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Früh blüht die Iris

Krokus, Narzissen, Hyazinthen – das sind klassische Frühlingsblüher, die jeder kennt. Aber wussten Sie, dass es von den Schwertlilien ebenfalls frühblühende Varianten gibt?

Dorothée Waechter
26.02.2021 | Stand 25.02.2021, 14:08 Uhr
Schöne Blüten im noch kargen Garten: Schwertlilien sind Frühblüher.  - © Candy Welz/dpa-tmn
Schöne Blüten im noch kargen Garten: Schwertlilien sind Frühblüher.  | © Candy Welz/dpa-tmn

Iris ist die Göttin des Regenbogens – und nach ihr benannt wurde eine Pflanze, deren Blüten in schillernden Farben dem Wetterphänomen in nichts nachstehen. Vor allem jene Arten und Sorten, die schon im zeitigen Frühjahr austreiben, während der restliche Garten noch recht farblos ist.

Die ersten: Netz-Iris und Danford-Schwertlilie
Bekannt und beliebt ist die auch Schwertlilie genannteIris zwar als Sommerblume. Doch etwa die Netz-Iris (Iris reticulata) erblüht schon Ende Februar bis Anfang März. „Einige Wochen später folgt Danford-Iris, also Iris danfordiae", sagt die Iris-Spezialistin Regina Uhl aus Laufen (Südbaden).

Beide Arten stammen aus hohen Gebirgslagen in der Türkei, dem Kaukasus sowie dem Iran und Irak. „Sie wachsen dort in der Gesellschaft von ganz vielen kleinen Frühlingsblühern", ergänzt Miek Stap, Agrar-Ingenieurin aus Ostingersleben (Sachsen-Anhalt). Sie sind daher auch hierzulande eine Ergänzung der ersten Blüher im Frühling.

Während die Danford-Iris mit goldgelben Blüten die Sonne widerspiegelt, bildet die klassische Netz-Iris eine große Bandbreite an Farben aus – von Blau wie die Sorten „Harmony" und „Alida" über Violett wie „Pauline", aber es finden sich auch gelbe und weiße Sorten.

Und die neuen Züchtungen spielen sogar mit den Farben. Stap nennt als Beispiel die Sorte „Sea Breeze", die weiße Blüten mit blauen Streifen hat. „,Kameleon’ hat gelbe Blüten mit blaugrauen Punkten und Maserungen." Eine besondere Sorte ist auch „Katharine Hodgkin" – seit über 70 Jahren im Handel und keine reine Iris reticulata – mit hellgelben Blüten mit blauen Adern.

Vorgezogene Iris gibt es im Handel
Gesetzt werden diese Iris schon im Herbst. Aber gute Nachrichten: Wer das Pflanzen im Herbst verpasst hat, findet im Frühling im Handel vorgetriebene Exemplare in Töpfen. Hierzu rät Stap: „Man sollte die Blüte unbedingt vor Frost schützen." Vor allem, wenn es während der Nächte zum Winterende noch kalt wird, empfiehlt sie einen Standort direkt am Haus. Oder man deckt die Pflanzen nachts mit Vlies ab.

Diese vorgezogenen Frühlingsblüher haben eine straff aufrechte Wuchsform, die sich gut mit rosettenförmigen Primeln und den kissenförmigen Hornveilchen kombinieren lässt.

Die kleinen Schwestern: Zwerg-Iris
Es gibt noch eine Gruppe frühblühender Schwertlilien, die Iris barbata-nana oder auch als Zwerg-Iris bekannt. Sie haben keine Zwiebeln, sondern bilden Rhizome, ein System unterirdischer Sprossachsen. Und sie wirken wie eine Miniaturform der hohen sommerblühenden Schwertlilien.

Ihr Vorteil ist ihre völlige Anspruchslosigkeit und die Winterhärte, erklärt Agrar-Ingenieurin Uhl. Und die Iris barbata-nana vertragen Trockenheit gut.

Unter den Iris sind auch ihre Blüten auffällig, denn der Bart an den Hängeblättern steht oft farblich in starkem Kontrast zu diesen. „Die wüchsige Sorte ,Cat’s Eye’ hat beispielsweise einen blauen Bart auf maulbeerfarbenen Blütenblättern und bei der weißen Sorte ,Snow Season’ ist der Bart lavendelfarben", zählt Uhl auf. Außerdem duften die Sorten fein und bieten den frühen Insekten ein gutes Nahrungsangebot.

Eine Pflanze für die erste Reihe
Auch diese Iris werden schon in der Vorsaison gepflanzt: im späten Sommer. So wachsen sie bis zum Winter gut ein und blühen bereits im kommenden Jahr. „Wer diesen Zeitpunkt verpasst hat, kauft im Frühling die Pflanzen in Töpfen, die dann entsprechend gepflanzt werden", sagt Uhl. „Grundsätzlich sollte der Standort sonnig sein und der Boden durchlässig."

Da die Iris barbata-nana nur etwa 20 bis 30 Zentimeter hoch werden, bietet es sich an, sie in den Vordergrund eines Beetes zu setzen. Und sie machen sich gut in gemischten Iris-Pflanzungen, erklärt Uhl. In solchen Beeten blüht immer eine Iris, da man verschiedene Arten und Sorten mit unterschiedlichen Blütezeitpunkten zusammensetzt. Außerdem sind diese kleinen Schwertlilien eine der wenigen Iris-Arten, die auch in einem Trog über mehrere Jahre gut wachsen.

Als Partner im Beet empfiehlt Uhl niedrige Polster wie Fetthennen, Wolfsmilch, Glockenblumen, Heiligenkraut und Polsterthymian.

Für Vergessliche: Iris-Hollandica-Hybriden
Nun lassen sich zwar von allen genannten Iris vorgezogene Exemplare im Frühjahr kaufen, es gibt aber auch eine Gruppe, deren Zwiebeln erst dann in den Boden gesetzt werden: Die Iris-Hollandica-Hybriden. „Diese Zwiebelpflanzen sind nur in milden Wintern hart und deshalb pflanzt man sie im zeitigen Frühling", sagt Stap. Aber sie gibt den Tipp, mit der Pflanzung nicht allzu lange zu warten.

„Man kann die Zwiebeln auch in Etappen pflanzen, und so die relativ kurze Blütezeit verlängern", erklärt die Expertin. Als Partner empfiehlt sie Sommerblumen wie die Präriekerze und die Spinnenblume. Oder man mischt sie zwischen Gräser, um einen farbigen Aspekt mit den blauen, weißen und gelben Blüten ins Beet zu bringen.

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