Eine Lehrerin hat in einem Buch beschrieben, warum sie keine Kinder haben möchte. Dafür wird sie teils heftig kritisiert. - © picture alliance / empics
Eine Lehrerin hat in einem Buch beschrieben, warum sie keine Kinder haben möchte. Dafür wird sie teils heftig kritisiert. | © picture alliance / empics

Debatte um Buch Lehrerin veröffentlicht "Manifest" gegen das Kinderkriegen

Verena Brunschweiger hat ein Buch darüber geschrieben, warum sie sich bewusst gegen Kinder entschieden hat. Dafür wird sie heftig kritisiert, findet aber auch Unterstützung

09.03.2019 | Stand 09.03.2019, 16:50 Uhr |

Berlin (dpa). Die Autorin Verena Brunschweiger hat mit ihrer Haltung zu einem bewussten Leben ohne Kinder - etwa aus ökologischen Gründen - eine heftige Debatte entfacht. Keine Kinder aus ökologischen Gründen Brunschweigers Buch „Kinderfrei statt kinderlos - ein Manifest" erschien am Mittwoch im Büchner-Verlag. Für Brunschweiger gibt es mehrere Gründe, warum sie keine eigenen Kinder haben möchte. So könne man einer Studie zufolge 58,6 Tonnen CO2 einsparen, „wenn wir nur ein Kind weniger in die Welt setzen", sagte sie dem Focus im Interview. Aber auch philosophische Gründe seien entscheidend. In der SWR-Sendung „Nachtcafé" sagte Brunschweiger Mitte Februar, sie vertrete die Sichtweise: „Wenn wir jemanden zur Welt bringen, dann fügen wir ihm immer Leid zu. Insofern ist es das beste für mein Kind, wenn ich es nicht bekomme." In den sozialen Medien wurde Brunschweiger für ihre Meinung heftig angegriffen. Ein Nutzer schrieb etwa, es sei beruhigend, dass sie sich gegen Kinder entschieden habe. „Menschen wie sie sollten sich nicht vermehren." Andere nahmen die Lehrerin in Schutz, Frauen sein nicht nur da, um Mütter zu sein, schrieb eine Twitter-Nutzerin. Brunschweiger selbst sagte im Focus, dass sie Shitstorms sowieso möge. Kinderfeindlich sei sie übrigens nicht - im Gegenteil. „Ich muss sie nur nicht unbedingt selbst auf die Welt bringen." Brunschweiger: Werde wegen Kinderlosigkeit bestraft Auch die Kanadierin Sheila Heti befasst sich in ihrem Buch „Mutterschaft" mit dem Thema. Sie bricht eine Lanze für alle, die keine Kinder wollen oder haben - und keine Lust mehr haben, sich immer erklären zu müssen oder sich schlecht deswegen zu fühlen. Auch Brunschweiger gibt an, sich immer wieder für ihre Kinderlosigkeit rechtfertigen zu müssen - und auch diskriminiert zu werden. Beispielsweise habe sie als Lehrerin bei der Versetzung an ihre Wunschschule immer wieder hinter Kollegen mit Kindern zurückstecken müssen. „Dass man im Jahr 2019 immer noch dafür bestraft wird, kinderlos zu sein, das finde ich schon krass."

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