Kultur Jimmy Kelly: Von der Straße auf die Bühne

Das 45-jährige Mitglied der Kelly Family trat mit seiner Band im Theaterhaus Tor 6 auf und verbreitete ein freundliches Flair

Bielefeld. Er stammt aus einer der berühmtesten Familien unserer Zeit. „Es ist aber nicht die Addams Family, sondern meine ist etwas bunter", scherzte er. Jimmy Kelly füllte in den 90er Jahren mit der Kelly Family Stadien und begeisterte Menschenmassen in ganz Europa. Seit nun schon elf Jahren widmet sich der irisch-amerikanische Künstler jedoch voll und ganz seiner Solo-Karriere – und der Gründung seiner eigenen Familie. Zusammen mit seiner Frau Meike, die auf der aktuellen „Streetkid-Tour" wegen ihres kleinen Babys leider nicht dabei sein kann, wird er von seinen alten und neuen Fans stets herzlich empfangen. Mit seiner vierköpfigen Band sorgte Kelly, Straßenmusiker mit Leib und Seele, für volle Zuschauerreihen. Passend zur Leidenschaft des Künstlers war das Bühnenbild als Straßenkulisse gestaltet. Auch heute tritt Kelly nämlich noch ab und zu gerne auf der Straße auf. Der Musiker zeigte sich zugänglich und kontaktfreudig Gespannt wartete das Bielefelder Publikum auf seinen Sitzplätzen. Das Tolle an der Räumlichkeit des Theaterhauses ist die Arenabühne, die allen Zuschauern eine gute Sicht ermöglicht. Dennoch waren schon früh die Plätze in den ersten Reihen besetzt, denn langjährige Fans wollten „ihren" Jimmy selbstverständlich aus nächster Nähe erleben. Doch darum mussten sich auch Nachzügler, die pünktlich zum Konzert kamen, keine Sorgen machen. Sie konnten Jimmy und seine Musikerkollegen nämlich im Flur, unmittelbar vor dem Eingang des Saals hautnah bewundern, denn dort spielten sich die Künstler schon mal ein wenig warm. Die Bühne betraten sie überraschenderweise nicht von einem Backstagebereich, sondern kamen musizierend über die Treppe durch die hintersten Reihen nach vorne. So hatte wirklich jeder Zuschauer die Möglichkeit, die Band aus nächster Nähe zu sehen. Mit folkloristischer Musik und vielen Anekdoten aus seinem „etwas anderen" Familienleben, das für ihn neben der Musik einen besonders hohen Stellenwert hat, verbreitete der 45-Jährige in professioneller und zugleich natürlicher Entertainer-Manier ein freundliches Flair. Was für „normale" Leute als Statussymbol gelte, zum Beispiel Autos und Schmuck, seien für die Mitglieder des Kelly-Clans ihr Nachwuchs, verriet der Künstler. Er selbst habe drei Kinder und seine Geschwister haben ihn teilweise schon überholt, Joey hat vier und Angelo fünf Nachkommen, und so setzen sie die Großfamilientradition fleißig weiter fort. Auch am Ende des Konzerts zeigte er sich zugänglich und kontaktfreudig gegenüber seinen Fans. Geduldig stand er für Fotos und Autogramme zur Verfügung, bis sich wirklich alle Konzertbesucher glücklich auf den Heimweg machen konnten.

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