Traumhafte Aussichten für Wintersport-Fans: Wer seinen Skiurlaub auf einer Almhütte in den Kitzbüheler Alpen verbringt, übernachtet praktisch neben der Piste. - © Mirja Geheye
Traumhafte Aussichten für Wintersport-Fans: Wer seinen Skiurlaub auf einer Almhütte in den Kitzbüheler Alpen verbringt, übernachtet praktisch neben der Piste. | © Mirja Geheye

Gewinnspiel Der Piste ganz nah

Exklusive Hüttennächte in den Kitzbüheler Alpen: Mal bewusst bodenständig, mal alpenländisch-luxuriös. Auf der größten Skisafari der Welt findet jeder seinen persönlichen Lieblingsplatz. Und seine Lieblingspisten

Die Lärchfilzkogel-Gondel in Fieberbrunn steht still. Draußen dämmert es. Drinnen im Berggasthof Wildalpgatterl schnappen sich die letzten Gäste ihre Helme und Jacken – und machen sich startklar für die Talabfahrt, bevor es stockfinster ist. Spätestens jetzt spürt man, wie gut man es eigentlich hat: Bleiben können, wenn die anderen runter müssen. Fast allein am Berg, mitten im Skigebiet. In exklusiver Gesellschaft, denn im Wildalpgatterl gibt es nur sechs Zimmer. Hüttenflair mit Charme und Niveau pflegt auch die Angerer Alm in St. Johann. Wer dagegen das Schicke in der Abgeschiedenheit sucht, ist auf der Maierl-Alm oberhalb von Kirchberg richtig. Und wer sich von einem Spitzensportler bedienen lassen möchte, gondelt zum Berggasthof Tenn, der über Hopfgarten an der Mittelstation der Hohen Salve thront. Die Kitzbüheler Alpen bieten mit ihren 1.000 Pistenkilometern allein im Kerngebiet nicht nur die große Auswahl zum Skifahren, Snowboarden und Freeriden. Sondern auch traumhafte Hütten. Dabei entscheidet jeder selbst, was für ihn exklusiv ist. Ist es Luxus, ist es Bodenständigkeit? Am besten einfach testen, welche der unterschiedlichen (Berg-)Welten am besten zum persönlichen Urlaubsglück passt. „Unsere Kämmerchen sind spartanisch", sagt Angela Fürhapter, die das in 1.300 Meter Höhe gelegene Wildalpgatterl vor 25 Jahren von ihren Eltern übernommen hat. Aber noch nie hat sich jemand über die Stockbetten beschwert, auch nicht über eine kalte Dusche. Denn wenn die Küche viel Wasser braucht, muss man eben warten, bis es wieder warm kommt. Und gönnt sich in der gemütlichen Gaststube vielleicht noch einen leckeren Marillenknödel. Ohnehin ist alles, was im Wildalpgatterl auf den Tisch kommt, einfach köstlich. Das fängt schon mit dem Brot an: Jeden Morgen um sechs Uhr heizt Angelika Fürhapter den Holzofen vor der Hütte ein – damit die duftenden Roggen-Weizen-Laibe mittags fertig sind. Der Berggasthof ist einer der 23 KochArt-Betriebe der Kitzbüheler Alpen, die für feinste Tiroler Küche auf hohem Niveau stehen. Das Rezept: traditionelle Speisen, regionale Produkte und echte Hingabe am Herd. Authentisch eben. Auf Authentizität setzt auch die Angerer Alm oberhalb von St. Johann in Tirol. Sie steht auf der Vorderseite des Kitzbüheler Horns, ebenfalls in 1.300 Meter Höhe. „Wir spielen nicht Alm – wir sind Alm", betont Chefin Annemarie Foidl. Und nimmt sich kurz Zeit, um ihren Blick hinüber zum Kaisergebirge schweifen zu lassen und hinunter auf die Flieger, die auf dem kleinen Sportflugplatz im Tal landen. Aber was für eine Alm! Abends werden die Gäste beim Hüttendinner für Gourmets verwöhnt – Schwiegersohn Gerald Weiss ist Küchenchef und zaubert mit Unterstützung von Tochter Katharina Foidl Gaumenfreuden. Dazu werden edle Tropfen kredenzt. Im Almweinkeller lagern 6.000 Flaschen von 400 Weingütern – persönlich ausgewählt von Annemarie Foidl, die zugleich Präsidentin der Sommelierunion Austria ist. Zwar gibt es eine Weinkarte, dafür am Abend für die Gourmets aber keine Speisekarte. Gegessen wird, was die Versorgungslage hergibt. Die variiert, ist aber immer top. „Gute Produkte sind das A und O", so Annemarie Foidl. Fleisch und Wild etwa kommen von Bruder Hans, Bauer auf dem Lacknerhof, dem ältesten Erbhof in St. Johann in Tirol, der schon seit mehr als 400 Jahren in Familienbesitz ist. Die Angerer Alm gehört selbstverständlich auch zu den KochArt-Betrieben – und trägt darüber hinaus ein Almhauberl. „Über die Auszeichnung als kulinarische Perle im Hüttenguide von Gault & Millau haben wir uns sehr gefreut", sagt Annemarie Foidl. Und macht weiter wie bisher: Hohes Niveau, aber kein Schicki-Micki. So gibt es in ihren 13 Zimmern zwar Doppel- statt Stockbetten, dafür aber Badezimmer, die gemeinschaftlich genutzt werden. Wem solche Ansätze zu bodenständig sind, findet etwa auf der Maierl-Alm im Skigebiet oberhalb von Kirchberg (auf 1.225 Metern gelegen) sein persönliches Urlaubsglück. Sogar mit Schwimmbad, Sauna, Dampfbad, Massagen und vielem mehr. Die fünf exklusiven Chalets haben zudem private Wellnesszonen mit eigener Sauna und Whirlpool draußen. Auch das Panorama-Apartment mit seinen Dachterrassen und die insgesamt 14 Zimmer bieten Luxus pur. Die Anreise ist das ganze Jahr über mit dem Auto möglich, es gibt eine Tiefgarage auf der Alm. Und wer sich nicht traut, lässt sich unten im Ort abholen. Noch mehr Service gefällig? Dann vielleicht den Skilehrer buchen, der morgens an die Tür klopft und seine Gäste direkt vom Frühstück abholt. Natürlich folgt auch die Maierl-Alm, die 1932 als einer der ersten Berggasthöfe der Region erbaut wurde und inzwischen ordentlich gewachsen ist, dem Gedanken der Nachhaltigkeit. Das Wasser kommt aus eigenen Quellen und geheizt wird mit Pellets. Ein ganz anderes Konzept von Exklusivität wiederum bietet der Berggasthof Tenn, der seine Gäste an der Mittelstation der Salvenbahn oberhalb von Hopfgarten im Brixental in 1.165 Meter Höhe empfängt. Familie Wahrstötter hat nur ein einziges Apartment im Angebot. Und einen sehr prominenten Sohn. Christoph (29) ist als Skicross-Weltcupfahrer erfolgreich, war schon bei den Olympischen Spielen in Sotschi und Pyeongchang dabei. An seinen freien Tagen hilft er den Eltern im Service – serviert und steht zwischendurch für ein Selfie zur Verfügung. Falls er trainiert oder Rennen fährt, gibt’s den anderen Christoph als Fotomotiv: Ein weißes Schaf, das der echte Christoph zum 25. Geburtstag geschenkt bekommen hat. Auf dem Wildalpgatterl übrigens ist Rudi der heimliche Star. So heißt der stolze Platzhirsch in Angela Fürhapters Dammwildgehege direkt neben der Hütte.

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