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„Wir freuen uns auf neue Chancen“ Fuhrpark-Umstellung auf E-Autos bundesweit?

Die Kanzlei Gunkel, Kunzenbacher & Partner zu den aktuellen Möglichkeiten zur Umstellung der Fahrzeugflotte auf Elektromobilität

26.09.2020 | Stand 01.10.2020, 13:15 Uhr

Bund und Länder forcieren zunehmend die Umstellung auf Elektrofahrzeuge. Immer mehr Unternehmer überlegen daher, ob der Zeitpunkt nun günstig ist, um die vorhandene Fahrzeugflotte auf Elektrobetrieb umzustellen. Auch die Bielefelder Kanzlei Gunkel, Kunzenbacher & Partner beschäftigt sich schon seit einiger Zeit mit diesem Thema. Aktuell wird zunächst eine groß dimensionierte Photovoltaikanlage auf das Kanzleidach montiert, um auch die ökologisch sinnvolle „Betankung" der Fahrzeuge zu gewährleisten. Ökologisch wenig hilfreich wäre es, Elektrofahrzeuge mit Strom zu laden, der zu einem großen Teil aus Kohle gewonnen würde.

Bedingungen für Fuhrpark-Umstellung auf E-Autos

Die Kanzlei ist bei der weiteren Prüfung auch zu dem Ergebnis gekommen, dass die Anschaffung von Elektrofahrzeugen durch die diversen Fördermaßnahmen bereits wirtschaftlich sinnvoll ist. Am Markt sind zudem Fahrzeuge vorhanden, die die erforderlichen Reichweiten im Alltagsbetrieb abbilden können. Sehr lange Strecken würden ohnehin besser mit der Bahn absolviert und vor Ort eine mobile Lösung gesucht. Rechtsanwalt Hans Peter Gunkel verweist auf folgende Programme, die Unternehmen zur Verfügung stehen:

  • 0 Prozent Finanzierung der NRW Bank für die Fahrzeugflotte inklusive der Umrüstungskosten für Ladestationen/Ladeinfrastruktur.
  • Kaufprämien: 6.000 Euro Zuschuss je Fahrzeug bis 40.000 Euro Anschaffungspreis + 3.000 Euro Herstellerzulage = 9.000 Euro; über 40.000 Euro Anschaffungspreis: 5.000 Euro Zuschuss + 2.500 Euro Herstellerzulage = 7.500 Euro.
  • 60 Prozent (maximal 2.000 Euro) Zuschuss je Wallbox/ Ladesäule von der Bezirksregierung Arnsberg.
  • Steuerbefreiung bei der Kraftfahrzeugsteuer.
  • Für normale E-Kfz gilt die normale Abschreibung auf sechs Jahre.
  • Für E-Lieferfahrzeuge gilt eine Sonderabschreibung von einmalig 50 Prozent.
  • Strom vom Arbeitgeber zum Laden des E-Fahrzeuges ist kein geldwerter Vorteil und muss nicht versteuert werden, auch nicht wenn er zuhause bezogen und vom Arbeitgeber ersetzt wird.
  • Die „Ein-Prozent-Regelung" zur Ermittlung des „geldwerten Vorteils" bei Dienstwagen wird nur aus einem Viertel des Anschaffungspreises ermittelt, also eigentlich eine 0,25-prozentige Besteuerung; der Wert der Batterie wird dabei noch herausgerechnet (2020 = 6.500 Euro maximal).
  • Kostenloses Laden an fünf Standorten der Stadtwerke Bielefeld (Schnellladestationen).

Rechtsanwalt Hans Peter Gunkel resümiert: „Wer einmal in einem Elektroauto gesessen hat, empfindet jeden Verbrenner als antiquierte Technik aus alten Zeiten. Auch die Wartung der Fahrzeuge kostet nur noch einen Bruchteil gegenüber herkömmlichen Autos. Wir freuen uns jetzt auf neue Chancen und auf die Umrüstung, die wir nun als Gesamtpaket angehen."

Was tun mit den vorhandenen Fahrzeugen? Wie geht man die Flottenumrüstung richtig an?
„Auch hier haben wir die passenden Lösungen für unsere Mandanten", erklärt Rechtsanwalt Hans Peter Gunkel. Man könne natürlich die vorhandenen Fahrzeuge einfach am Markt verkaufen. Aber auf dem „juristischen Weg" ließen sich deutlich höhere Einnahmen für das Fahrzeug erzielen – oft viele tausend Euro, was sich bei einer Flotte dann auch schnell zu spürbaren Summen addiere. Bekanntermaßen könnten Dieselfahrzeuge wegen der betrügerischen „Abgasreinigung" an die Hersteller zurückgegeben werden gegen Kaufpreiszahlung unter Abzug einer Nutzungsentschädigung.

Aber auch Leasingverträge oder Darlehen zur Fahrzeugfinanzierung böten häufig Fehler und Ansatzpunkte, um Verträge inklusive der Fahrzeuge rückabzuwickeln. „Wir prüfen diese Chancen/Optionen bei uns im Rahmen einer kostenlosen Erstberatung ohne Risiko für unseren Mandanten. Der Gesetzgeber räumt bei Fehlern den Kredit- und Leasingnehmern besondere Rechte ein, über die wir Sie natürlich gerne aufklären möchten. Ist beispielsweise der Effektivzinssatz falsch angegeben, muss dieser korrigiert und das Darlehen neu berechnet werden." Eine Flotte müsse auch nicht auf einmal ausgetauscht werden. Richtig sei es aber, hier Fahrzeug für Fahrzeug genau zu prüfen und die sich bietenden Chancen dann auch wahrzunehmen.

Förderung der E-Auto Fahrzeugflotten

Das Beantragen der Elektroauto-Prämie wird einfacher und schneller: Ab sofort tauschen die zuständigen Behörden automatisch Fahrzeugdaten aus, außerdem können Unternehmen Sammelanträge für bis zu 500 E-Autos stellen. Dank einer Zusammenarbeit zwischen Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) – zuständig für das Zentrale Fahrzeugregister – und dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) – hier wird die Prämie beantragt – lassen sich Fahrzeugdaten automatisch über eine digitale Schnittstelle austauschen. Die Antragsteller müssen nur ihre Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) eingeben und dem Datenaustausch zustimmen. Dies ist vor allem eine Erleichterung für Leasing-Kunden, die diese Unterlagen früher erst vom Leasinggeber einholen und dann beim BAFA einreichen mussten.

Darüber hinaus beschleunigt ein neues Sammelantragsverfahren die Förderung von Fahrzeugflotten. Unternehmen können beispielsweise die Innovationsprämie für bis zu 500 modellgleiche Fahrzeuge auf einen Schlag beantragen, die Daten werden automatisch per Fahrzeugidentifikationsnummer abgerufen. Weitere Informationen zum Förderprogramm Elektromobilität unter bafa.de/umweltbonus.

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