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Yusef Salaam bei einem Empfang der Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU). - © AFP
Yusef Salaam bei einem Empfang der Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU). | © AFP

Yusef Salaam Unschuldig Inhaftierter: "Trump hat ein Kopfgeld auf uns ausgesetzt"

Als Ende der 1980er-Jahre Teenager der Vergewaltigung bezichtigt wurden, forderte der damalige Immobilienunternehmer und heutige US-Präsident in Zeitungsanzeigen ihren Tod. Eine Netflix-Serie erzählt von dem Fall.

12.06.2019 | Stand 13.06.2019, 06:28 Uhr

Los Angeles (AFP). Einer von fünf in New York unschuldig verurteilten Minderjährigen hat den heutigen US-Präsidenten Donald Trump scharf angegriffen. "Als Trump in ganzseitigen Anzeigen in New Yorker Zeitungen unsere Hinrichtung forderte, hat er ein Kopfgeld auf uns ausgesetzt", sagte Yusef Salaam bei einem Empfang der Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) in Los Angeles zu Ehren der fünf Männer. Telefonnummern und Adressen veröffentlicht Der damalige Immobilienmogul Trump hatte 1989 Anzeigen geschaltet, in denen er wegen einer mutmaßlich von den Teenagern begangenen Vergewaltigung einer 28-Jährigen eine Wiedereinführung der Todesstrafe im US-Bundesstaat New York forderte. Damals seien auch ihre Namen, Telefonnummern und Adressen veröffentlicht worden, sagte Salaam. "Wir waren noch Babys. Das System hat uns überrannt." Die vier Afroamerikaner und ein hispanischstämmiger Jugendlicher aus Harlem waren irrtümlicherweise wegen der Vergewaltigung einer weißen Investmentbankerin im New Yorker Central Park verurteilt worden und saßen dafür teilweise bis zu 13 Jahre in Haft, bis der wahre Täter gestand. Netflix-Serie erzählt Schicksal in When They See Us" Von dem Schicksal der damals 14- bis 16-Jährigen erzählt eine jetzt im Streamingdienst Netflix angelaufene Mini-Serie unter dem Titel "When They See Us" von Regisseurin Ava DuVernay, die bereits das Bürgerrechtsdrama "Selma" über den schwarzen Bürgerrechtsaktivisten Martin Luther King verfilmt hatte. Die fünf Tatverdächtigen waren damals teilweise ohne Anwalt oder die Gegenwart eines Elternteils verhört worden und wurden schließlich trotz zahlreicher offener Fragen wegen Vergewaltigung und versuchten Mordes verurteilt. Schauspieler: "Keine Vergebung" 2014 einigten sich die Männer mit der Stadt New York auf eine Entschädigungssumme von insgesamt 41 Millionen Dollar. "Man kann nicht zum Mord an Kindern aufrufen und dafür jemals Vergebung erhalten", sagte der Schauspieler Joshua Jackson, der einen der Anwälte der Jungen spielt, zu Trumps damaliger Anzeige. Jackson beklagte, dass dies auch heute wieder so geschehen könne.

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