Die Damen im Stück: (v. l.) Kirsten Potthoff, Josephine Mayer und Eva Brunner singen auch gemeinsam. - © Christoph Meinschäfer
Die Damen im Stück: (v. l.) Kirsten Potthoff, Josephine Mayer und Eva Brunner singen auch gemeinsam. | © Christoph Meinschäfer

Paderborn Große Bühne für eine Stimme im Theater Paderborn

Das Theater Paderborn spielt ab Samstag „Little Voice“. Für ein Mädchen ist ihr Gesang Fluch und Segen zugleich

Holger Kosbab
28.11.2018 | Stand 28.11.2018, 08:45 Uhr

Paderborn. Judy Garland, Shirley Bassey, Marlene Dietrich und Marylin Monroe: Diese vier Ikonen der Musik- und Filmgeschichte ermöglichen Laura das Leben, ja vielleicht das Überleben. Nach dem Tod ihres Vaters ist das Mädchen völlig verschüchtert und nahezu stumm; spricht sie, dann nur ganz leise. Zum Fluchtpunkt wird die Musik, die ihr Vater liebte und die er ihr hinterlassen hat. Irgendwann kann sie die Songs perfekt imitieren. Das ist jedoch Fluch und Segen zugleich, wie das Theater Paderborn in der Inszenierung „Little Voice" von Katharina Kreuzhage ab Samstag, 1. Dezember, zeigt. Von ihrer Mutter Mari, mit der Laura in einer Hassliebe zusammen lebt, wird sie wegen ihrer leisen Stimme „Little Voice" (kurz L.V.) genannt. Doch ihre Mutter ist an dem Kind nur wenig interessiert. Auch das permanente Singen nervt sie. Als ihr aktueller Liebhaber Ray Say in der Stimme von L.V. Potenzial für eine große Karriere wittert, zerrt sie ihre Tochter gegen deren Willen auf eine Nachtclubbühne. Nach dieser Erfahrung möchte L.V. nicht noch einmal öffentlich singen. Doch es kommt anders. Josephine Mayer, ausgestattet mit Gesangserfahrungen unter anderem in Bands, muss als L.V. singen wie Garland, Bassey, Dietrich und Monroe. Peter Stolle, der auch den Theaterchor leitet, hat mit ihr die Herausforderung angepackt, die vier unterschiedlichen Stimmcharakteristika einzufangen. Die Musikarrangements sind von Sebastian Müller. Keine klassische Musikproduktion Im Vergleich zu den vergangenen Musik-Inszenierungen des Theaters wie „Blues Brothers" oder „Die Blume von Hawaii" ist es keine klassische Musikproduktion. Das betont Regisseurin Kreuzhage. Die Musik hat diesmal eine klare Funktion in der Geschichte. Eine Big-Band mit sechs Bläsern und einer dreiköpfigen Rhythmusgruppe gibt es aber dennoch. Neben Josephine Mayer spielen Eva Brunner (Mutter), Alexander Wilß (Say Ray), Ogün Derendeli, Kirsten Potthoff, Oliver Fobe und David Lukowczyk. Für die Premiere am 1. Dezember gibt es noch Tickets an der Theaterkasse, unter 05251/2881100 oder per E-Mail an kartenservice@theater-paderborn.de.

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