0
Eine Trennung ist nicht leicht. Schmerz und Stress sind damit verbundene Faktoren.  - © Pexels.com,CCO
Eine Trennung ist nicht leicht. Schmerz und Stress sind damit verbundene Faktoren.  | © Pexels.com,CCO

Die Singlekolumne Vom Trennungsschmerz zum Trennungsstress

Eine Trennung fällt nie leicht. Unsere Kolumnistin fragt sich, was wiegt dabei schwerer: Trennungsschmerz oder Trennungsstress?

Karoline Langenkämper
24.10.2019 | Stand 25.10.2019, 16:06 Uhr

Ich lebe aktuell nicht mehr allein. Meine älteste Freundin Mareike kommt für ein paar Wochen bei mir unter, da sich ihr langjähriger Freund Heiko von ihr getrennt hat. Nach dem zunächst alles beherrschenden Trennungsschmerz, holt Mareike nun ganz allmählich der Trennungsstress ein. Ja, so eine Trennung tut nicht nur weh, sondern ist auch mit allerhand Aufwand verbunden. Die Beziehung von Mareike und Heiko hielt immerhin stolze 12 Jahre. Offene Fragen Momentan begleiten Mareike vor allem offene Fragen. Fragen, die den Trennungsschmerz nähren: Hätte ich die Trennung verhindern können? Was habe ich falsch gemacht? Habe ich Heiko zu selbstverständlich genommen? Gibt es vielleicht doch einen Weg zurück? Und falls ja, will ich das überhaupt? Und jetzt ploppen nach und nach Fragen auf, die den Trennungsstress einläuten: Wer bleibt eigentlich in der gemeinsamen Wohnung? Wann und wie löst man ein Haushaltskonto auf? Wer behält welche Möbel? Kann man den Vertrag für Internet und Telefon an den Partner, äh ich meine Ex-Partner, übertragen? Der Stress und der Schmerz geht wieder vorbei Eine Trennung und der damit verbundene Schmerz über eine Liebe, die nun nicht mehr ist, ist schon schwer genug. Die ganzen formalen Belastungen, die zusätzlich auf den oder die Verlassene einprasseln, zehren nochmal doppelt an der Substanz. Irgendwie scheint mir das nicht fair zu sein - aber so ist das nun mal im Leben. Im Fall von Mareike kann sie froh sein, dass sie und Heiko trotz den langen Beziehungsdauer nicht verheiratet waren. Eine Scheidung macht vieles nur noch komplizierter - ganz zu schweigen davon, wenn auch noch Kinder im Spiel sind. Trotzdem ist das für Mareike aktuell kein echter Trost. Also bleibt ihr nur Augen zu und durch. Letztendlich werden sowohl Trennungsschmerz, als auch Trennungsstress ihr Gutes haben. Der Schmerz führt dazu, dass sie mit der Beziehung und Heiko abschließen kann. So ist sie dann irgendwann bereit für jemand ganz neues. Und selbst der ganze Stress hat etwas Gutes, da sie aus ihm neues Selbstvertrauen schöpfen kann. Entweder, weil sie erlebt, was sie selbst alles stemmen kann und/oder, weil sie so viel Zuspruch und Unterstützung aus ihrem Umfeld und Freundeskreis erfährt. Denn auch wenn man es im ersten Moment aufgrund des ganzen Stresses und Schmerzes noch nicht spürt: eine Trennung bedeutet nicht wirklich, dass man alleine ist!

realisiert durch evolver group