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Weiß, wie es geht: Der selbstständige Forstwirt Hubertus Göllner bildet Waldarbeiter im Umgang mit der Motorsäge aus. - © Burkhard Battran
Weiß, wie es geht: Der selbstständige Forstwirt Hubertus Göllner bildet Waldarbeiter im Umgang mit der Motorsäge aus. | © Burkhard Battran

Höxter Selbst Holz machen: An erster Stelle steht die Sicherheit

Profi-Ausbilder Hubertus Göllner gibt Tipps für den richtigen Umgang mit der Motorsäge - was zur Ausrüstung gehört und wie Unfälle vermieden werden

Burkhard Battran
01.11.2019 | Stand 02.11.2019, 14:59 Uhr

Kreis Höxter. Wenn das Kettenblatt wie Butter durch die Buche schneidet, die Luft erfüllt ist vom ätherischen Duft frisch gesägten Holzes und man am Ende der Arbeit klafterweise sein eigenes Brennholz vor dem Kamin stapeln kann, das ist schon eine waldromantische Vorstellung. Der Herbst ist die Zeit des Holzmachens. Aber es ist vor allem Vorsicht geboten, denn Motorsägen sind äußerst aggressive Arbeitsgeräte. „Egal, ob man einmal im Jahr oder jeden Tag mit so einem Gerät arbeitet, es müssen immer dieselben Sicherheitsvorschriften beachtet werden", sagt Motorsägen-Technikausbilder Hubertus Göllner (61). Der selbstständige Forstwirt ist Experte im Umgang mit der Motorsäge und leitet für das Höxteraner Bildungszentrum für Beruf und Umwelt Profi-Fachseminare zum Umgang mit der Motorsäge. Das oberste Prinzip beim Umgang mit der Kettensäge Sicherheit ist für Göllner das oberste Prinzip beim Umgang mit der Kettensäge. Zuerst ist da die Schutzkleidung. Sie umfasst zwingend Hose, Jacke, Handschuhe in Schnittschutzausführung und einen Forsthelm mit großem Schutzvisier. 200 Euro sind da schnell weg, besonders wenn man ordentliches Schuhwerk haben will und nicht nur Plastikstiefel in Schnittschutzausführung. „Ein Helm sollte nach fünf Jahren ausgetauscht werden, auch wenn die Schale nicht beansprucht wurde. Denn nur so lässt sich optimaler Schutz gewährleisten", erklärt Göllner. Ein Helm kostet 40 Euro aufwärts. Ordentliche Schutzhandschuhe gibt es bereits ab unter 20 Euro. Für eine Schnittschutzhose muss man etwa 60 bis 80 Euro hinlegen, eine entsprechende Jacke kostet ebenfalls mindestens 60 Euro. Die Kette muss sofort stoppen Aber auch das Gerät muss regelmäßig auf seine Sicherheit überprüft werden. „Jede Kettensäge muss mit speziellen Sicherheitseinrichtungen ausgestattet sein, die vor jedem Einsatz überprüft werden sollten", sagt Göllner.Dazu gehört die Kettenbremse. Sie soll verhindern, dass sich eine laufende Kette dem Kopf oder dem Schulterbereich nähert. Die Kettenbremse wird mit dem vorderen Handschutz bedient, der beim Zurückschlagen die eigentliche Bremse auslöst. Dies geschieht innerhalb von Sekundenbruchteilen. Auch beim Bewegen mit der Säge von einer Position zur anderen sollte die Kettenbremse eingelegt werden. Zur Prüfung wird die Kettenbremse im laufenden Betrieb bewusst mit dem Handrücken ausgelöst. Die Kette muss sofort stoppen. Zentrales Sicherheitselement ist der Kettenfangbolzen Ein anderes zentrales Sicherheitselement ist der Kettenfangbolzen. Im Betrieb sind Sägeketten hohen Belastungen ausgesetzt. Sie erreichen problemlos Geschwindigkeiten von 25 Meter pro Sekunde und mehr. Reißt die Kette unter dieser Belastung, so kann sie von der Schwertunterseite her in Richtung des Benutzers zurückschlagen und schwere Verletzungen verursachen. Jede moderne Motorsäge verfügt daher über eine Einrichtung zum Abfangen einer gerissenen Sägekette. Die Prüfung des Kettenfangbolzens beschränkt sich auf dessen Vorhandensein und festen Sitz. Auch bei der Arbeit sollten Sicherheitsregeln eingehalten werden. „Die Säge merkt nicht, ob sie durch Holz oder einen Arm schneidet", warnt Göllner. Die Kettensäge solle immer dicht am Körper geführt werden. Das sorge für ein gutes Gleichgewicht, und die Säge fühle sich leichter an. „Niemals sollte das Gerät oberhalb der Brusthöhe eingesetzt werden", rät Göllner. Für den sicheren Stand sollten die Beine gespreizt und die Füße leicht versetzt positioniert sein, damit eine blockierende Säge einen nicht gleich aus dem Gleichgewicht bringt. Die Volkshochschulen im Kreis Höxter bieten aktuell keine Kurse im Umgang mit der Motorsäge an. Regelmäßige Schulungen gibt es im Bildungszentrum Beruf und Umwelt: www.imstrom.de

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