Der Stern des Jahres wird in diesem Jahr gleich 13 Mal verliehen.
Der Stern des Jahres wird in diesem Jahr gleich 13 Mal verliehen.

Stern des Jahres Stern des Jahres: Künstler und Kulturmacher aus OWL ausgezeichnet

Die Neue Westfälische, die Lippische Landes-Zeitung und das Haller Kreisblatt haben in der Bielefelder Hechelei Künstler ihre Sterne des Jahres vergeben

28.02.2017 | Stand 28.02.2017, 20:52 Uhr |

Bielefeld. Die Kultur stand am Dienstagabend im Zentrum. Vor mehr als 300 Gästen zeichneten die Neue Westfälische, die Lippische Landes-Zeitung und das Haller Kreisblatt in der Bielefelder Hechelei Kulturmacher aus Ostwestfalen mit zwölf Sternen des Jahres und einem Sonderstern für ihr künstlerisches und kulturelles Engagement aus. Und das zum nunmehr zum zwölften Mal. „Das Sterne-Fest ist ein Höhepunkt des OWL-Kulturkalenders. Es zeigt eindrucksvoll, dass es hier bei uns nicht nur eine ungewöhnlich engagierte Bürgerschaft gibt, sondern auch ein außergewöhnlich vielfältiges und kreatives kulturelles Engagement. Man diskutiert nicht endlos darüber, wer’s machen könnte oder sollte, sondern packt’s einfach selber an – das ist Ostwestfalen-Lippe", sagte Klaus Schrotthofer, Geschäftsführer der NW, in seiner Begrüßungsrede. Stefan Brams, Leiter der NW-Kulturredaktion, betonte angesichts der instabilen politischen Lage der Welt: „Ja, die Künstler sollten sich wieder stärker einmischen in die Weltenläufe – mit den ästhetischen Mitteln der Kunst, die viel zu bewegen vermögen." "Auch 2018 wird es wieder ein Sternefest geben" Er freue sich auf das Kulturjahr 2017, betonte Brams und lobte, dass sich im vergangenen Jahr erneut so viele Menschen in der Region für die Kultur engagiert haben. Dafür gebühre eigentlich jedem ein Stern des Jahres. In Filmen, Bildershows und Laudationen wurden die Kulturmacher und ihre Arbeit am Abend vom Kulturchef der Neuen Westfälischen, Stefan Brams, im Namen aller drei Zeitungen gewürdigt. Klaus Schrotthofer, Geschäftsführer der NW versicherte: „Auch 2018 wird es wieder ein Sternefest in der Hechelei geben." Die Kulturszene hörte es gerne und nutzte den Abend zum Gedankenaustausch, netzwerken und feiern. Auszeichnungen für kulturelle Spitzenleistungen gingen für das Jahr 2016 an: Sonderstern fürs Lebenswerk: Chorleiter Hans-Ulrich Henning aus Versmold leitet seit 37 Jahren den Christopherus-Jugendkammerchor Versmold und hat diesen zu einem der renommiertesten Schulchöre in Deutschland gemacht. Martina Bergmann, die mit ihrem Regionalverlag und der daran angeschlossenen Buchhandlung Borgholzhausen kulturell belebt hat und sich der Herausforderung durch Amazon und Co. mutig und erfolgreich stellt. Das Offkino Bielefeld, in dem zehn Filmenthusiasten immer freitags dafür sorgen, dass Filme jenseits des Mainstreams in Bielefeld zu sehen sind. Die beiden Schauspieler Stefan Marx und Simon Hillebrand, die in Höxter vor knapp zwei Jahren das Café und Zimmertheater in der Stummrigestraße 4 gegründet und wegen des großen Erfolgs bereits ihre zweite Spielstätte gleich gegenüber eröffnet haben. Die Fotografin Elham Rahmati, die mit ihrem faszinierenden Projekt „Almani" in Texten und Fotos dokumentiert hat, wie deutsche Frauen im Iran ?leben. Walter Gödden und Dirk Bogdanski, die das Kulturgut Haus Nottbeck und das dort beheimatete Westfälische Literaturmuseum (Oelde) zu einem Ort der Begegnung der verschiedenen Künste gemacht haben. Die Mindener Stichlinge, die 2016 ihren 50. Geburtstag feierten, und nach wie vor in der kabarettistischen Auseinandersetzung mit der Politik und dem Zeitgeist jede Menge Biss und Witz zeigen. Dekanatskantor Harald Gokus der Kirchengemeinde St. Clemens in Rheda-Wiedenbrück, der mit der Aufführung des Oratoriums „MessiaSASAmbura" von Maximilian Guth im vergangenen Jahr für eine Konfrontation zwischen abendländischer und afrikanischer Kultur sowie für einen interreligiösen Dialog zwischen den Glaubenssphären von Christentum, Islam und afrikanischen Religionen gesorgt hat. Schauspieler Max Rohland, der das „Wilde Kind" in der gleichnamigen Inszenierung am Paderborner Theater brillant verkörpert hat. Hiltrud von Spiegel, die ihr Gut, das Rittergut Groß Engershausen, seit Jahren für Kulturveranstaltungen geöffnet hat und nicht nur auf etablierte Kunst setzt, sondern auch junger Kultur eine Chance gibt, um junge Menschen für das Gut zu interessieren. Heide Haike, die die Künstlerinnenvereinigung Gedok in Detmold leitet und mit einer großen Ausstellung zum 90. Geburtstag der Vereinigung für Furore gesorgt hat. Den Musiker Tobias Richter, der alle Jahre wieder 150 beste Freunde aus aller Welt zusammenbringt, um als „Phoniker" großen sinfonischen Pop auf die Bühne zu bringen. Christian Schäfer, der das Theater Gütersloh sehr erfolgreich leitet und es zudem mit der Inszenierung von fremden und eigenen Stücken – wie zuletzt „Der letzte Cowboy" – bereichert und dem Haus so ein markantes Profil gibt, durch das es sich von einem reinen Bespieltheater immer mehr abhebt.

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