Prächtiges Anwesen: Hilmar von Münchhausen ließ im Jahre 1570 das alte Rittergut in Schwöbber im Weserbergland zu einem Schloss umbauen.
Prächtiges Anwesen: Hilmar von Münchhausen ließ im Jahre 1570 das alte Rittergut in Schwöbber im Weserbergland zu einem Schloss umbauen.

Gewinnspiel/Deutschland Münchhausen und die Ananas

Ein Schloss aus der Zeit der Weserrenaissance vor den Toren Hamelns beherbergt heute ein Fünf-Sterne-Hotel, umgeben von zwei Golfplätzen. Schon vor 300 Jahren kam Zar Peter der Große wegen einer Ananaszucht zu Besuch.

Bei dem Namen Münchhausen erscheinen automatisch Bilder im Kopf: Vom waghalsigen Ritt auf einer Kanonenkugel bis zum Reiter, der sich und sein Pferd am eigenen Schopf aus dem Sumpf zieht. Manch Älterem fällt vielleicht der Schauspieler Hans Albers ein, der 1943 in einem UFA-Kostümfilm als Hieronymus Baron von Münchhausen brillierte. Der Lügenbaron hat übrigens wirklich gelebt. Er wurde 1720 in Bodenwerder an der Weser geboren und starb dort 1779. Einem der bedeutenden Verwandten von Hieronymus verdanken wir ein prächtiges Schloss der Weserrenaissance, das heute das Fünf-Sterne-Schlosshotel Münchhausen beherbergt. Wenige Kilometer außerhalb der Rattenfängerstadt Hameln zieht das Gebäude im prägenden Baustil des 16. und 17. Jahrhunderts heute Tagesbesucher ebenso an wie Hotel- und Tagungsgäste, Heiratswillige, Nutzer des 800 Quadratmeter großen Spas und besonders Golfer. Denn neben dem acht Hektar großen Schlosspark mit vielen exotischen Gewächsen gibt es zwei 18-Loch-Golfplätze. Der Söldnerführer und Obrist Hilmar von Münchhausen erbaute die weitläufige Anlage um 1570 auf dem Gelände des Rittergutes Schwöbber. Hilmar galt damals als einer der reichsten Männer in deutschsprachigen Landen. Wer das Schloss betritt, dem fällt gleich gegenüber der Rezeption ein Metallgestänge auf, an dem vor 300 Jahren Ochsen gebraten wurden. Heute mag man es etwas feiner in den beiden Restaurants des Hotels, darunter das von Achim Schwekendiek, ausgezeichnet mit einem Michelin-Stern. Dem Haus sieht man seine vielfältige Geschichte – es wurde mehrfach in Brand gesteckt – nicht an. Dass das Schloss Münchhausen überhaupt in seiner heutigen Form erhalten blieb und als privat geführtes Hotel mit Leben gefüllt wird, ist dem Hamelner Unternehmerehepaar Friedrich und Ulla Popken zu verdanken, deren Wohlstand auf Mode für Mollige fußt. Mehrere Millionen Euro flossen in die Renovierung und Ausstattung des Prachtbaus, nachdem die Popkens das Gebäude 2001 erworben hatten. Auch den Schlosspark ließen sie in seine alte Pracht zurückversetzen. Eine Investition, die wohl auch der großen Verbundenheit der Popkens mit ihrer Heimatstadt Hameln und der Region Weserbergland zu verdanken ist. Die Innenausstattung der Nobelherberge geschah unter der Regie der Familie Popken. Während sich heute regelmäßig auch prominente Gäste im Hotel Münchhausen einfinden, registriert die Haus-Chronik 1716 unter der Ägide Otto II. von Münchhausen einen besonderen blaublütigen Gast. Der russische Zar Peter der Große kam zu Besuch, um die Ananaszucht im Gewächshaus des Schlosses zu besichtigen. Der Zar weilte zur Kur in Pyrmont. Ungelogen! Wo vor 300 Jahren die Ananas wuchs, genießen Gäste heute die weitläufige Parklandschaft mit dem Ananas-Pavillon. Das exotische Bromeliengewächs ist immer noch Symbol des Schlosses. Im aufwendig restaurierten Rittersaal kann der Besucher – vielleicht bei einer Tasse Tee vor dem Kamin – am besten das historische Ambiente nachempfinden. Seit 1985 umgibt das Schloss eine großzügige Golfanlage mit zwei 18-Loch-Plätzen unter Leitung des Hamelner Golfclubs. Dessen rühriger Präsident ist Fritz Müller. „Unsere beiden Plätze sind für Anfänger und ambitionierte Golfer gleichermaßen reizvoll", betont Müller und weist im Verlauf einer gemütlichen Runde immer wieder auf die grandiosen Ausblicke ins Weserbergland hin. Zwei Plätze, so der Präsident, das ermögliche nahezu wartefreies Spiel auch an Turniertagen, denn eine der beiden Anlagen sei immer frei. Mit einer Länge von fast 6.000 Metern (Par 73) gilt der Baron von Münchhausen-Platz als eine der schönsten Natur-Golfanlagen Norddeutschlands. Der Lucia von Reden-Platz, benannt nach der Ehefrau Hilmar von Münchhausens, ist zwar nur 2.800 Meter lang (Par 59), hat es aber vor allem wegen vieler Wasserhindernisse in sich! Die Spielgebühren liegen je nach Platz und Wochentag zwischen 35 und 55 Euro pro Runde. Doch zurück ins Schloss. 68 Zimmer und luxuriöse Suiten stehen zur Verfügung. Darunter einige im luxuriösen Ambiente des Schlosses, andere in der historisch-modernen Zehntscheune. Allen gemeinsam ist die stilvolle und individuelle Einrichtung und die herrlich ruhige Lage, größtenteils mit Blick in den Park. Auch Tagesgäste sind herzlich willkommen – zum Day Spa, in der abwechslungsreichen Gastronomie mit vielen kulinarischen Highlights oder bei Buchung eines Picknickkorbes, mit dem man Köstlichkeiten aus der Schlossküche an lauschigen Plätzen im Schlosspark genießen kann. Weitere Informationen finden Sie unter: www.schlosshotel-muenchhausen.com und www.hamelner.golfclub.de.

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