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Vieltexter oder Wenigtexter - zu welcher Sorte gehören Sie? - © Pexels.com,CCO
Vieltexter oder Wenigtexter - zu welcher Sorte gehören Sie? | © Pexels.com,CCO

Die Singlekolumne Das richtige Tempo beim Online-Flirt finden

Viel schreiben, oder nicht viel schreiben, das ist hier die Frage - das findet zumindest unsere Kolumnistin

Karoline Langenkämper
15.10.2019 | Stand 09.10.2019, 14:20 Uhr

Partnerbörsen sollen in ihrer Grundfunktion einen Raum schaffen, in dem Singles Kontakt zueinander aufnehmen können, nicht mehr und nicht weniger. Wie dieser Kontakt dann genau aussieht, ist den Singles überlassen. Ich habe den Eindruck, dass es zwei Kommunikationstypen gibt: die einen schicken gerne viel Textnachrichten hin und her und die anderen wollen sich lieber möglichst schnell im realen Leben treffen. Ich für meinen Teil gehöre eher zur ersteren Sorte, finde aber, dass beides seine Vor- und Nachteile hat. Die Vieltexter Der größte Kritikpunkt an den Vieltextern ist wohl, dass es vorkommen kann, dass man sich eine gefühlte Ewigkeit Nachrichten hin und her schickt und es letztendlich nie zu einem Treffen kommt. Dann hat man viel Zeit und Energie in eine Sache gesteckt und kommt trotzdem zu keinem Ergebnis. Das ist natürlich ärgerlich. Ein weiteres Risiko ist, dass man durch die vielen Nachrichten ein zu starkes Bild von seinem Gegenüber entwickelt, dem die Realität dann nicht mehr standhalten kann. Wenn es dann zu einem Treffen kommt, ist man enttäuscht. Aber es gibt auch Vorteile: mir gefällt, dass ich trotz des "nur” geschriebenen Wortes zumindest ein Gefühl dafür entwickeln kann, wie der andere tickt. Außerdem lässt sich so schon eine Verbindung aufbauen, an die man beim ersten Date gut anknüpfen kann. Gesprächsthemen ergeben sich sehr viel leichter und ich für meinen Teil fühle mich beim Date dann sicherer. Die Wenigtexter Auf der anderen Seite stehen die Wenigtexter, die oft schon in der ersten Nachricht klarstellen, dass sie ein Treffen im realen Leben ausmachen wollen. Klar, einen ersten Eindruck verschafft man sich am besten, wenn man einander gegenübersteht. Ob es zwischen zwei Menschen wirklich funkt, kann kein Chat der Welt tatsächlich sagen - auch nicht, wenn er fast Romanlänge erreicht. Das Risiko, das ich bei diesem Vorgehen sehe, ist allerdings, dass das Date schnell beliebig wirken kann. Wenn man so gut wie nichts über sein Date weiß und einfach nur darauf hofft, dass sich ein Kribbeln im Bauch einstellen wird, kann man mitunter lange warten. Dann hat man zwar viele Dates, die aber im schlimmsten Fall eher emotional inhaltslos sind.

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