Spannend: Das Pulvermaar ist mit 200 Metern einer der tiefsten natürlichen Seen Deutschlands. - © Helmut Gassen/Natur- und Geopark Vulkaneifel
Spannend: Das Pulvermaar ist mit 200 Metern einer der tiefsten natürlichen Seen Deutschlands. | © Helmut Gassen/Natur- und Geopark Vulkaneifel

Gewinnspiel Die Augen der Eifel

Die Eifel ist eine Region mit spannender Entstehungsgeschichte und sehenswerten Vulkanseen. Hier können Besucher sich nicht nur auf Fossilien-Suche begeben – auch Radfahren macht hier sehr viel Spaß.

Bettina Häger-Teichmann

Das hügelige Gesicht der Eifel wurde von den Gletschern der Eiszeit und durch gewaltige Vulkanausbrüche geprägt. In der Eifel entstanden die ersten Feuerberge vor rund 40 bis 50 Millionen Jahren. Vor etwa 700.000 Jahren begann dann die stärkste vulkanische Periode, als sich durch große Plattenbewegungen das Rheinische Schiefergebirge das vorerst letzte Mal in der Erdgeschichte emporhob. Der letzte Ausbruch ist 10.000 Jahre her. Aus der unruhigsten Gegend Mitteleuropas wurde eine seiner geologischen Schatzkammern. Auf engstem Raum erzählen 350 kleine und große Vulkane, Maare und erkaltete Lavagänge von der Entstehung der Eifel. Durchlöchert, wie ein Schweizer Käse „Die Vulkaneifel ist von unten durchschossen wie ein Schweizer Käse", sagt Andreas Schüller, wissenschaftlicher Leiter des Vulkaneifel European Geoparks. Fachleute wie Schüller widmen sich auch dem Vulkan-Tourismus in ihrer Region. Seit 1994 hat sich hier die Idee des Vulkanparks mit Museen, Infozentren und Geo-Wanderwegen rasant entwickelt. Damit soll der Charakter der Landschaft bewahrt und Besuchern das Naturerbe nahegebracht werden. Das Vulkangebiet der Westeifel wurde 2004 von der UNESCO zum Global Geoparc ernannt. Das Markenzeichen der Vulkan-
eifel sind die Maare. Sie lehren den Betrachter, dass nicht alle Vulkane „Berge" sind. Denn die runden bis ovalen Krater sind in die Erde eingesenkt. Sie entstanden dort, wo heißes Magma beim Aufstieg auf Wasser traf. Schlagartig verdampfte dieses, massive Explosionen waren die Folge. Zurück blieb ein Trichter mit einem ringförmigen Wall, der sich mit Grundwasser füllte. Die Eifler gaben ihm den Namen „Maar". „Nur noch in acht der mindestens 75 Maare steht noch immer ständig Wasser. Sie sind jüngeren Ursprungs", erklärt Schüller. Die meisten sind im Laufe der Zeit verlandet, Moore und Wiesen mit seltenen Pflanzen entstanden dort. Am eindrucksvollsten präsentieren sich die vulkanischen Augen beim Rundflug vom Flugplatz Daun-Senheld über die Maare zwischen Daun, Gillenfeld und Manderscheid. In der Maschine von Bernd Hein wird der Höhenflug unvergessen bleiben. Ein besonderer Tipp, ein 45 Millionen altes Fossilesurpferd Daun weist in seiner Umgebung gleich drei der Eifeler Wahrzeichen auf: Gemündener, Weinfelder und Schalkenmehrener Maar. Letzteres bestand ursprünglich aus mehreren Maaren, die verlandeten. Sie sind heute Trockenmoore. Die Dauner Vulkanaugen mit ihren Seen sind die berühmtesten der Eifel. Das Weinfelder oder Totenmaar ist mit seinem Kirchlein und dem Friedhof am Ufer eine melancholische Idylle. Besonders interessant für einen mehrtägigen Aufenthalt ist die Eifel auch wegen der großen Anzahl an Fossilien. Junge und alte Menschen begeistern sich immer mehr für die Überbleibsel aus Jahrmillionen Jahren. Die pflanzlichen und tierischen versteinerten Überreste erzählen von der Zeit, als die Eifel noch ein Flach-Meer war. Für Fossilienliebhaber ist daher das Maar-Museum in Manderscheid sehr zu empfehlen. Damit Kinder sich vorstellen können, dass die Eifel vor rund 380 Millionen Jahren noch ein tropisches Meer war, wurde die tropische Eifel-Landschaft im Museum rekonstruiert. Die meisten Fundstücke entstammen der Devonzeit. Das Maarmuseum ist besonders stolz auf das rund 45 Millionen Jahre alte Urpferd aus dem Eckfelder Maar. Weil die Region so reichhaltig an Fossilien ist, kamen schon Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts zahlreiche Forscher von überall her, um in der Vulkaneifel nach Fossilien zu suchen, zu beschreiben und ihr Wissen zu erweitern. Heute kommen auch viele Studenten, um die Gerolsteiner und Hillesheimer Mulde auf Exkursionen zu besuchen. Auch für Radfahrer ein tolles Ausflusgziel Die Vulkaneifel erweist sich mit der Vulkan-Rad-Route Eifel aber auch als Paradies für sportlich ambitionierte Radler, denn die Mischung aus nie zu steilen Steigungen, Abfahrten und abwechslungsreicher Streckenführung könnte man als „atemberaubend" im doppelten Sinne bezeichnen. Gleichzeitig hat man eine spannende Verbindung von der Mosel zur Ahr, und dies inmitten einer abwechslungsreichen Mittelgebirgslandschaft. Auf 77 Kilometern Radweg ist die Streckenführung der Route so angelegt, dass die Highlights der Region sozusagen automatisch auf dem Radweg liegen. Zu empfehlen ist auch der Maare-Mosel-Radweg. Er zählt zu den bekanntesten und schönsten Bahntrassen-Radwegen in Deutschland. Auf der stillgelegten Bahnstrecke führt der Radweg von Daun durch die Berge der Vulkaneifel, über Viadukte und durch lange Tunnel bis Bernkastel-Kues an die Mosel. Im Norden die tiefblauen Maare, im Süden das grüne Rebenmeer an der Mosel. So vielfältig wie das Landschaftsbild, so abwechslungsreich ist auch die Streckenführung des 58 Kilometer langen Maare-Mosel-Radweges. Fehlen darf bei den Radwegen auch nicht der Kosmosradweg Kleine Kyll. Während einer Tour auf diesem Radweg rücken die unendlichen Weiten des Weltalls auf die Länge einer Tagesetappe zusammen. Jeder zurückgelegte Meter entspricht im kosmischen System 500.000 Kilometern. Auf den ersten Kilometern geht es an den Planeten des Sonnensystems vorbei. Diese sind maßstabsgetreu am Wegesrand platziert. Je nach Entfernung zur Sonne taucht ein Planet auf. Auf dem zweiten Abschnitt radelt man zurück in die Vergangenheit und zwar bis zum Urknall. Eine spannende Radtour, die auch für Kinder geeignet ist. Die Radroute führt vom Kurpark Daun über Pützborn, Oberstadtfeld, Niederstadtfeld und Schutz bis nach Meerfeld.

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