An der Spitze: Ute Schäfer. - © Andrea Bowinkelmann
An der Spitze: Ute Schäfer. | © Andrea Bowinkelmann

Kultur Neuanfang: Ute Schäfer führt von nun an das Literaturbüro

Neuer Vorstand auf der Mitgliederversammlung gewählt /Neuanfang nach Finanzdebakel

Stefan Brams

Detmold. Ein neuer Vorstand soll das finanziell unter Druck geratene Literaturbüro OWL neu aufstellen und in eine gesicherte Zukunft führen. An dessen Spitze wählten die Mitglieder Donnerstagabend in Detmold nahezu einstimmig die lippische SPD-Landtagsabgeordnete Ute Schäfer. Im Gespräch mit der NW sagte die 62-Jährige über ihre Wahl: „Ich sehe der Aufgabe, das Literaturbüro zu führen, mit Freude entgehen." Der ehemaligen NRW-Kulturministerin (2010-2015) stehen mit Christoph Gockel-Böhner, Leiter des Kulturamts Paderborn, Kay Metzger, Intendant des Landestheaters Detmold und bisher zweiter Vorsitzender des Literaturbüros, sowie Klaus Schrotthofer, Geschäftsführer der Neuen Westfälischen, drei weitere Vorstandsmitglieder zur Seite. „Wer im Vorstand welche Aufgaben übernehmen wird, werden wir noch diskutieren", so Schäfer. Ein Neuanfang wurde notwendig, weil das Literaturbüro für den Zeitraum von 2009 bis 2012 Fördergelder des Landes nicht ordnungsgemäß abgerechnet hatte und 83.000 Euro an das Land zurückzahlen musste. Zudem hatte das Kulturministerium daraufhin die weitere Förderung in Höhe von jährlich 116.000 Euro vorerst ausgesetzt. Dem Verein drohte die Insolvenz. Die Verantwortlichen für das Finanzdebakel, die künstlerische Leiterin Brigitte Labs-Ehlert und der langjährige Vorsitzende des Literaturbüros Manfred Böcker (SPD), waren daraufhin zurückgetreten. Das Literaturbüro, das auch Gesellschafter des ebenfalls wegen fehlerhafter Abrechnungen finanziell unter Druck geratenen Literatur- und Musikfests „Wege durch das Land" ist, soll laut Schäfer eine eigene Geschäftsführung erhalten. „Wir wollen beide Bereiche deutlicher trennen. Eine halbe Stelle ist bereits ausgeschrieben", betont sie. Zudem wolle sie das Profil des Literaturbüros als eigenständigen Verein schärfen. Schäfer: „Ich möchte das Literaturbüro gerne regionaler ausrichten und die Literatur in der Region stärker ins Zentrum rücken als bisher." Das sei ja bei den anderen Literaturbüros in NRW auch der Fall. Noch offen ist laut Schäfer, ob dem Literaturbüro für die Jahre 2013 bis 2015 ebenfalls Rückzahlungen an das Land drohen. Die Prüfung der 
Belege sei noch nicht abgeschlossen.

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