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Die drei Leiter der Olympiastützpunkte in NRW haben sich in den vergangenen Wochen intensiv ausgetauscht und Lösungen entwickelt, um Sportlern so viel Normalität wie es geht zu ermöglichen (v.l.): Thomas Friedhoff (OSP Westfalen), Volker Lauer (OSP Rhein/Ruhr) und Daniel Müller (OSP Rheinland). - © LSB / Andrea Bowinkelmann
Die drei Leiter der Olympiastützpunkte in NRW haben sich in den vergangenen Wochen intensiv ausgetauscht und Lösungen entwickelt, um Sportlern so viel Normalität wie es geht zu ermöglichen (v.l.): Thomas Friedhoff (OSP Westfalen), Volker Lauer (OSP Rhein/Ruhr) und Daniel Müller (OSP Rheinland). | © LSB / Andrea Bowinkelmann

Ohne Wettkämpfe motiviert bleiben

Leistungssportler können wieder trainieren

19.08.2020 | Stand 19.08.2020, 12:19 Uhr

Keine Olympischen Sommerspiele in diesem Jahr, viele weitere Sportveranstaltungen fallen aus. Was bedeutet das für die drei NRW-Olympiastützpunkte (OSP) in Köln, Essen und Dortmund? Für Daniel Müller ist ganz klar: „Wir sind Dienstleister für Athletinnen und Athleten, besonders in Krisenzeiten. Deshalb geht es darum, möglichst viele Dinge weiterhin zu ermöglichen", sagt der Leiter des OSP in Köln. Immerhin könne der Trainingsbetrieb mittlerweile fast regulär umgesetzt werden, dazu habe sich der Austausch unter den drei OSP-Stützpunkten sowie mit Leistungssportdirektor Michael Scharf vom Landessportbund spürbar intensiviert: „Es herrschte schnell Einigkeit darüber, dass wir diese Krise auch als Chance begreifen wollen. So haben wir uns beispielsweise mehr um Sponsoren oder Netzwerke gekümmert."

Gespräche

Auch Müllers Kollege Volker Lauer (Essen) verdeutlicht: „In den vergangenen Wochen haben wir enorm viel Zeit und Kraft in die Unterstützung der Sportler bei der Wiederaufnahme der Trainings geleistet – und viele Gespräche mit Vereinen, Bundestrainern, Bundesstützpunktleitern, Städten, Sportämtern, Ordnungsämtern, Athleten oder Kooperationspartnern geführt. Sehr viele Sportarten haben diese Hilfe auch dankbar angenommen." Bei der Begleitung der Athleten auf dem Weg zur neuen Normalität werden außerdem wieder verstärkt trainingswissenschaftliche Aspekte angefragt, bei steigendem Trainingspensum nimmt gleichzeitig die physiotherapeutische Betreuung ebenfalls zu – wobei die Ausrichtung vermehrt auf ein digitales Miteinander setzt. Thomas Friedhoff aus Dortmund ergänzt: „Natürlich gibt es immer noch erhebliche Verunsicherung hinsichtlich Tokio. Zukünftige Wettkämpfe, Qualifikationen, Trainingslager sind nur bedingt planbar. Zurzeit leben wir von der Hand in den Mund, die Vorausplanungen erstrecken sich über wenige Wochen. Dabei ist unklar, wie sich die Corona-Lage in der internationalen Sportwelt entwickelt. Wir betrachten hier nicht nur die Lage in Europa, sondern müssen die Situationen in Staaten mit nicht so positiven Tendenzen berücksichtigen."

Motivation erhalten

Ob und wie Tokio 2021 stattfinden kann, will auch Michael Scharf, Chef aller Olympiastützpunkte in NRW, nicht voraussagen: „Fest steht, dass wir unsere Sportler mit allen uns zur Verfügung stehenden Kräften betreuen. Einige Verfahren haben sich zwar geändert und persönliche Kontakte erfolgen distanzierter, aber deshalb nicht weniger qualifiziert und motiviert. Wir sehen uns in der Pflicht, die Motivation unserer Sportler über den ungewissen Zeitraum aufrecht zu erhalten. Andererseits wäre Olympia 2021 als einziger sportlicher Höhepunkt im nächsten Jahr eindeutig zu wenig."

Individuelle Lösungen

So ist gerade Laufbahnberaterin Karin Sattler (Dortmund) stark gefordert: „In meinem Bereich steht ganz oben, für die Athleten jeweils individuelle Lösungen zu erarbeiten und eine Beratung zur besseren Bewältigung der neuen Situation anzubieten. Denn trotz der Tokio-Verschiebung soll die Karriereplanung bestmöglich vorangetrieben und der geänderte – möglicherweise finanzielle – Unterstützungsbedarf aufgefangen werden. Nachdem jetzt viele ihre Planung ein Stück weit selbst in die Hand nehmen können, steigt die Zufriedenheit wieder an." Spitzen-Fechterin Alexandra Ndolo stimmt Sattler zu: „Die schlimmste Phase für uns war, nicht zu wissen, was mit der Olympia-Qualifikation ist. Wir gehören wirklich zu den Degen-Mannschaften, die sich qualifizieren können, aber das Ticket eben noch nicht sicher haben. Dadurch hingen wir doppelt in der Luft. Als das dann geklärt war, konnten wir kurz durchatmen."

Viele Fragen

Trotzdem stellen sich natürlich viele Fragen, auf die Daniel Müller in Köln nicht immer eine erschöpfende Antwort parat haben kann: „Passt ein zusätzliches Jahr vollster Konzentration und vieler Entbehrungen in die individuelle Lebensplanung? Soll man ein Wartesemester an der Uni akzeptieren? Finde ich Regelungen mit Arbeitgebern wie der Polizei oder Schulen? Und: Soll ich möglicherwiese meine geplante Hochzeit verschieben? Da brummt bei vielen wirklich der Kopf!"

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