl sie nach eigenen Angaben noch nie einen Wasserschaden hatten. Ein anderer Verteilungsschlüssel könnte laut BGH gerechtfertigt sein, falls es bauliche Unterschiede gibt. Das Kölner Landgericht muss das nun noch einmal prüfen.

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