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Feiertage Was wird heute wieder gefeiert?

Es gibt viele Feier- und Gedenktage. Dazu haben wir aber auch noch Aktionstage. Manche davon sind allerings eher lustig als sinnvoll.

Tina Gallach
24.11.2019 | Stand 15.11.2019, 15:09 Uhr

Der erste Advent steht unmittelbar bevor – ihm folgen bis zum Jahreswechsel die besinnlichen Tage (na gut, wenn man den Geschenke- und Besuchemarathon abzieht), deren Bedeutung seit mehr als 2000 Jahren klar ist: Mit den Adventssonntagen bereiten sich die Christen auf das Fest der Geburt Jesu von Nazaret vor – auf Weihnachten. Diese Zeit verbringen die meisten von uns im Kreis ihrer Lieben. Der Name Advent kommt vom lateinischen adventus, was Ankunft bedeutet. Die vier Adventssonntage sind allerdings keine Feiertage. Das sind erst der 25. und 26. Dezember – die Weihnachtstage. An gesetzlichen Feiertagen wie diesen darf bis auf Ausnahmen nicht gearbeitet werden. Der Heilige Abend hingegen ist ein Stiller Tag, an dem besondere Einschränkungen gelten, die jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sind. Der nächste gesetzliche Feiertag ist dann Neujahr.

