Endmontage: Ute Hindahls zweiteilige Stahlskulptur steht am Ortseingang Oeldes. - © privat
Endmontage: Ute Hindahls zweiteilige Stahlskulptur steht am Ortseingang Oeldes. | © privat

Kultur Meterhohe Stahlskulptur der Bielefelder Künstlerin Ute Hindahl steht in Oelde

Die Arbeit namens „Wegbereiter“ ist 5,40 Meter groß und ist jetzt an einem Verkehrsknotenpunkt aufgestellt

Bielefeld/Oelde. Erst kürzlich waren Ute Hindahls Skulpturen, die sie aus toten Ästen formt, mit Gips überzieht und in Bronze gießt, im Meller Kunstverein zu sehen. Filigrane, zarte Mischwesen, halb Mensch, halb pflanzliches Etwas, sind das, die mit ihren langen Beinen weit in den Raum schreiten, ihn scheinbar erobern wollen. Doch die 44-jährige gelernte Bildhauerin, kann auch anders – groß, wuchtig, hoch. In Oelde wurde jetzt ihre zweiteilige, 5,40 Meter hohe und 3,40 breite Stahlskulptur „Wegbereiter" im Kreisel Von-Büren-Allee/In der Geist aufgestellt. Eine Art modernes Stadttor, das nun an dieser Einfallsstraße auf die Stadt dahinter verweist und die Besucher begrüßt. Die Stelen zeigen Konturen der Stadt im Jahr 1830 Die Bielefelderin war unter den sechs Künstlern, die die Kulturstiftung der Sparkasse Oelde-Ennigerloh vor einem Jahr eingeladen hatte, eine künstlerische Idee für die Gestaltung des Kreisels zu schaffen. „Vorgaben gab es so gut wie keine, lediglich Historie und Moderne sollten in dem Kunstwerk eine Verbindung eingehen und die Menschen willkommen geheißen werden", erzählt die Künstlerin. Diese Offenheit habe sie gereizt, mitzumachen. Am Ende überzeugte sie das Kuratorium der Stiftung mit ihrem Entwurf. „Für mich war bei meinen Recherchen für das Projekt schnell klar, dass ich eine Art modernes Stadttor schaffen wollte, denn dieser Kreisel ist ein wichtiger Knotenpunkt durch den viele Menschen nach Oelde hineinkommen", betont Hindahl. Doch sie habe nicht historisieren wollen und sich für eine moderne, abstrakte Formensprache entschieden. Die Idee für das zweigeteilte Kunstwerk fand sie in einem alten Stadtplan Oeldes, der den bebauten Grund rechts und links der Langen Straße in Oelde wiedergab – und zwar so wie er im Jahr 1830 aussah. „Diese Konturen habe ich aufgenommen und auf meine beiden Stelen übertragen", so Hindahl. Der leere Raum dazwischen stehe für die Lange Straße. Die Spannung der Skulptur entsteht für Hindahl aus eben dieser Begegnung zwischen dem nun in Stahl geformten historischen Grundriss, der reduzierten, modernen Formensprache ihrer Skulptur und dem stark frequentierten Kreisverkehr, der für die moderne Verkehrsführung und das heutige Oelde stehe. Es war ein ergreifendes Gefühl, die Skulptur beim Metallbauer zu sehen „Mich reizt genau dieses Zusammenspiel der Gegensätze", sagt Hindahl, die der Metallbau-Firma Rako-Technik in Soest ein großes Lob ausspricht: „Es war eine tolle Zusammenarbeit. Die Metallbauer haben unglaublich exakt gearbeitet." Als sie die Skulptur in Soest habe liegen sehen, sei das schon ein ergreifendes Gefühl gewesen, so Hindahl, die bereits vor einigen Jahren für den Sendenhorster Friedhof eine drei Meter hohe Bronze geschaffen hat.Ute Hindahl stammt gebürtig aus Wadersloh. Die 44-Jährige ist Lehrerin an einer Gütersloher Förderschule und lebt als Künstlerin in Bielefeld. Die Oelder Skulptur wurde am 15. Dezember aufgestellt und am Dienstag eingeweiht. Das Preisgeld, das die Künstlerin erhalten hat, ist in die Realisierung der Skulptur geflossen.

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