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Seniorinnen und Senioren werden über den Verein "Madame Grand-Mère" an Familien auf der ganzen Welt vermittelt. - © Symbolbild Pixabay
Seniorinnen und Senioren werden über den Verein "Madame Grand-Mère" an Familien auf der ganzen Welt vermittelt. | © Symbolbild Pixabay

NRW Wie Senioren-Au-Pairs Familien in der ganzen Welt unterstützen

Mona Ortmann-Portack aus Mettmann half schon Familien in Hongkong, Lissabon und Washington. Sie berichtet von ihren Erfahrungen als Granny-Au-Pair

Andrea Sahlmen
09.05.2019 | Stand 09.05.2019, 15:15 Uhr

Mettmann. "Man muss schon ein bisschen Mut haben", sagt Mona Ortmann-Portack. Mut, als Seniorin in ein fremdes Land zu reisen, um eine Familie zu unterstützen. Genau das hat die Seniorin vor fünf Jahren zum ersten Mal gemacht. Der gemeinnützige Verein "Madame Grand-Mère" vermittelt Au-Pair-Senioren an Gastfamilien auf der ganzen Welt und schickte Ortmann-Portack im Jahr 2014 nach Hongkong. Auf das Angebot aufmerksam wird die Rentnerin per Zufall. Sie ist mit der Deutschen Bahn unterwegs und liest im Kundenmagazin einen Bericht über den Verein aus Prien am Chiemsee. "Ich fühlte mich direkt angesprochen und habe sofort bei "Madame Grand-Mère angerufen", sagt Ortmann-Portack. Für sie ist der Verein ein absoluter Glücksfall. Gute Vorbereitung durch den Verein Denn im Jahr 2014 bricht die Pensionärin zu ihrem ersten Einsatz als Au-Pair nach Hongkong auf. "Für mich war es das interessanteste Angebot, weil es am weitesten weg war", erklärt die nun 71-Jährige. Obwohl sie das erste Mal in ihrem Leben in Asien ist, hat sie keine Angst vor dem Aufenthalt in Hongkong. Was auch an der guten Vorbereitung durch "Madame Grand-Mère" liegt. "Von Anfang an habe ich eine sehr persönliche Beratung bekommen und Frau Emmerinck hat sich unheimlich viel Zeit für mich genommen", lobt Ortmann-Portack. Neben regelmäßigen Skype-Telefonaten zum Kennenlernen der Familien auf Zeit, kann die Seniorin ihre Gastfamilie sogar in Deutschland kennenlernen. So können erste Berührungsängste im Vorfeld ausgeräumt werden. Weitere Einsätze in Lissabon und Washington Drei Monate lang betreut Ortmann-Portack in Hongkong vor allem das tibetische Adoptivmädchen der Familie. Als Kind einer Deutschen soll die Kleine ihre Sprachkenntnisse weiter verbessern, weshalb die 71-Jährige sie hauptsächlich bei ihren Hausaufgaben unterstützt. Doch die Reise nach Asien soll nicht die einzige in den vergangenen Jahren bleiben. Weitere Einsätze als Au-Pair folgen, die Rentnerin geht nach Lissabon und verbringt ein halbes Jahr in Washington. Die Länge der Reisen sind dabei variabel. "Es wird komplett auf die Bedürfnisse und Wünsche aller Parteien eingegangen", betont Ortmann-Portack. So kommen auch ihre Kinder und Enkelkinder in der Heimat voll auf ihre Kosten. Gastfamilien werden zu Freunden Probleme mit den Gastfamilien hat die Seniorin nie erlebt. Im Gegenteil. "Wir haben immer noch Kontakt und sind befreundet", sagt Ortmann-Portack über die Familie aus Lissabon. Vor kurzem war sie zum Geburtstag eines Familienmitglieds eingeladen. Für ihren Einsatz erhalten die Grannys ein Taschengeld, sie wohnen bei der Familie kostenlos mit und ihr Flug wird ebenfalls übernommen. Lediglich für die Vermittlung fällt ein kleiner Betrag für die Senioren an. Man komme aber ja auch nicht wegen der Bezahlung, so die 71-Jährige. "Es ist sicherlich von Vorteil, wenn man die Landessprache spricht", rät Ortmann-Portack anderen Interessierten. Und man müsse schon etwas mit der geschenkten Zeit anfangen können. Sie kann das und überlegt bereits, wo die nächste Reise hingehen könnte. "In Tennessee gibt es ein interessantes Angebot", sagt sie. "Da war ich noch nie."

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