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Gefragtes Produkt: Auch als Weihnachtsgeschenke sind Fahrräder beliebt. Bei der Suche gilt es, möglichst auch nach Alternativmodellen zu schauen, denn die Nachfrage bleibt groß.  - © Istock
Gefragtes Produkt: Auch als Weihnachtsgeschenke sind Fahrräder beliebt. Bei der Suche gilt es, möglichst auch nach Alternativmodellen zu schauen, denn die Nachfrage bleibt groß.  | © Istock

Wunschbikes vom Weihnachtsmann

Der Fahrrad-Boom hält an. Wer sich in den nächsten Tagen auf den Weg zum Fachhändler in Ostwestfalen macht, könnte pünktlich vor dem Fest das passende Modell finden. Tipps geben die Fahrrad-Experten Philipp Friedrichs und Bernd Blöte.

André Blickensdorf
01.12.2020 | Stand 01.12.2020, 16:14 Uhr

Wer zu Weihnachten ein Fahrrad verschenken möchte, darf hoffen, dass sich diese Geschenkidee in den nächsten Tagen realisieren lässt. Vorab sollte genau überlegt werden, welches Modell infrage kommt und ob es zum Wunschbike vom Weihnachtsmann eventuell Alternativen gibt.

„Produktionstermine werden uns von den Herstellern genannt, aber die können sich auch mal verzögern", sagt Philipp Friedrichs, Geschäftsführender Gesellschafter der Radwelt GmbH Bielefeld im Stadtteil Gadderbaum. „Wenn zum Beispiel der passende Reifen nicht da ist, kann das Fahrrad nicht gebaut werden." Der Tipp des Experten: „Wer für Weihnachten noch ein Fahrrad sucht, sollte sich möglichst bald auf den Weg machen und – wenn es geht – auch die Person mitbringen, für die es gedacht ist." Wenn es als Überraschung gedacht sei, rät der Familienvater, sollte man „vielleicht spielerisch rangehen und einem Kind zum Beispiel sagen, dass ein Fahrrad für Papa gesucht wird". Die Kids begleiten ihre Eltern oder Großeltern und einen der Fahrradprofis dann in die Spielecke mit den Kindern-Fahrrädern. Und dort wird, quasi nebenbei, genauer geschaut und ausprobiert.

Testfahrten vor dem Kauf

Philipp Friedrichs: „Die Auswahl ist am sichersten, wenn das gewünschte Fahrrad auf jeden Fall gleich in der richtigen Größe ausgesucht wird." Das erspare Enttäuschungen, wenn nach der Bescherung festgestellt würde, dass das ausgesuchte Bike leider doch etwas zu groß oder zu klein für den Beschenkten ist. Es gilt also das bewährte Prinzip: Erst ausprobieren, dann kaufen.

Die Radwelt Bielefeld bietet eine Indoor- und eine Outdoor-Teststrecke für Fahrräder. „Ist es einigermaßen trocken, gehen wir am liebsten draußen auf die Teststrecke. Da ist es wesentlich entspannter", sagt Friedrichs. „Dass unsere Kunden draußen mit Abstand auf der Teststrecke – 350 Meter lang, mit riesigen Kurven, 10 Prozent Steigung, Hügeln und Kurven – jedes unsere Fahrräder testen können", sei ein Vorteil in Corona-Zeiten.

Und wenn das Wunschmodell nicht verfügbar oder lieferbar ist? „Dann weichen wir auf ein ähnliches Modell aus, mit einer etwas anderen Ausstattung oder Farbe", sagt Friedrichs. „Es ist ein wenig Flexibilität gefragt. Zum Glück funktioniert das ganz gut. Für 2021 haben wir deutlich mehr Ware bestellt als für dieses Jahr."

Auch Bernd Blöte und seine Mitarbeiter vom Bike-Team Blöte mit zwei Standorten in Hiddenhausen-Schweicheln und einem Geschäft im Süden von Bad Oeynhausen machen nach dem Frühjahr-Lockdown und seit dem Neustart des Verkaufs Anfang Mai mit der Flexibilität ihrer Kundschaft gute Erfahrungen. Blöte: „Wenn zwischenzeitlich manche E-Bike-Modelle nicht verfügbar sind, sind unser Alternativen gefragt." Testfahrten sind auch hier jederzeit draußen möglich. Der Parkplatz ist vor allem am Hauptstadtort in Hiddenhausen groß. Beim Kauf von Fahrrad-Helmen helfen die Experten ebenfalls gerne. Hierfür sollte ausreichend Zeit eingeplant werden. Ratsam sei es, sagt Blöte, sich vorab auf der Webseite des Unternehmens zu informieren und vor einem Besuch möglichst auch telefonisch nachzufragen.

Die Leitung ihrer Familienunternehmen haben Friedrichs und Blöte übrigens jeweils von ihren Vätern übernommen. Über das Interesse an Fahrrädern, dass sich inzwischen zu einem Boom entwickelt hat, freuen sie sich mit ihren Mitarbeiter-Teams.

Für Philipp Friedrichs ist das Fahrrad „in den heutigen Zeiten das perfekte Produkt. Bewegung draußen an der frischen Luft und der heute so wichtige Sicherheitsabstand ergibt sich automatisch". Als Verkehrsmittel setzen sich Fahrräder nachhaltig durch. Friedrichs: „Die innerstädtische Mobilität ist seit Jahren im Wandel. Ich habe das Gefühl, dass das Thema durch Corona nochmals ein wenig beschleunigt wurde."

In Berlin und Hamburg seien Pop-up-Radwege relativ schnell entstanden. In Bielefeld sei das Thema auch durchaus aktuell, erklärt Friedrichs. „Ich freue mich über jeden, der Fahrrad fährt und nicht das Auto benutzt, um in die Stadt zu kommen. Wir sind auf einem guten Weg, was das Radfahren betrifft."

Produktkategorien

Die Fahrrad-Suche gestaltet sich, wie der Experte aus Bielefeld erklärt, relativ entspannt. „Über die Art, wie der Kunde das Fahrrad nutzen möchte, wählen wir die passende Produktkategorie aus", sagt Philipp Friedrichs. Sind auch Fahrten in den Wald geplant? Wird das Fahrrad eher als Freizeitobjekt gesehen? Gibt es alle zwei Wochen Touren in die Eisdiele und zurück? Dann mache ein anderes Rad Sinn, als wenn jemand jeden Tag damit zur Arbeit fährt. Friedrichs: „Mittlerweile wissen die meisten Leute ziemlich konkret, wofür genau sie ihr Fahrrad nutzen möchten."

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