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Lenins Statue auf einem Sockel schaut noch immer über den zentralen Platz vor dem Kulturhaus von Pyramiden. Im Hintergrund ist der Nordenskjöld-Gletscher zu sehen. - © Simone Flörke
Lenins Statue auf einem Sockel schaut noch immer über den zentralen Platz vor dem Kulturhaus von Pyramiden. Im Hintergrund ist der Nordenskjöld-Gletscher zu sehen. | © Simone Flörke

Spitzbergen Eiskalte Einsamkeit

Warum noch immer Lenin über Teile des Archipels zwischen Nordnorwegen und Nordpol wacht. Und warum ein Gewehr bei der Besichtigungstour in Pyramiden lebensnotwendig ist.

Simone Flörke
10.10.2020 | Stand 09.10.2020, 18:33 Uhr

Lenin wacht noch immer still und starr über den großen Platz vor dem ehemaligen Kulturhaus von Pyramiden. Die Statue auf dem Sockel mit einem Namenszug in kyrillischer Schrift blickt über das verwitterte Schild mit den Symbolen eines russischen Bergbaukonzerns, der einst diese Siedlung jenseits des Polarkreises geprägt hat, mit dem Eisbären-Bild und der Ortsbezeichnung „79 Grad" (nördlicher Breite). Und über die leeren Häuser in Sowjetarchitektur mit gelben Ziegelsteinen, in deren Fensternischen die lärmenden Dreizehenmöwen in Massen ihre Nester gebaut haben. Lenin blickt auf den weiß leuchtenden Nordenskjöld-Gletscher im Hintergrund mit der mehr als drei Kilometer langen Abbruchkante – der morbide Charme des stillen Verfalls in einer grandiosen arktischen Naturlandschaft.

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