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Reisen kreuz und quer durch die EU: Tom Sundermann, Matthias Schwarzer und Joris Gräßlin. - © Andreas Zobe
Reisen kreuz und quer durch die EU: Tom Sundermann, Matthias Schwarzer und Joris Gräßlin. | © Andreas Zobe

Reportagen zur Europawahl Expedition EU: Unsere Reporter reisen 15 Tage quer durch Europa

15 Länder, 15 Tage, 15 Geschichten: Matthias Schwarzer, Joris Gräßlin und Tom Sundermann gehen auf große Europa-Expedition. Auf Instagram können Sie die Reporter live begleiten. Am 11. Mai geht's los.

Miriam Scharlibbe
01.05.2019 | Stand 10.05.2019, 17:17 Uhr |

Bielefeld. Ein großes Friedensprojekt. Solidarität. Freier Handel. Wer auf der Straße Bürger fragt, was sie mit Europa assoziieren, bekommt verschiedene Antworten. Für Joris Gräßlin (34), Matthias Schwarzer (32) und Tom Sundermann (31) bedeutet Europa vor allem: grenzenloses Reisen. Das wollen die drei Journalisten in den zwei Wochen vor der Europawahl auf die Spitze treiben: In 15 Tagen werden sie 15 Länder besuchen und 15 Reportagen mit nach Hause bringen. Die Expedition EU ist ein crossmediales Projekt der Neuen Westfälischen, des europäischen Radionetzwerks Euranet plus, der Podcastfabrik und der OWL Lokalradios. Unterstützt wird die Expedition von der Bertelsmann-Stiftung. Schwarzer, Gräßlin und Sundermann berichten aus jedem Land aktuell und multimedial: Leser können die Reporter über die Story-Funktion auf dem NW-Instagram-Account zwei Wochen lang begleiten. Zum Ende jedes Tages gibt es ein neues Video auf YouTube, einen Podcast und natürlich eine große Reportage auf nw.de. „Durch den Brexit ist die EU nicht mehr alternativlos." Für Gräßlin und Sundermann ist es schon die zweite Expedition. Bereits vor der Europawahl 2014 reisten die beiden Reporter durch die Länder des Staatenbundes. „Damals haben wir eher über länderspezifische Probleme berichtet, wie die Jugendarbeitslosigkeit", erinnert sich Gräßlin. „Der Rechtsruck in der Politik oder die Angst vor Russland, die damals erst aufkamen, haben sich seitdem weiterentwickelt. Ich habe den Eindruck, dass es im Europa des Jahres 2019 mehr Sorgen gibt, die alle Länder teilen." „Durch den Brexit ist die EU nicht mehr alternativlos", sagt Sundermann. „Skepsis gehört zur Grundhaltung. Dem wollen wir entgegentreten, und zeigen, wie positiv Europa ist." Wie passt das aber zur Neutralität, mit der Reporter auftreten sollten? „Wir sind Journalisten, aber wir sind auch Menschen und eindeutig proeuropäisch. Aber wir gehen nicht als Missionare auf die Reise und wollen keine Stimmung erzeugen", so Gräßlin. Schwarzer: „Wir werden Geschichten schreiben, die Probleme thematisieren und wir wollen das Leben in der EU umfänglich abbilden." Noch nie habe das Projekt EU so gewackelt, sagt Schwarzer. Dabei sei es für ihn immer „irgendwie selbstverständlich" gewesen. „Ich war auf einer Europaschule und später Erasmus-Student. Ich habe das alles nie in Frage gestellt. Aber es gibt Menschen, die sehen das anders. Ich will wissen, warum." Hier können Sie den täglichen Podcast zur Expedition hören und abonnieren. Geschichten von der nordirischen Grenze und aus dem Süden Deutschlands Die Geschichte, auf die sich Schwarzer am meisten freut, beginnt in Deutschland. Die Bilder hat noch jeder in Erinnerung: Lange Schlangen von Menschen, die im Herbst 2015 an der bayerisch-österreichischen Grenze auf ihre Weiterreise warteten. „Viele dieser Bilder entstanden auf der Grenzbrücke zwischen dem österreichischen Braunau und dem deutschen Simbach", erzählt Schwarzer. „Wir wollen erfahren, wie beide Orte die Flüchtlingskrise bewältigt haben, aber auch, welche Schwierigkeiten es gab." Auch Tom Sundermanns Favorit auf der Reise hat mit Grenzen zu tun. Gleich zu Beginn wollen die drei Reporter in das Dorf Pettigo fahren, das auf der Grenze von Irland und Nordirland liegt und über Jahrzehnte hinweg Opfer blutiger Anschläge war. „Ein Tankstellenbesitzer wird uns erzählen, welche Auswirkungen der Brexit auf den Frieden und auf sein Geschäft hat. Die Grenze verläuft genau über sein Grundstück." Joris Gräßlin blickt derweil erwartungsvoll nach Helsinki, wo das Expeditions-Team erfahren will, wie es um die Digitalisierung in Europa bestellt ist. Mit Leitsystemen für Touristen, zahlreichen Apps und der Öffnung aller Datenbanken für Start-ups zeigt die finnische Metropole, wie Tourismus 2.0 funktionieren kann. Gräßlin: „Wir testen die Angebote, hinterfragen aber auch kritisch den Datenschutz." Bis die drei Reporter am Samstag, 11. Mai, in das erste Flugzeug steigen, erhalten Sie, liebe Leserinnen und Leser, auf nw.de bereits vorab Hintergründe und Informationen zur Europawahl, den Kandidaten, der Rolle Deutschlands in der EU und den Themen, die das neue Europäische Parlament anpacken muss.

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