Leidenschaft für den Flamenco: Der Kursus von Juan Carlos Lérida am Samstag bei der Tanzfestival-Halbzeit-Party auf dem Rathausplatz. FOTO: RAINER SCHMIDT - © Rainer Schmidt
Leidenschaft für den Flamenco: Der Kursus von Juan Carlos Lérida am Samstag bei der Tanzfestival-Halbzeit-Party auf dem Rathausplatz. FOTO: RAINER SCHMIDT | © Rainer Schmidt

BIELEFELD Tanzfestival-Party auf dem Rathausplatz

Workshop-Teilnehmer zeigten, was sie in der vergangenen ersten Kurswoche erarbeitet haben

18.07.2016 | Stand 21.07.2016, 16:50 Uhr

Zum Auftakt gehört die Bühne traditionell und selbstverständlich den Kleinsten. Mit einer fröhlich-ausgelassenen Choreografie und in pfiffiger Kostümierung aus rosa Tüllröcken in Kombination mit Badeanzug und Sonnenbrille bringen die Mädchen zwischen fünf und elf Jahren aus Ulla Agbetous Modern-Jazz-Dance-Kurs den Sommer mit. Immerhin ist es unter bedecktem Himmel auf dem Rathausplatz trocken geblieben und sogar die Luft ist angenehm lau an diesem Samstagabend, der für die Tanzinteressierten der Region zum gerne wahrgenommenen Pflichttermin geworden ist. Heute, zur Halbzeit, präsentieren die Workshopteilnehmer des Bielefelder Tanzfestivals, was sie in der vergangenen ersten Kurswoche mit viel Fleiß, Schweiß und Spaß erarbeitet haben. Aus Kindern werden Jugendliche, und die fühlen sich größtenteils vom Hip-Hop angezogen. Unter Leitung von Dhélé Agbetou liefern die Jüngsten einen Vorgeschmack auf das, was später der Bühne und sorgsam frei gehaltenen Vorplatz zur Streetdance-Arena werden lässt. So groß ist dann der Pulk der Hip-Hop-Jünger, dass sie ihre extrovertierten Formationstänze und dynamischen Bewegungen in den sehenswerten Soli im fliegenden Wechsel auf und unterhalb der Bühne aufführen. Modern Dance zu Vivaldi undHeavy Metal Unter anfeuernden Gesten ihres aus Frankreich angereisten Lehrers Wayne Barbaste zeigen die Schülerinnen eines Modern-Jazz-Dance-Kurses eine reife Auseinandersetzung mit allen Bewegungsmöglichkeiten, die zwischen Boden und Luftraum möglich sind. Die breit aufgefächerten Sparten des Tanzes behandeln die Kurse des Tanzfestivals innovativ und konsequent unter einem zeitgenössischen Blickwinkel, ohne die Tradition zu verleugnen. So ist der House-Tanz unter Leitung von Ousmane Baba Sy, genannt Babson, geprägt von afrikanischen Elementen, „Modern Dance" arrangiert sich sowohl zu Vivaldi als auch zu Heavy Metal fließend und organisch. Man genießt die anmutigen Schwünge der „Salsa Movement"-Tänzerinnen, spürt die Leidenschaft hinter den stolzen Posen des Flamenco. Tänzerinnen fortgeschrittenen Alters des Kurses „Tanz 55+" zeigen einen heißen Hüftschwung und ihr strahlendstes Lächeln. Schließlich, bei der Vorführung von Yahi Nestor Gahes Schützlingen im Fach Afrikanischer Tanz, sind es wiederum die Kinder, die an diesem Abend lang aufbleiben dürfen, die das Augenmerk aufs wichtigste lenken: Sie hält es nicht mehr auf ihren Sitzplätzen, sie machen vor der Bühnenkante mit. Wozu allen anderen in der Stunde vor Mitternacht, nach einem facettenreichen Programm, noch Gelegenheit gegeben wird.

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