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Wie kommt der Ketchup perfekt aus der Flasche? Nach fast 150 Jahren gibt es nun eine Antwort.  - © Heinz
Wie kommt der Ketchup perfekt aus der Flasche? Nach fast 150 Jahren gibt es nun eine Antwort.  | © Heinz

Service Heinz löst Rätsel: So läuft der Ketchup ganz einfach aus der Flasche

Der Konzern Kraft Heinz steht finanziell unter Druck

Talin Dilsizyan
09.09.2019 | Stand 09.09.2019, 15:04 Uhr

Toronto. Die klassische Ketchup-Flasche von Heinz stellt seit fast 150 Jahren Verbraucher in aller Welt vor eine besondere Herausforderung. Breiter Körper, unverhältnismäßig schmaler Hals - Verbraucher schütteln, klopfen, nehmen lange Löffel und Messer zur Hand, um die süßliche Sauce aus Tomatenmark auf Burger, Hot Dogs oder Pommes zu bekommen. Der Hersteller verrät nun, wie leicht es tatsächlich geht. Mehr als 650 Millionen Flaschen Ketchup verkauft das Pittsburgher Unternehmen jedes Jahr in insgesamt 140 Ländern. Heinz hat nun in Kanada seine Flaschen ganz besonders gekennzeichnet, um Kunden einen wichtigen Tipp zur Handhabung zu geben. Die Etikette auf Bauch und Hals sind ganz bewusst schief aufgeklebt. Sie zeigen so "den perfekten Winkel zum Ausschütten an". In einem Werbevideo, das in einem Test-Supermarkt in Toronto gedreht wurde, ist zu sehen, dass Verbraucher diesen Tipp verstehen: Die "perfekt ausschüttende Flasche" verrät somit, dass ein Winkel von etwa 40 Grad ideal ist, um ohne Hilfsmittel und größere Kraftanstrengung Ketchup auf den Teller zu bekommen. Einmal kippen reicht, damit eine gute Portion der Sauce ausfließt - nicht nur ein paar Tropfen und auch kein großer Schwall, der einen knusprigen Haufen Pommes komplett ertränkt. Kampf der Traditionsmarken Die Marke H.J. Heinz gehört zum US-Konzern Kraft Heinz. Im Jahr 2015 fusionierte Kraft Foods mit Marken wie Milka, Oreo, Miracle Whip oder Jacobs mit der für seinen Ketchup bekannten Pittsburgher Hersteller H.J. Heinz. Milliardär Warren Buffett und seine Investment-Holding Berkshire Hathaway sowie die brasilianische Private Equity Gesellschaft 3G vereinten die beiden Konzerne unter einem Dach. Kraft Heinz sollte ein starker Player auf dem Lebensmittelmarkt werden, wachsen, mit weiteren Unternehmen fusionieren. Stattdessen ist die Bilanz nach zwei Jahren ernüchternd, wie etwa das Handelsblatt berichtet. Nischenprodukte, die Trends aufgreifen, können wichtige Marktanteile gewinnen. Der große Konzern hat 2018 nach knapp 11 Milliarden Gewinn im Vorjahr einen Verlust von 10,3 Milliarden Euro verzeichnet. Nach einer Abschreibung von 15,4 Milliarden Marken auf die Marken von Kraft und Oscar Mayer Anfang 2019 gab Buffet gegenüber CNBC zu, dass er verschiedene Fehler in Beug auf Kraft Heinz begangen habe. "Wir haben zu viel für Kraft bezahlt." Neben dem mäßigen Umsatz und steigenden Kosten belasten auch fehlerhafte Bilanzen den Konzern. Die amerikanische  Börsenaufsicht SEC prüfte im Oktober 2018 die Bilanzierungspraxis. Es stellte sich heraus, dass die Herstellungskosten für die verkauften Produkte zu niedrig ausgewiesen wurden. Tatsächlich lagen sie bei 208 Millionen US-Dollar.

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