Der erste Advent steht unmittelbar bevor – ihm folgen bis zum Jahreswechsel die besinnlichen Tage (na gut, wenn man den Geschenke- und Besuchemarathon abzieht), deren Bedeutung seit mehr als 2000 Jahren klar ist: Mit den Adventssonntagen bereiten sich die Christen auf das Fest der Geburt Jesu von Nazaret vor – auf Weihnachten. Diese Zeit verbringen die meisten von uns im Kreis ihrer Lieben. Der Name Advent kommt vom lateinischen adventus, was Ankunft bedeutet. Die vier Adventssonntage sind allerdings keine Feiertage. Das sind erst der 25. und 26. Dezember – die Weihnachtstage. An gesetzlichen Feiertagen wie diesen darf bis auf Ausnahmen nicht gearbeitet werden. Der Heilige Abend hingegen ist ein Stiller Tag, an dem besondere Einschränkungen gelten, die jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sind. Der nächste gesetzliche Feiertag ist dann Neujahr. Es gibt aber nicht nur Feiertage und Stille Tage, es gibt zum Beispiel auch noch Gedenktage, Festtage und Aktionstage – jedes Jahr immer wieder. Und natürlich ist auch 2020 wieder prall gefüllt damit. Jeder einzelne dieser Tage will an bedeutende Ereignisse, Menschen oder Umstände erinnern. Einige von ihnen sind wirklich wichtig: So jährte sich etwa immer wieder der Beitritt des Saarlandes zur damals noch jungen Bundesrepublik am 1. Januar 1957. Welche Tage wichtig sind Im Juni 2020 vor 52 Jahren starb der Student Benno Ohnesorg bei Protesten gegen den Besuch des Persischen Schahs in Berlin, im kommenden Juli vor 27 Jahren wurde der frühere Generalsekretär des Zentralkomitees der SED in der ehemaligen DDR, Erich Honecker, nach Deutschland ausgeliefert und verhaftet. Und im Dezember vor 32 Jahren unterzeichneten Ronald Reagan und Michail Gorbatschow den INF-Vertrag über den Abbau atomarer Mittelstreckenraketen. Das sind alles historisch bedeutsame Ereignisse, deren Erinnerung unbedingt bewahrt werden sollte. Aktionstage sollen Aufmerksamkeit wecken Allerdings stehen diese wichtigen Gedenktage im ewigen Kalender nicht alleine dar. Sie werden flankiert von allerlei Aktionstagen, die sich wichtigen Themen unsere Zeit widmen – wie zum Beispiel der Tag der Tropenwälder. Initiiert vom WWF, soll er seit 1989 jedes Jahr am 14. September auf die fortschreitende Zerstörung lebenswichtiger Wälder aufmerksam machen. Einst bedeckten sie 14 Prozent der Erde, heute sind es noch sechs. Der Welt-Schlaftag hingegen lädt jedes Jahr am letzten Freitag vor dem Frühlingsanfang, pünktlich zur aufkeimenden Frühjahrsmüdigkeit dazu ein, sich schläfrige Gedanken zu machen. Nur soll man leider nicht einfach 24 Stunden schlafen. Vielmehr geht es an diesem 2008 vom Weltverband für Schlafmedizin (WASM) initiierten Tag darum, auf die Vorteile von gesundem Schlaf, und auf die Auswirkung, Behandlung und Prävention von Schlafstörungen aufmerksam zu machen. Es gibt aber auch amüsantere Aktionstage, die man sich nicht unbedingt merken muss – die aber durchaus einen Gedanken wert sind. Wer unter Schlafstörungen leidet, freut sich vielleicht über den 14. März: Den Pi-Tag – für Mathefans bestimmt ein furchtbar aufregendes Thema, für alle anderen möglicherweise eher einschläfernd. Man erinnere sich an endlose Mathestunden, in denen man gerne wenigstens Pi verstanden hätte – aber alles nur nach Bahnhof klang. Der Tag wurde 1998 wegen des Datums (auf amerikanisch schreibt man den 14. März 3/14) von Freunden der Zahl Pi , die mit den Ziffern 3,14 beginnt, in den USA initiiert. Wann Falschparker feiern können Ein paar Wochen davor, am 11. Februar kann man den Falschparkertag feiern. Er wurde 2015 erfunden und soll auf die unangenehme Angewohnheit von Autofahrern hinweisen, ihren fahrbaren Untersatz auf Rad- und Gehwegen abzustellen oder spontan in zweiter Reihe zu parken. Am 23. Februar ist dann der Tag der Schwertschlucker. Es ist allerdings ein Spartentag, denn weltweit gibt es nur rund 1.000 Künstler, die in der Lage sind, sich ein mindestens 38 Zentimeter langes und 2 Zentimeter breites Stahlschwert in den Schlund zu schieben, ohne ein Blutbad anzurichten. Organisiert sind die Schwertschlucker übrigens fast allesamt im Berufsverband Sword Swallowers Association International (SSAI). Gefälliger ist da dann doch der 6. März, der Tag der Tiefkühlkost. Da jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr rund 40 Kilogramm Tiefkühlkost verdrückt, dürfte er mehr Anhänger finden. Ins