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In vielen Urlaubsländern sollte man lieber zum Flaschenwasser greifen. - © SRT-Archivbild/www.srt-bild.de
In vielen Urlaubsländern sollte man lieber zum Flaschenwasser greifen. | © SRT-Archivbild/www.srt-bild.de

Ratgeber Durstig unterwegs: Kleines Leitungswasser-ABC

Was in Deutschland ganz normal ist, kann im Rest der Welt schwere Gesundheitsschäden hervorrufen. Leitungswasser kann man nicht überall bedenkenlos trinken.

Tinga Horny
25.08.2022 , 07:00 Uhr

München. Wer denkt hierzulande schon darüber nach, wenn er plötzlich Durst hat? Hahn auf, warten, bis das Wasser kalt genug ist, und dann trinken. Das allerdings ist nicht in jedem Land möglich. Im Gegenteil, die überwiegende Mehrheit der Staaten hat kein trinkbares Leitungswasser. Es verwundert daher wenig, wenn der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge ungefähr 80 Prozent der Gesundheitsbeschwerden bei Reisenden auf verunreinigtes Wasser oder Essen zurückzuführen sind. Für ungenießbares Leitungswasser muss keiner weit reisen. Die US-Gesundheitsbehörde CDC warnt in ihrer Länderliste bereits vor Albanien, aber auch vor Lettland, und empfiehlt, dort nur versiegeltes Flaschenwasser zu konsumieren. Grundsätzlich stellt die amerikanische Behörde dabei eine Regel auf, die so einfach wie zynisch klingt: Je ärmer die Bevölkerung eines Landes ist, desto schlechter ist auch die Wasserqualität. Im Umkehrschluss verfügen die reichsten Länder der Erde über die beste Trinkwasserqualität. In Westeuropa, Nordamerika, Japan, Australien, Neuseeland, Südkorea und Singapur ist folglich der Schluck Wasser aus der Leitung ungefährlich.Ob das Nass allerdings schmeckt, steht auf einem anderen Blatt. In Deutschland ist Wasser laut Bundesumweltamt das am besten kontrollierte Lebensmittel. Laut Trinkwasserverordnung darf es maximal 0,3 Milligramm Chlor pro Liter enthalten. Doch mit Chlor wird nur im Notfall desinfiziert. Das heißt aus den Leitungen fließt größtenteils sauberes, unbelastetes H2O.Einen deutlichen Chlorgeschmack hat dagegen oft das Wasser in den Mittelmeerländern. Besonders im Sommer bedingt die Kombination Hitze und verrostete Leitungsrohre, dass Wasser gechlort werden muss. Aber der Süden Europas ist nur eine von vielen Regionen, wo die Chemikalie dem Trinkwasser zugeführt wird. Auch in den Vereinigten Staaten wird in vielen Orten wegen des intensiven Chlorgeschmacks Leitungswasser nicht getrunken, wenngleich es nicht gesundheitsschädlich ist. Denn die Menge Chlor, die dem Wasser zugesetzt wird, darf nirgends so hoch sein, dass sie der Gesundheit schadet. Trotzdem gilt: Wenn die Einheimischen – egal ob in den USA oder in Usbekistan – zu Flaschenwasser greifen, sollten Reisende das ebenfalls tun. Zudem sollte man sich auf die eigenen Sinne und den Verstand verlassen – zum Beispiel wenn das Wasser aus der Leitung schlecht riecht, einen metallischen Geschmack hat oder verfärbt ist.Daneben jedoch hilft es, zu wissen, wie das Reiseziel strukturiert ist. In Naturschutzgebieten und Nationalparks ist davon auszugehen, dass das Wasser nicht kontaminiert ist. Sogar Brunnenwasser ist in so einem Fall genießbar. Nicht so jedoch in Gebieten mit Schwerindustrie in der Nähe und in Ländern, wo weniger auf den Umweltschutz geachtet wird. Ganz heikel sind Gebiete, wo Rohstoffe aus dem Boden abgebaut werden. Wenn das Leitungswasser ungenießbar ist, gilt: Die Zähne sollte man mit abgekochtem Wasser oder Flaschenwasser putzen und Getränke mit Eis vermeiden. Auch Salat und rohes Gemüse könnten mit Leitungswasser gewaschen worden sein – besser verzichten!

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