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Elmar Simon, Inhaber und Küchenchef vom Restaurant Balthasar in Paderborn. - © Marc Köppelmann
Elmar Simon, Inhaber und Küchenchef vom Restaurant Balthasar in Paderborn. | © Marc Köppelmann

Restaurantführer Paderborner Restaurant ist unter den Top-zwölf in NRW

„Koch des Jahres“ ist der Münchner Küchenchef Tohru Nakamura, Gastronom des Jahres ist Günther Jauch.

04.11.2019 | Stand 04.11.2019, 17:12 Uhr

Düsseldorf (dpa). Der Restaurantführer „Gault&Millau" beurteilt jährlich ambitionierte Restaurants. Unter die zwölf besten Restaurants in NRW wählten die Tester das "Balthasar" in Paderborn. Mit neun anderen Gourmettempeln landete es auf dem dritten Platz und ist damit die beste kulinarische Adresse in Ostwestfalen-Lippe. Elmar Simon, Inhaber und Küchenchef vom Balthasar, erhielt erstmals 1998 einen Michelin-Stern für seine herausragende Küche. Diesen Stern hat er bis heute jedes Jahr wiedererlangt. Regelmäßig erhält er im "Gault&Millau" mindestens 17 Punkte. Vier ambitionierte Köche hat der "Gaul&Millau" zu Aufsteigern des Jahres in NRW ernannt. Die jungen Spitzenköche sind Daniel Gottschlich und Erik Schmitz vom Kölner Restaurant „Ox&Klee" sowie Oliver Röder und Filip Czmok von „Bembergs Häuschen" in Euskirchen. In der Deutschlandausgabe 2020 des Gastroführers erkochten sie sich 17 von 20 möglichen Punkten. Das stehe für „höchste Kreativität und bestmögliche Zubereitung", erklärte der „Gault&Millau". Fichtenaufguss und Gundermann Die Küchenmeister servieren Gerichte wie „Hahnenkamm mit Bohne, Mispel und Bonito". Oder bringen zu „Auster und Kalbsherz" einen Fichtenaufguss und das Allerweltskraut Gundermann auf den Teller. Unangefochten an der Spitze aber bleibt Joachim Wissler vom „Vendôme" in Bergisch Gladbach. Als „Produktfetischist und Meister im Dirigieren eines großes aromatischen Orchesters" wird der 56-Jährige charakterisiert. Seit nunmehr 11 Jahren führt er das Feld der Spitzenköche in NRW an mit 19,5 Punkten. Bundesweit haben nur acht Köche diese Höchstnote für Weltklasse-Restaurants. Die Kritiker würdigen seine beständige Kreativität und seine neuesten Gerichte, etwa Ente mit Blaubeerkompott, Schwarzwurzel und Ingwerjus. Allgemein lobte der Restaurantführer die junge Generation dafür, dass ihnen die Endlichkeit der Ressourcen bewusst sei. „Eine Küche, die die Schätze heimischer Natur hochachtet, die Saison respektiert und alles vom Tier und von der Pflanze verwendet, was essbar ist", erklärte Chefredakteurin Patricia Bröhm. Lob für Fernsehkoch Björn Freitag Freuen kann sich Fernsehkoch Björn Freitag über die Wertung für seinen „Goldenen Anker" in Dorsten. Die Tester lobten einen pochierten Schellfisch, der „kunstvoll" in ein Geflecht von schmalen Zucchinistreifen gehüllt wurde. Freitag und Christoph Kaiser steigerten sich auf 16 Punkte. Die oft scharfzüngigen Tester des „Gault&Millau" bewerteten 144 Restaurants in NRW. Im Vergleich zur Vorjahresausgabe wurden 28 Restaurants neu aufgenommen und 51 „langweilig gewordene" gestrichen. Günther Jauch ist Gastronom des Jahres Günther Jauch (63, „Wer wird Millionär") ist vom Restaurant-Führer „Gault&Millau" zum „Gastronom des Jahres" gekürt worden. Er bekommt die Auszeichnung für sein Restaurant „Villa Kellermann" in Potsdam, das erst vor rund einem Monat eröffnet wurde. „Er ließ ein Stück Kulturgut aufwendig renovieren, öffnet es für ein genussfreudiges Publikum und schenkt Potsdam in Zusammenarbeit mit Tim Raue ein Vorzeigerestaurant mit weltläufigem Flair", urteilten die Tester.Auf der Speisekarte stehen unter anderem „Entenleberterrine Sanssouci", Rindertatarstulle mit Sauerampfer und Saiblingskaviar oder „Königsberger Klopse". Jauch, der selbst in Potsdam lebt, hatte die Villa gegenüber dem Schloss Cecilienhof vor gut drei Jahren gekauft und sie denkmalgerecht sanieren lassen. Das im Jahr 1914 errichtete Gebäude am Heiligen See ist nach dem Schriftsteller Bernhard Kellermann („Der Tunnel") benannt. Zu DDR-Zeiten wurde es vom DDR-Kulturbund genutzt - als öffentlicher Treffpunkt von Intellektuellen, Künstlern und Schriftstellern. Nach der Wende wurde in der Villa einige Jahre lang ein beliebtes Restaurant mit italienischer Küche betrieben. Für die Deutschland-Ausgabe des „Gault&Millau", die am Dienstag erscheint, haben die 32 Kritiker mehr als 1.000 Restaurants getestet. Die wichtigste Auszeichnung „Koch des Jahres" bekam der Münchner Küchenchef Tohru Nakamura.

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