Leben gerufen hat diesen Tag übrigens der ehemalige Präsident der USA Ronald Reagan. Am 6. März 1984 gab es den ersten „Frozen Food Day“ in den USA. Und einen Tag später gibt es schon den Tag des Schweinebratens. Auch er ist eine amerikanische Erfindung – bei uns in Deutschland gibt es an diesem Datum nach der vielen Tiefkühlkost den Tag der gesunden Ernährung. Auch Unkraut hat einen eigenen Tag Über den 28. März werden sich alle Freunde des gepflegten Wildgartens freuen. Es ist der Ehrentag des Unkrauts. Eingeführt haben ihn im Jahr 2003 (Garten-)Blogger. Sie wollten daran erinnern, dass nicht alles pflanzlicher Müll ist, was ordentliche Gärtner nicht zwischen ihren Blumen haben möchten – sondern dass auch Pflanzen wie das Sommer-Adonisröschen, der Drüsige Ehrenpreis, die Kleinblütige Malve oder der Lämmersalat eine Daseinsberechtigung haben. Zum Unkraut zählen übrigens auch Bärlauch, Brennnessel oder Giersch. Alle drei sind bekannt, lecker und sogar gesund. Ein Schicksal, dass viele Unkräuter mit ihnen teilen. Sie sind in Wirklichkeit wirkungsvolle Kräuter oder sogar Heilpflanzen. Um bei Kräutern zu bleiben: Am 20. April findet alljährlich der internationale Kiffertag statt, ein weltweit berauschendes Fest. Ausgerufen haben ihn Marihuana-Liebhaber, und angeblich soll besonders in amerikanischen Universitätsstädten nach der amerikanischen Datumsschreibweise (4/20 für den 20. April) ab 16:20 Uhr ordentlich gekifft werden. Die Cannabis-Fans wollen damit ihrer Forderung nach Entkriminalisierung und Legalisierung von Hanf-Konsum Nachdruck verleihen. Wenn es dabei aus Versehen mal brennt: Jeder Freitag der 13. ist der Tag des Rauchmelders. Die Kampagne wurde vor 19 Jahren ins Leben gerufen und soll daran erinnern, dass privater Brandschutz keine Glückssache ist, sondern eine verantwortungsvolle Aufgabe. Mit-Initiator der Kampagne war der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Seit dem Jahr 2000 etwa hat sich die Zahl der Brandtoten von jährlich 800 auf rund 400 halbiert. Ein Aktionstag mit gleich drei unterschiedlichen Daten ist der Tag des Regenwurms. Er kann am 15. Februar, am 23. April oder am 23. Juni gefeiert werden. Ursprünge und Initiatoren sind unklar – es soll angeblich aber eine Tierschutzgruppe im Jahr 2005 gewesen sein, die ihn ins Leben gerufen hat. Zu Recht! Immerhin ist der Regenwurm wirklich ein äußerst nützliches, für das ökologische Gleichgewicht wichtiges Tierchen. Einer der ersten Welttage wurde übrigens am 31. Oktober 1948 von den Vereinten Nationen (UN) ausgerufen – als Tag der Vereinten Nationen. Ihr sind Unterorganisationen, andere Einrichtungen und Privatleute gefolgt. Und so reiht sich ein Tag an den nächsten – egal. Ob sinnvoll oder spaßig, ob wichtig oder völlig überflüssig. Wie dem auch sei: Sollten Sie demnächst also mal mehrere Menschen ohne Hose oder mit verkleideten Haustieren sehen: Keine Panik, sie feiern einfach nur einen besonderen Tag! Das sind Gedenktage: Es gibt sie weltweit und sie erinnern an wichtige historische Ereignisse oder an Menschen von hoher nationaler, staatlicher oder religiöser Bedeutung, die Großes geleistet haben – wie zum Beispiel Politiker, Philosophen, Wissenschaftler oder auch Sportler. Sie werden unterteilt in Gründungstage, Geburts-, Todes oder Ehrentage, bewegliche Gedenktage und Welttage. Ein Beispiel ist der 20. Juli und das fehlgeschlagene Attentat auf Adolf Hitler 1944. Das sind Feiertage: Sie sind festgelegte arbeitsfreie Tage mit besonderer Feiertagsruhe von gesellschaftlichem oder religiösem Rang. Alle Kulturen weltweit haben Feiertage. Viele von ihnen sind international gleichgeschaltet, andere werden in unterschiedlichen Kulturen unterschiedlich belegt. Beispiele sind Weihnachten, Neujahr, Ostern oder Pfingsten. Der Begriff Feiertag soll sie umgangssprachlich zu den Werktagen und zu den Wochenenden abgrenzen. Das sind Aktionstage: Sie werden meist von Organisationen, öffentlichen Einrichtungen oder Privatleuten zu einem bestimmten Thema organisiert. Abgeleitet vom lateinischen Wort actio, was Handeln oder Tätigkeit bedeutet, sollen sie auf Missstände aufmerksam machen und zum Handeln aufrufen. Der Weltkindertag etwa erinnert jedes Jahr am 20. September daran, dass auch Kinder Rechte haben, die nicht verletzt werden dürfen. In anderen Ländern hat er ein anderes Datum.

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