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Jürgen Hofmann bietet einen exklusiven Wein an – Die Sorte Tauberschwarz wird nur im Taubertal angebaut. - © Stefan Gärtner Eventmanagement
Jürgen Hofmann bietet einen exklusiven Wein an – Die Sorte Tauberschwarz wird nur im Taubertal angebaut. | © Stefan Gärtner Eventmanagement

Mein Wein "Ein guter Wein entsteht nicht im Keller"

Genuss: Jürgen Hofmann keltert im fränkischen Taubertal ausgezeichnete Rotweine. Er verwendet eine Rebsorte, die es sonst nirgendwo in Deutschland gibt.

Maike von Galen
28.09.2019 | Stand 28.09.2019, 09:54 Uhr

Röttingen. Es ist nicht leicht, Jürgen Hofmann in diesen Tagen ans Telefon zu bekommen – der Winzer ist viel beschäftigt: Der Keller muss vorbereitet werden für all die Trauben, die jetzt nach und nach in den Weinbergen gelesen werden. Zunächst der Bacchus, eine weiße Rebsorte, die hellgelbe, leichte bis mittelkräftige Weine hervorbringt. Danach kommt der Tauberschwarz – eine rote Traube, die es nur hier in der Region gibt: Dem Taubertal. Hier, im südlichen Franken, hat sich die Familie Hofmann seit vielen Generationen dem Weinbau verschrieben. Es ist eine Geschichte, wie man sie von vielen Weingütern in Deutschland kennt: Jürgen Hofmanns Großvater hat seine Trauben noch an Kellereien gegeben, den Wein nicht selbst in Flaschen abgefüllt. Sein Sohn – Jürgen Hofmanns Vater Alois – vergrößerte den Betrieb, kaufte weitere Flächen hinzu. „Wir haben mit einem Hektar angefangen, heute bewirtschaften wir acht Hektar Rebfläche", erzählt Jürgen Hofmann. Mit vier roten und vier weißen Rebsorten sind die bepflanzt – ihre Bewirtschaftung stemmt die Familie bis heute fast ausschließlich allein. Nur jetzt im Herbst, wenn die Lese ansteht, kommt ein Erntehelfer hinzu. »Wir sind Winzer und wir leben das auch« Ansonsten gilt: Jeder packt mit an im Hause Hofmann: „Wir sind Winzer und wir leben das auch", sagt Jürgen Hofmann: Seine Mutter kümmert sich um den Weinverkauf, seine Frau um die Gästezimmer auf dem Weingut. Auch Hofmanns Töchter helfen mit – zumindest in den Ferien. „Das ist jetzt gerade noch zu stemmen – würden wir weiter wachsen, bräuchte ich auf jeden Fall Hilfe", sagt Hofmann. Sein Vater hat ihm früh die Verantwortung im Weingut übertragen. Schon mit 16 machte Hofmann seinen ersten eigenen Wein. Fragt man ihn, wie er in diesem Alter schon wissen konnte, was ein guter Wein ist, muss Hofmann erst einmal darüber nachdenken: „Natürlich probiert man schon mal und riecht sehr viel an Wein, auch als Kind", sagt er dann und nach langer Pause: „Vielleicht hat man es einfach im Blut, so als Winzersohn." Den Beruf klassisch gelernt Gelernt hat er den Beruf dann aber auch noch klassisch, mit Winzerausbildung und Önologie-Studium in Geisenheim: „Alles, was ich dort gelernt habe, konnte ich zuhause direkt umsetzen, das war ein Riesenvorteil", sagt Hofmann im Rückblick. Wichtig ist ihm bei seinen weißen Weinen, dass sie eine „präzise klare Frucht" haben müssen: „Der Wein muss riechen, wie die Traube auch: Er braucht Saftigkeit und Frische." Zu den Roten gehöre dann auch immer Holz: „Sie sind milder und weicher, aber immer noch präzise in der Aromatik." Entscheidend ist für Hofmann dabei die Arbeit in den Reben: „Einen guten Wein macht man nicht im Keller, sondern schon im Weinberg." Der Erfolg gibt ihm recht: In allen großen Führern ist das fränkische Weingut inzwischen gelistet, bekommt dort Jahr für Jahr ausgezeichnete Bewertungen. Viel Sonne und ein bisschen Niederschlag Auch der neue Jahrgang, so hofft Hofmann, könnte wieder besondere Weine hervorbringen: Das Wetter im Taubertal war 2019 noch etwas besser als 2018: Neben viel Sonne gab es auch immer ein bisschen Niederschlag. „Die Trauben sind alle gesund, wir hoffen das beste", sagt Hofmann und eilt zurück in seinen Keller. Ein Vollblut-Winzer eben.

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